(29.10.2018) Ein wenig Muskelkater spüre ich noch in der Gegend der Lachmuskeln, vor allem jetzt, wo ich den Freitagabend im Theater an der Volme anhand meiner Fotos noch einmal Revue passieren lassen. „Hagen. Das Tor. Eine Sauerlandgeschichte.“ hieß das Kabarettprogramm, mit dem das Theater an der Volme sich auf ein neues Format in der „Kapelle“ einlässt.

Professor Dr. Dr. Hagen von Hagen

Professor Dr. Dr. Hagen von Hagen ist 1947 in Petershagen geboren, woher sich auch sein Interesse an allem, was mit „Hagen“ zu tun hat ableiten lässt. Mit einem IQ von 243 hat er schon als Kind geforscht und mit drei Jahren eine sensationelle Entdeckung gemacht, die ihn schließlich 2018 nach Hagen führte. Hier forscht er an verschiedenen Stellen, unter anderem auch im Schloss Werdringen, wo er während des Werdringer Theatersommers als Gast der Gräfin Francesca von Werdringen auffiel. Wie genau dieser Weg nach Hagen erfolgte, berichtet der Professor ebenso wie seine Erkenntnisse rund um Hagen. So stellte er fest, dass Hagen im 3. Jhd. v. Chr. bereits eine Hoch-Zeit erlebte mit einer Gelehrtenakademie, auf deren Fundament die heutige Fernuniversität gebaut wurde. Auch fand der umtriebige Professor, der nicht vergisst auf seine zahlreichen Schriften über Meinerzhagen, Steinhagen, Goethe, Schiller und Hagen u. ä. zu verweisen, heraus, dass der Urmensch aus Hagen stammt. Hatten wir nicht immer genau diesen Eindruck? Sogar erste Beweise für frühe Musikalität hat er ausgemacht.

Die Inszenierung

Dario Weberg als Udo Lindenberg mit Geist des Theaters im Hintergrund 🙂

Wer das Theater an der Volme kennt, ahnt schon, wer mit Einstein-Frisur – natürlich ein Vorfahre Hagen von Hagens 🙂 – in die Rolle des Professors geschlüpft ist: Dario Weberg. „Ich hatte einfach Lust auf ein völlig abgedrehtes Programm“, erklärt der Besitzer des Theaters an der Volme, der – für Außenstehende angemerkt – auch die Intendanz der Schlossspiele Hohenlimburg inne hat, wo er im Sommer eine überragende Inszenierung von Kleists „Der zerbrochene Krug“ inszenierte und selbst den Dorfrichter verkörperte. Nach Klassik und Komödien, musikalischen Revuen und Lokalkrimis nun also Kabarett. Hier hat er sich richtig ausgetobt und alle noch so verrückten und wahnwitzigen Ideen in den Text gepackt. Auch wenn es manchmal kalauerte, strotzte der Vortrag von Sprachspielen und vergnüglichen Spitzen auf das heutige Hagen, das so manches Szenengelächter hervorrief. Aber auch die Freunde gehobener Unterhaltung kamen auf ihre Kosten, fragt man sich doch laufend, auch welche realen Vorbilder aus der Antike und dem Mittelalter sich Dario Weberg nun wieder bezieht. Eine gelungene Mischung aus Spannung und Entspannung, Klamauk und Tiefgründigkeit, Vortrag und Musik. Das Einzige, was ich mir wünschen würde, ein Nachschlagewerk, um die realen Hintergründe zu erforschen. Aber natürlich kann ich auch ein zweites Mal in das Programm gehen – mit Notizblock statt Kamera. Ich denke, das werde ich tun 🙂 © Birgit Ebbert

Weitere Termine: 10.11.2018 19.30 Uhr, 6.12.2018 19.30 Uhr, 26.01.2019, 19.30 Uhr

Karten und Informationen unter www.theaterandervolme.de