(04.12.2014) Zum Start in die dunkle Jahreszeit gibt es gleich zwei neue Filme über die Stadt Hagen und ihre Umgebung. Während der Wochenkurier die Betrachter mit auf eine Reise ins Mittelalter nimmt, reicht die Zeitreise von Hako Media und Stadtanzeiger längstens bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts und geht bis in die heutige Zeit. Beiden gemeinsam ist, dass sie auf spezielle Weise einige Besonderheiten Hagens und der Umgebung beleuchten, auch wenn Machart und Herangehensweise unterschiedlich sind.

Reisen wir zunächst mit Ritter Michael Eckhoff ins Mittelalter. Der Chefredakteur des Wochenkuriers führt uns als Ritter verkleidet von Burg Ambrock über insgesamt 12 Burgen bis zum Schloss Hohenlimburg und verrät uns einiges über Wohl und Wehe der Burgen und ihrer Herren und Bewohner, die nicht immer ein leichtes Leben führten. Auch die Gebäude hatten es nicht leicht, von manch einer Schutzburg sind heute nur noch Fragmente zu erkennen, aber die Vorstellung auf den Spuren der Ritter zu wandeln, übt eine auch zwischen diesen Resten eine große Faszination aus.

Wo die 23-minütige DVD „Die Burgen von Hagen“ endet, beginnt der Film „Rückblicke Hagen“ – im Schloss Hohenlimburg. Während uns Ritter Michael erläutert, wer dort wann das Sagen hatte, nimmt uns Nachtwächter Rainer Scholz auf der DVD des Stadtanzeigers mit durch das Schloss bis zur berühmten schwarzen Hand, die ich – nebenbei bemerkt – noch immer nicht live gesehen habe. Brauche ich, glaube ich, auch nicht, ich habe ja jetzt den Film und kann sie mir ggf. wieder anschauen und mir die Mär von der Mutter anhören, die ihrem bösen Kind zur Strafe die Hand abschlug. Ich weiß, diese Deutung der schwarzen Hand stimmt nicht, aber die wahre Geschichte finde ich ebenso gruselig, ich fürchte, die wird irgendwann in einem Krimi vorkommen.

Aber auch sonst bietet die DVD von HakoMedia und Stadtanzeiger viele interessante „Rückblicke“ auf die Geschichte und Geschichten der Stadt. Mich haben vor allem die Filmaufnahmen aus den 20er bis 60er Jahren fasziniert, die zeigen, wie Hagen damals ausgesehen hat und wie die Menschen hier gelebt haben. Ein Off-Sprecher sowie Bernd Hoffmann, Dr. Klaus Fehske, Rolf Möller & Stefan Klein, Carl-Jürgen Brandt sowie Nachtwächter Rainer Scholz erklären anschaulich, was es mit den Fotos auf sich hat und weshalb es sich lohnt, auf Hagen im letzten Jahrhundert zurückzublicken und zuversichtlich nach vorne zu schauen.

Irgendwie ergänzen sich beide Filme und trotzdem geben Sie meines Erachtens nicht die ganze Vielfalt Hagens wieder, da bleibt noch Raum für weitere engagierte Filmemacher, die sich zum Beispiel des Hagener Impuls annehmen oder der Kunst im Raum oder … da hat jeder seine eigene Sicht, wer diese entdecken möchte, sollte sich die Filme anschauen. © Birgit Ebbert

„Die Burgen von Hagen“ 23 Min. Wochenkurier Verlagsgesellschaft, erhältlich für 7,95 € in der Geschäftsstelle des Wochenkuriers (unbedingt auch bis zum Special am Ende anschauen, das die Frage klärt: „Wie kommt das Ritter auf das Pferd?“, wobei mich noch interessiert: Wo bekommt man eine solche Rüstung?)

„Rückblicke Hagen“. 65 Min. HakoMedia & Stadtanzeiger, für 17,50 € erhältlich in der Geschäftsstelle des Stadtanzeigers, in der Buchhandlung im Rathaus und in der Hagen-Agentur