Im nächsten Jahr nehme ich die Kamera mit, versprochen!

(30.11.2013) Kaum zurück aus dem Süden fand ich mich am Freitag unversehens mitten in der Filmstadt Hagen wieder. Gab es doch am gleichen Abend das 1. Hagener Kurzfilmfestival Eat my Shorts und das Hagener Handy Film Festival zum Thema „Mut“. Da ich mich ohnehin in Albstadt nicht um eine Karte kümmern konnte, bin ich zu der Veranstaltung gegangen, für die ich ohne mein Zutun eine Karte bekam, zum Kurzfilmfestival. Allerdings auch zu spät, sodass ich die Wettbewerbsbeiträge verpasst habe – dafür habe ich getestet, wie es sich anfühlt, auf dem roten Teppich zu gehen. Ok, die Kameras waren anderweitig beschäftigt.

Leider finde ich auf der Website keine Information über die Wettbewerbsbeiträge – im Gegensatz zum Handy Film Festival, wo ich mir gerade mit Genuss einige Handyfilme angeschaut habe. Eine pfiffige Idee, über die ich mehr erfahren möchte – Info folgt also. Nun erst einmal zum 1. Hagener Kurzfilmfestival. Weil ich zu spät kam, hatte ich immerhin die Gelegenheit, ein paar Worte mit Bernhard Steinkühler zu wechseln, der das Festival zusammen mit seinem Sohn Dustin organisiert hat. Er hat mir erklärt, dass sie vor Jahren bereits einen ersten Versuch eines Festivals im Pelmke gestartet haben. Damals kamen 70 Besucher und nun hatten die Organisatoren den Ehrgeiz, das Ganze größer und professioneller zu gestalten. Immerhin ging es darum, der Premiere der Abschlussarbeit von Dustin Steinkühler, „Kreuzungen“, einen würdigen Rahmen zu geben. Da schien das CineStar in Hagen das passende Ambiente. Man mietete kurzerhand einen Kinosaal für einen Abend, suchte Sponsoren, Mitglieder für eine prominente Fach-Jury und einen Moderator und schon konnte es losgehen.

Was so einfach klingt, war natürlich sehr viel aufwendiger. Als ich kurz vor der Pause kam, hasteten noch immer alle an der Organisation Beteiligten hektisch durchs Foyer – zumal die rote Box für die Karten der Publikumsjury plötzlich gar nicht rot war und am falschen Platz stand. Schnell alles umräumen! Geschafft! Als die rund 450 Besucher nach dem letzten Wettbewerbsbeitrag aus dem Kinosaal strömten, konnten sie ihre Karten einwerfen. Ok, es gab schon mal die Frage, ob es einen Stift gäbe, aber da konnte ich aushelfen und alles war wieder gut.

Nach der Pause kam ich dann wenigstens in den Genuss von drei Premierenfilmen:

  • „Alttag“, ein Film über einen alten Mann, der eine pfiffige Lösung findet, damit seine verstorbene Frau Blumen um sich hat.
  • „Kreuzungen“, ein Film über Begegnungen im Hier und Jetzt, wie sie sind und wie sie sein könnten.
  • „Kleine Fische großes Glück“, eine Geschichte über einen Jungen, der die Geschichten seines Großvaters darüber, wie man das große Glück erlangt, ernst nimmt und aktiv wird, als er merkt, dass ihm das große Glück entwischen könnte.

Allein dafür hat es sich gelohnt, noch aus dem Haus zu gehen. Einziger Wermutstropfen, ich hätte gerne etwas mehr über die Filme, die Autoren und die Darsteller erfahren. Im dunklen Kino konnte ich nicht sehen, ob die Protagonisten alle anwesend waren oder nicht. Na gut, die prominenten Schauspieler wie Uwe Rohde, Uwe Fellensiek und Claude-Oliver Rudolph habe ich auch erkannt.

Aber ich hatte ohnehin meine Kamera nicht bei mir – ein großer Fehler, denn weil ich zu spät kam, konnte ich das „Eatmyshorts“-Kunstwerk, das der Preisträger bekam, von Nahem betrachten – ich hätte es sogar fotografieren können. Man lernt eben nicht aus. Gemerkt habe ich mir, dass es vom Juwelier Adam speziell für das Festival entworfen und hergestellt wurde.

Gerade stelle ich fest, dass ich auch noch gerne erfahren hätte, wie wer nach welchen Kriterien aus den 41 eingesandten Kurzfilmen aus ganz Deutschland die Vorauswahl getroffen hat. Vielleicht bekomme ich das ja noch heraus wie auch die Namen und Titel der Preisträgerfilme. Die werden sicher demnächst auf der Internetseite www.eatmyshorts.de zu finden sein. Ich bleibe am Ball und schaue derweilen noch ein paar Handyfilm-Beiträge des Hagener Handy Film Festivals an. Wer das auch tun möchte, diese Beiträge gibt es hier: www.clip2-filmfestival.de. © Birgit Ebbert