Heißer Flirt(26.11.2016) Ach, das war gestern wieder ein vergnüglicher Abend im Theater an der Volme und dabei gab es keinen Krimi, obwohl wir den ganzen Abend rot gesehen haben 🙂 Rot ist nämlich die bevorzugte Farbe der Hotelchefin vom Hotel Côte d’Azur an der Côte d’Azur. c-birgit-ebbert-p1370517Bilder, Rezeption & Garderobe sind farblich wunderbar aufeinander abgestimmt, schließlich residieren in dem Luxushotel nur die vornehmsten Gäste. Sie werden sorgfältig ausgewählt, damit man unter sich ist und sich nicht mit Kreti und Pleti an den Frühstückstisch setzen muss.

Erstens kommt es anders …

c-birgit-ebbert-p1370528Tja, da wird doch gleich zu Beginn der Vorstellung das schöne Konzept des Luxushotels von Gretel Steinschläger durchbrochen, die auf Einladung einer anfangs nicht näher benannten „Dampfwalze“ das Etablissement aufsucht. Mit Wanderoutfit, Rucksack und Thermoskanne passt Gretel, von Beate Wiese wunderbar resolut-komisch dargestellt, nicht so recht in die Hotellobby. Entsprechend zurückhaltend reagieren auch die beiden Gäste, die wie Gretel auf die Hoteldirektorin warten. Indra Janorschke schafft es ihrer Mara Lange genau die richtige herablassende Freundlichkeit zu verleihen, die in die Situation passt. Auch Jan Philipp Keller verkörpert den zweiten Gast Carlo von Hufenstein Oberbüttel so geschickt, dass man sich nie sicher ist, ob er ein kluger Hochstapler oder ein hochstapelnder Dummkopf ist. c-birgit-ebbert-p1370550Er erzählt haarsträubende Geschichten, die schon wieder wahr sein müssen, weil sich solch einen Schwachsinn niemand ausdenken kann. Zusammen mit der bezaubernden Sarah Pennisi, die ihre Rolle als snobistische Hoteldirektorin wunderbar umsetzt, bilden die drei Hotelgäste das Personal des Stückes. Zwischen wem sich ein „Heißer Flirt“ anbahnt, wird schnell klar, aber wer die „fette Beute“ einheimst, darüber dürfen die Zuschauer rund 100 Minuten grübeln.

… und zweitens als man denkt

c-birgit-ebbert-p1370738Wer schon das eine oder andere Stück aus der Feder von Indra Janorschke gesehen hat, ahnt bereits, dass sie es schafft, selbst bei nur vier Personen auf der Bühne, die Zuschauer an der Nase herumzuführen. Alle vier schleichen des Nachts durch die Hotelhalle und alle vier könnten den Raub begangen haben, der sich im zweiten Teil ereignet. Selbst Gretel Steinschläger steht im Verdacht, obwohl sie sich selbst zur Detektivin ernannt und Mara Lange zu ihrem Sergeant befohlen hat. Natürlich werde ich hier nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht. Nur das kann ich sagen: Es wurde sehr viel gelacht an dem Abend, wer in der ersten Reihe und am Rand saß, durfte spontan eine Nebenrolle spielen – nichts Schlimmes, nur den einen oder anderen berühmten Hotelgast. Ein witziges Stück, dessen verzwickte Story alle Darsteller überzeugend vermittelt haben, aber – soviel darf man sagen – die Königin des Abends war Beate Wieser, die die Knickerbocker-Lady Gretel Steinschläger genial verkörpert hat.

c-birgit-ebbert-p1380044Die nächsten Aufführungen:
04.12. 18.00 Uhr
07.12. 19.30 Uhr
26.12. 15.00 Uhr
30.12., 31.12. (15.00, 18.00, 21.00 Uhr)
29.01. 18.00 Uhr
17.02. 19.30 Uhr
03.03. 19.30 Uhr
09.04. 18.00 Uhr

Karten und weitere Informationen: www.theaterandervolme.de