Rose in Blumensprache kann viel bedeuten(15.07.2015) In meinem Ordner mit Unterlagen für Blogbeiträge gibt es ein dickes Mäppchen über die Sprache der Blumen. Ich weiß genau, dass ich für eine Geschichte recherchiert habe und weiß nun nicht mehr für welche. Aber ich habe in diesem Jahr auch so viele Geschichten geschrieben, dass ich langsam selbst den Überblick verliere und mich überraschen lasse, wo die Sprache der Blumen wieder auftaucht und vor allem, was ich mit den Blumen sagen lasse.

Die Ausdrucke habe ich aufbewahrt, weil mich so fasziniert hat, welche Bedeutung Blumen zugeschrieben werden. Ich werde nie wieder unbefangen Blumen kaufen können. Bisher habe ich mich immer davon leiten lassen, für wen die Blumen sind, wie lange sie im Auto transportiert werden dürfen und wie lange sie hübsch aussehen. Deshalb bekommt mein Vater fast immer Spinnen-Chrysanthemen aufs Grab. Vermutlich ist der Name nicht einmal Spinnen-Chrystantheme, sie könnte auch Igel-Chrysanthemen heißen. Das Besondere daran ist, dass ihre Blütenköpfe wie eine Ansammlung weißer Stacheln wirken, die nicht einfach abfallen oder matt herunterhängen, wenn sie lange stehen. Meine Igel-Spinnen-Chrystanthemen verfärben sich von weiß in rosa, wenn sie altern. Das wäre eigentlich auch eine schöne Idee für Menschen, wenn ich so darüber nachdenke. Wieso hat die Natur diesen Trick nur für Chrysanthemen erfunden?

Auch Tulpen haben eine BedeutungAber darum geht es jetzt nicht. So, da habe ich auf der Seite www.floristik-blumenstein.de schon gefunden, welche Bedeutung die Chrysantheme hat. In Japan heißt sie „Kiku“, Abendsonne, und da ist sie – angeblich – die Nationalblume. Stimmt das, ihr Japan-Experten? Sie ist das Symbol für Vollkommenheit und Unsterblichkeit, naja, eigentlich passt sie dann ja nicht auf den Friedhof, oder doch, denn die Erinnerung sorgt auch für Unsterblichkeit. Jedenfalls passt sie besser als Kamille, die Heilung und Linderung bringen soll, davon hat mein Vater nichts mehr.

Für alle, die ich nun angesteckt habe, ist hier ein Crashkurs in Blumensprache – damit ihr den nächsten Blumenstrauß richtig interpretieren könnt.

Callas: Früher galt die Callas als Blume der Unsterblichkeit, da wurde sie anscheinend von der Chrysantheme abgelöst, die ist auch preiswerter. Ob aber jeder weiß, dass die Callas heute für Schönheit und Anerkennung steht. Nicht, dass jemand die Blume kriegt und sich fragt, wieso der Schenkende es für nötig hält, ihm Unsterblichkeit zu schenken. Also gut aufpassen!

Freesien: Ich dachte immer, Freesien stehen nur im Garten. Nun weiß ich, deren Knospen sind so etwas wie verbale Streicheleinheiten, sprich, sie stehen für Zärtlichkeit, sagt das eine Blumensprachen-Wörterbuch, das andere behauptet, es verriete, dass man jemanden toll findet. Gibt es bei Fremdsprach-Wörterbüchern eigentlich auch solche Unterschiede?

Gerbera: Ha, die habe ich auch schon mal bekommen. Die Botschaft gefällt mir: „Durch dich ist alles noch schöner!“ Obwohl das natürlich auch falsch verstanden werden kann.

Iris: Na, das ist doch mal eine Blume mit handfester Botschaft, sie steht für Kreativität und gute Nachrichten. Bitte her damit, am liebsten mit Verlagsvertrag, Auftrag oder auch der Information, dass ich im Lotto gewonnen oder einen verschollenen Erbonkel habe. 🙂

Lilie: Achtung, noch eine Blume mit Fettnäpfchenpotenzial, wenn sich jemand nicht auskennt. Denn, die Lilie symbolisierte lange Eitelkeit. Hu! Wer wird schon gerne darauf angesprochen. Sie kann aber auch Licht, Reinheit und Unschuld bedeuten – mhm, in der heutigen Zeit auch nicht mehr unbedingt passend. Also lieber nur sehr ausgewählt verschenken. 🙂

Narzisse: Ich überlege gerade, wer mir mal eine Narzisse geschenkt hat. Sie steht nämlich für Eitelkeit und Egoismus. Aber vielleicht war es jemand mit chinesischen Wurzeln, in China soll die Narzisse nämlich Glück bringen. 🙂

Nelke: Lustig, erst war sie Symbol der Arbeiterbewegung, dann des Spießers, heute weiß man nicht so recht, da verleiht man ihr durch die Farbe eine Bedeutung, rot natürlich für die Liebe, grün (äh, habe ich noch nie gesehen!) für die Hoffnung, weiß ist die Treue – gut merken. 🙂

Rose: Nun geht es um die hohe Kunst der Liebesbeweise, rot ist klar, das ist eine Liebeserklärung, aber – guckt genau in euren Strauß! – weiß steht für eine Liebe, die nicht ausgesprochen werden kann und blau-lila (wo gibt es die denn?) bedeutet „Unerreichbarkeit“.

Tulpe: Ah, das ist endlich die Blume, mit der man nicht viel falsch machen kann, sie gilt als neutral und transportiert allerhöchstens eine kleine Botschaft über die Farbe. Vermutlich habe ich das doch mal in der Schule gelernt, ich mag Tulpen, weil ich nicht hinein geheimnissen muss, und verschenke sie am liebsten, weil ich da keine geheimen Botschaften ausstrahle, die selbst für mich geheim sind. 🙂 – Upps, auf einer anderen Internetseite wird behauptet, die Tulpe steht für Liebe und Zuneigung.

Also, ich schenke ab sofort nur noch Bücher! Es sei denn, es gäbe eine „Buchsprache“ – ein quadratisches Buch weist darauf hin, dass man abnehmen sollte, ein schmales Buch rät mehr Sport zu treiben … 🙂

Ich frage mich gerade, ob es eine App für die Blumensprache gibt. Die wäre schon sehr nützlich, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Meine Zusammenfassungen waren ja nur ein kleiner Teil dessen, was man im Internet über Blumensprache findet. Allein auf www.brauchtumsseiten.de werden 160 Pflanzen aufgeführt. Aber interessant ist es schon, oder?

Unten findet ihr die Links zu den Seiten, auf denen ich zur Blumensprache gestöbert habe – wie man am Beispiel der Tulpe sieht mit durchaus widersprüchlichen Ergebnissen. Am besten verschenkt man den Link gleich mit, wenn man einen Blumenstrauß überreicht. 🙂 Viel Spaß beim Blumen schenken. © Birgit Ebbert

Gärtnerei und Floristik Blumenstein

Blumensprache im Internetportal www.brauchtumsseiten.de

Sprache der Blumen

Und hier wird noch nach Farben innerhalb der Blumensorte unterschieden

Achtung, hier wird’s wissenschaftlich, ein Tutorial zur Blumensprache von der Uni Passau