(24.05.3015) An diesem Pfingstwochenende findet erstmals auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollern ein Historischer Jahrmarkt statt. Rund um die Maschinenhalle haben sich Schausteller mit ihren historischen Fahrgeschäften, Ständen und Attraktionen gruppiert. Die Fabrikgebäude im Jugendstil bilden eine wunderbare Kulisse für die alte Raupenbahn und den Selbstfahrer, ein Kinder- und ein Pferdekarussell, einen Kettenflieger und viele andere Stände, die ich mir wieder mal nicht aufgeschrieben habe, weil ich herumgebummelt bin und mich verplaudert habe.

Nachdem ich nämlich so früh in Dortmund war und noch nicht soviele Besucher eingetroffen waren, hatte ich endlich Gelegenheit, länger mit Gilbert Jakubczyk zu sprechen, dem ehrlichen Scharlatan aus Frankreich, der mit seinen Kunststücken die Besucher und natürlich auch mich gefesselt hat. Der Trick mit der Jacke und der Zigarette, der in Bochum bei mir eine Kindheitserinnerung heraufbeschworen hat, hat mich wieder fasziniert und das Publikum verblüfft. Zum ersten Mal gesehen, na, das ist falsch ausgedrückt, zum ersten Mal erlebt habe ich, wie Gilbert den dreifachen Salto seiner Floh-Seniorin Madame Fiffine kommentiert. Einfach herrlich. Nur noch zu toppen davon, wie er mal eben lässig eine Feuer-Stichflamme spuckte, die ich mit der Kamera eingefangen habe. Das, was ich über sein Leben als Gaukler erfahren habe, spare ich mir für einen Extra-Beitrag auf.

Sonst käme ich nicht mehr dazu, über die Show der Geschwister Weisheit auf dem Hochseil zu berichten, von der ich nur die Hälfte gesehen habe, der Motorrad-Act war mir zu spät, weil mein Schreibtisch doch sehr laut rief. Aber ich habe mitbekomen, wie die beiden jüngsten Kinder der Familie Weisheit über das Seil balancierten und der Rest der Familie atemberaubende Kunststücke hoch über unseren Köpfen vollführten. Es gehört schon Mut dazu, mit einem Fahrrad über das Seil zu fahren – nichts für schwache Nerven, weder auf noch unter dem Seil. Vielleicht bin ich auch deshalb so früh gefahren, weil meine Nerven für die Motorrad-Show nicht stark genug waren. Als ich diese vor einigen Jahren vor meinem Fenster erlebte, kam mir das Seil gar nicht so hoch vor wie auf Zeche Zollern neben dem alten Förderturm. Wer also Nervenkitzel liebt, kann in Dortmund am Sonntag und Montag eine gute Portion davon bekommen.

Neben dem Historischen Jahrmarkt laden übrigens die ständigen Präsentationen und die Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863-2013“ zum Betrachten ein. Es gibt also wirklich für jeden Geschmack etwas – auch zum Essen, am Rande bemerkt. Ich mag ja keine Pilze, aber die Champignons sind trotzdem zu empfehlen – ich durfte einen naschen, um zu prüfen, ob ich wirklich keine Pilze mag. Wenn man eine Champignonpfanne ohne Champignons essen könnte, hätte ich sofort zugeschlagen.

Ach, das war ein schöner Tag, über mein Gespräch mit Dr. Anne Kugler-Mühlhofer, der Leiterin des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern, berichte ich auch ein anderes Mal. Jetzt empfehle ich, gleich loszufahren und die frühe Stunde zu nutzen. Das Museum ist ab 10.00 Uhr geöffnet und der Historische Jahrmarkt ab 11.00 Uhr.

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Information über Zeche Zollern auf der Seite des Ruhr-Tourismus