(30.01.2019) Nun war ich also endlich in Gotha! Ich konnte es am Schluss kaum erwarten, mir einen ersten Eindruck von Menschen, Stadt und Wohnung zu verschaffen. Und was soll ich sagen: Ich bin begeistert und freue mich schon auf die nächsten Tage in Gotha.

Stadtschreiberin 2019 in Gotha

Im letzten Jahr habe ich mich um das Kurd-Laßwitz-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur beworben, das mit der Position als Stadtschreiberin verbunden ist. Und ich wurde ausgewählt! Treffsicher erreichte mich die Nachricht, als ich über die Frankfurter Buchmesse schlenderte. Inzwischen habe ich nicht nur eine E-Mail, sondern habe von Oberbürgermeister Knut Kreuch eine Urkunde in einer sehr eindrucksvollen Mappe bekommen. Das war am letzten Donnerstag im Rahmen der wöchentlichen Pressekonferenz, bei der die Heinrich-Heine-Stadtbibliothek ihren Jahresrückblick 2018 vorstellte. Für mich sehr praktisch, denn jetzt weiß ich, was mich in meiner Zeit in Gotha erwartet. Die ersten Termine habe ich bereits in meinen Kalender eingetragen und über eine Lesung haben wir auch schon gesprochen 🙂 Die Thüringer Allgemeine hat mich in eine Artikel vorgestellt, sodass ich jetzt doch glaube, dass das Ganze real ist und kein Traum. Zu meinen Aufgaben als Stadtschreiberin gehören Lesungen und Workshop, eine Kolumne in der Tageszeitung und das Schreiben eines Kinder- und Jugendbuches. Was genau das werden wird, weiß ich noch nicht. Ich habe ein paar Ideen und kann mich nicht so recht entscheiden. Da hoffe ich auf Inspiration, wenn ich beim nächsten Aufenthalt durch Gotha streife und das eine oder andere Kind treffe. In jedem Fall werde ich ein halbes Jahr in Gotha verbringen, einige Monate am Stück, aber im ersten Halbjahr immer mal wieder ein paar Tage oder Wochen, um typische Gothaer Events mitzuerleben. Da habe ich im letzten Blogbeitrag ja bereits einige notiert.

Mein erster Rundgang durch Gotha

Das Rathaus in Gotha und meine Wohnung liegen in der historischen Altstadt. Dementsprechend bin ich erst einmal durch den historischen Teil spaziert und habe dort schon viele Dinge gesehen, die mich neugierig gemacht haben. Hier ist ein kleiner Eindruck dessen, was mir schon nach dem kurzen Rundgang im Kopf herumspukt:

Das ist das Rathaus von hinten mit Zugang zum Rathausturm. Ein Besuch dort steht ganz oben auf der To-do-Liste 🙂

Das ist schon nur der erste Platz zum Gucken und Schreiben, den ich gefunden habe. Nun hoffe ich auf schönes Wetter, dann werde ich zur Outdoor-Schreiberin 🙂

Streetart gibt es auch! Was seht ihr in dem Bild? Ich habe bei der Pressekonferenz für große Heiterkeit gesorgt, weil ich das „Es“ für einen Eisbären hielt 🙂

Als ich den Stuhl sah, dachte ich sofort: Hier würde ich gerne einmal lesen. Ob das klappen wird? Ich werde jedenfalls dran arbeiten 🙂

Diesen Ort könnte man auch als „Lost Place“ bezeichnen, da juckt es mich schon in den Fingern, eine Geschichte dort anzusiedeln 🙂

Und direkt gegenüber geht es in die Kasematten. Na? Wisst ihr, was das ist? Ich werde an einer Führung teilnehmen und berichten.

Dieses Foto habe ich nicht wegen der Physiotherapie gemacht, sondern wegen der interessanten Fassadengestaltung. Ich habe bereits gehört, dass es eine Stadtführerin gibt, die sich sehr gut mit Hauszeichen auskennt. Das Thema ruht bei mir auch schon einige Zeit, ich bin gespannt, was ich in Gotha entdecken und erfahren werde.

Und dann ist da das Schloss mit dem riesigen Schlosspark – Kultur und Natur direkt nebeneinander. Da werde ich sicher viele Spaziergänge machen – mit und ohne Kamera – und im Schloss auf den Spuren derer von Gotha-Irgendwas unterwegs sein.

Ihr seht, eigentlich dürfte ich keine Langeweile bekommen. Zumal in der Nähe meiner Wohnung auch mindestens ein Buchladen mit Antiquariat ist und ich endlich mal in Ruhe in alten Büchern stöbern kann. Wer weiß, was ich da entdecke. Das Kino habe ich schon ausprobiert, da sitzt man gut und die Nachos sind lecker 🙂 In der Nachbarschaft meiner Wohnung ist das Frauenzentrum, indem es immer spannende Angebote gibt, und das KulturForum, das ich mir bei nächsten Mal anschauen werde. Einige Cafés habe ich auch bereits entdeckt, nicht nur dieses, das natürlich mein SammlerInnen-Herz höherschlagen lässt. Da muss ich auf jeden Fall hin! Hach! Ich freue mich – und lasse mich davon auch nicht dadurch abbringen, dass es hieß, die Gothaer sähen die schönen Seiten ihrer Stadt teilweise gar nicht. DAS kenne ich ja aus Hagen 🙂 – und vermutlich ist das überall so. So wie der Prophet im eigenen Land oft nichts gilt, gilt auch die eigene Stadt im Herzen ihrer Bürger oft nichts. Das ist wohl überall so – letztlich ist das wie mit der Lieblingsspeise, die man jeden Tag bekommt, irgendwann weiß man nicht mehr, wieso das die Lieblingsspeise sein soll. © Birgit Ebbert