Beim Zubereiten eigener Farben(17.06.2016) In der letzten Woche war ich für eine Auftragsreportage in der Grundschule im Kley in Hohenlimburg. Einen Vormittag lang durfte ich von Klasse zu Klasse gehen und zuschauen, was die Kinder dort erforschten, ausprobierten und erlebten. Sehr spannend, vor allem natürlich in der Lernwerkstatt, wo Wutbälle und Dosentelefone hergestellt und ausprobiert wurden. Mehr darf ich jetzt nicht verraten, schließlich erscheint die Reportage noch. Allerdings habe ich in einer Klasse versprochen, deren Farbexperimente nachzumachen, weil ich die Ideen so klasse fand. Außerdem bastle ich ohnehin gerade gerne und sammle vor allem Anregungen für meinen neuen Blog, der im Herbst starten wird.

Alles, was rot istDie Klasse hat sich auf verschiedene Weise dem Thema Farbe genähert. Die Kinder haben einen Farbkreis gezeichnet und gesammelt, welche Gegenstände es zu den Grundfarben gibt. Sie haben die Nuancen von Farben gesammelt und mit einem Lichtstrahler eine Farbinstallation initiiert, die ich leider verpasst habe. Als ich dort war haben sie Kunstwerke für die Ausstellung zum Abschluss der Projektwoche erarbeitet und dafür teilweise sogar die Farben selbst hergestellt. Ja, wirklich, sie haben aus Mehl, Wasser und Lebensmittelfarbe unter kräftigem Rühren Farbe hergestellt, mit der sie anschließend ein Bild gemalt haben. So etwas habe ich in der Schule nicht gelernt! Hier habe ich aufs Nachmachen verzichtet, das kann sich jeder so vorstellen.

Was man mit Farben alles machen kann

Strohhalmbild in der LieblingsfarbeEbenfalls nicht nachgemacht habe ich die Strohhalmbilder – ihr kennt das noch, man tropft Wasserfarbe aufs Blatt und verteilt sie über das Papier, indem man durch einen Strohhalm in die Farbe pustet. Auch auf eine „Klecksographie“ habe ich verzichtet, da hatte ich ja schon vor einiger Zeit in meiner Kindergartenmappe den Beweis gefunden, dass ich das kann – und ich habe in einem Blogbeitrag beschrieben, was es mit dem Begriff auf sich hat. Was ich ausprobiert habe, weil ich die Ideen so einfach und so genial fand, sind die Murmelbilder und die Krepppapier-Collagen.

MurmelbildFür das Murmelbild wird – wie der Name schon sagt – eine Murmel benötigt, darüber hinaus ein Blatt Papier und eine Schale sowie Acrylfarbe. Das Blatt wird in die Schale gelegt, darauf kommt die Murmel, die mit einem Klecks Farbe versehen wird. Nun wird die Murmel vorsichtig durch die Schale gerollt. Dabei gibt sie Farbe an das Blatt ab, sodass ein Muster entsteht. Je nachdem, wie lange man rollt und wie dickflüssig die Farbe ist, werden es dickere oder dünnere Streifen, die sich kreuzen. Wenn das Ganze fertig ist, kann man es an die Wand hängen, Lesezeichen oder Geschenkanhänger daraus basteln oder es der kleinen Schwester schenken, damit sie die Linien nachzeichnet und ihre Feinmotorik trainiert.

Farben aus Krepppapier

Bilder mit Farben durch KrepppapierMein absoluter Favorit ist das Bild mit Farben von Krepppapier. So einfach und so wirkungsvoll. Krepppapier wird in kleine Stücke gerissen. Ein Teil nach dem anderen wird auf ein weißes Blatt gelegt und mit Wasser besprüht (endlich eine sinnvolle Ergänzung für die leeren Flaschen des Glasreinigers :-)). Einfach trocknen lassen und das Krepppapier vorsichtig von dem Blatt abziehen. Das Werk ist fast zu schade, etwas damit zu machen, außer es an die Wand zu hängen. Aber es eignet sich auch zum Verpacken oder – quadratisch geschnitten – als Faltpapier. Ich habe das noch zusätzlich mit Zeitungspapier ausprobiert. Auch nicht schlecht, oder? Beim Nachmachen habe ich festgestellt, dass nasses Krepppapier wirklich sehr gut färbt, daher auf jeden Fall an eine wasserdichte Unterlage denken und das Papier mit einer Pinzette abziehen oder besser noch Bastelhandschuhe anziehen, denn die Farben des Krepppapiers haften auch an Fingern 🙂

Ich bin jedenfalls begeistert von den Werken der Kinder und von meinen eigenen Ergebnissen und denke schon darüber nach, künftig das Faltpapier für meine Faltexperimente selbst herzustellen. Viel Spaß beim Ausprobieren, der nächste Regentag kommt bestimmt. © Birgit Ebbert