(02.12.2019) Gestern Abend hat Dario Weberg einen meiner Lieblingsschriftsteller auf die Bühne des Theaters an der Volme gebracht: Friedrich Schiller. Ich gehöre zu den wenigen, die in der Schulzeit Freude an den Dramen und Gedichten des schwäbischen Literaten hatten. Als ich in Stuttgart lebte, begegnete er mir natürlich immer wieder, als Denkmal auf dem Schillerplatz und vor allem natürlich im Schiller-Nationalmuseum und –Geburtshaus in Marbach. In meiner Gothaer Zeit habe ich es nicht geschafft, auf Schillers Spuren zu wandeln, u. a. weil das Museum in Bauerbach in diesem Jahr geschlossen ist. Umso schöner war es, Schiller in Hagen wiederzubegegnen.

Szenen aus Schillers Leben

Für den Abend hat Dario Weberg in den Schriften Schillers gestöbert und aus Zitaten, Eindrücke vom Leben des Dichters zu vermitteln zwischen Marbach, wo Schiller am 10. November 1759 geboren ist, und Weimar, wo Schiller am 9. Mai 1805 starb. Die erste Skizze ist der Jugend Schillers in Schwaben gewidmet, wo er auf Anordnung des Herzogs die Militärakademie besuchen musste, was bei ihm eher zur Rebellion als zum Gehorsam führte, was sich u. a. seinem ersten Drama „Die Räuber“ widerspiegelt, das ich Anfang des Jahres noch im Theater Hagen gesehen habe 🙂 1788 begegnete Schillder den Schwestern Lengefeld, Charlotte und Caroline, die ihn bis zu seinem Tod durchs Leben begleiteten. Auf der Bühne wurden die Frauen von Karolin Kersting verkörpert, die die Zuneigung und Sorge um Schiller, die in den Texten deutlichen wird, sehr schön dargestellt hat.

Auch in der dritten Szene „Schillers Krankheit“, sorgen sich die Frauen um den Dichter und versuchen ihn zu motivieren, nicht aufzugeben und weiterzuleben und zu arbeiten. Ein wichtiger Abschnitt in Schillers Leben war die Begegnung und der Austausch mit Johann Wolfgang von Goethe. Die beiden brauchten Zeit, um sich anzunähern, das zeigen die Texte, die Dario Weberg für diese, vierte Skizze ausgewählt hat. Der Skizzenreigen endet mit „Schillers“ Tod, der deutlich macht, welche Bedeutung die Gesellschaft jener Zeit diesem Schriftsteller zuschrieb, sehr schön vorgetragen von Karolin Kersting.

Der Abend hat Lust gemacht, wieder einmal eine Biografie über Friedrich Schiller oder seine Werke zur Hand zu nehmen. Das könnt ihr auch, wenn ihr nicht im Theater an der Volme dabei wart. Das Stück ist Teil der Klassiker-Reihe nach Heine und Goethe und wird erst einmal nicht wieder aufgeführt. Den Abschluss bildet übrigens das Tucholsky-Programm, das ich schon in anderem Rahmen gesehen habe, am 29. Dezember. Spätestens da solltet ihr euch in die Reihe einklingen 🙂 © Birgit Ebbert