Dieses Wappen würde ich am liebsten adoptieren.

(04.10.204) Als es noch keine Straßennamen und Hausnummern gab, behalfen sich die Menschen mit anderen Mitteln, um ihr Haus eindeutig zu kennzeichnen. Sie malten Zeichen über oder neben ihren Hauseingang und wer es sich leisten konnte, ließ sich eine Figur bildhauern oder wenigstens mit Stuck ein Zeichen an die Fassade zaubern. Nachdem Geschäfte, Wirtshäuser und Werkstätten begannen, sich im Parterre anzusiedeln, wurden die Merkzeichen immer kunstvoller, schmiedeeiserne Ausleger wiesen den Weg zum Unternehmen wie heute die Leuchtwerbung.

In Hagen ist mir schon bei meinen ersten Fotospaziergängen aufgefallen, dass es viele Stuckverzierungen an den Häusern gibt. Oftmals völlig unerwartet und an Straßen, in denen man sie kaum vermutet. Wenn man ein Sammelgen hat wie ich, beginnt man irgendwann vermutlich automatisch diese Fotomotive zu sammeln. Durch die Ausstellung „UrbanHeroes“, die mein Augenmerk wieder auf die Kleinode im Stadtbild gelenkt wurde, habe ich mich an diese vergessenen Kunstwerke erinnert und mich für eine quasi virtuelle Ausstellung in meinem Fotoblog www.birgit-ebbert-fotos.de entschieden.

Für mich sind das Kunstwerke, die den meisten gar nicht mehr ins Auge fallen, die aber ein Stadtbild prägen. Allerdings ist es kaum oder nur schwer möglich, die Künstler oder Handwerker heute noch ausfindig zu machen. Ich bin für jeden Tipp dankbar, weil ich nicht nur ein Sammelgen, sondern auch ein Neugiergen besitze und gerne mehr über die Hintergründe dieser vergessenen Kunstwerke erfahren möchte.

Dem Führer über „Kunst im öffentlichen Raum“ aus dem ArdenkuVerlag habe ich entnommen, dass es in Hagen u. a. Kunst am Haus gibt von

  • Friedrich Bagdons
  • Eugen Busmann (Körnerstraße 54/56)
  • Hans Dorn (Cuno-Siedlung)
  • Karel Niestrath (verschiedene)
  • Hans Pillig
  • Milly Steger (u. a. Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Theater)
  • Fritz Viegener
  • Hans Walther (Potthofstraße 5)

Als ich begann, mich für die Hintergründe der kleinen Kunstwerke zu interessieren, war ich überrascht, wie wenig ich im Internet darüber fand. Um anderen die mühselige Suche zu ersparen, hier einige Links zu Seiten mit Fotos von Hauszeichen in anderen Städten, die zeigen, dass manche Motive regionenübergreifend sind, und den spärlichen Informationen. Auch hier freue ich mich über jeden Link- oder Buchtipp. © Birgit Ebbert

Hier geht es zu den Hagener Hauszeichen, die ich bisher fotografiert habe

Linksammlung
Bernhard Peter: Wappen und Hauszeichen
Hausmarken – die Wappen des kleinen Mannes
Hauszeichen und Geschäftsschilder
Familienwappen und Hauszeichen
Ausleger: Wirtshaus- und Handwerksschilder in der Nürnberger Altstadt
Bügeleisenhaus: Neidmasken, Taubänder und Hausmarken
Die Magdeburger Hauszeichen
Hauszeichen in Nürnberg
Hausfiguren und Hausmadonnen in Nürnberg
Das Hauszeichen der Rotterdamer Fayence-Werkstatt
Über das mittelalterliche Zeichen 4