(22.03.2015) Die Suche im Internet ist ähnlich wie die Suche nach einer Straße – oft landet man in interessanten Ecken oder auf Seiten, die einem sonst nie begegnet wären. So bin ich auf die Seite www.jugend1918-1945.de gestoßen. Dabei wollte ich eigentlich nur grob wissen, wie ich mir die Jugendzeit Herti Kirchners vorstellen muss. Aber dann bin ich wieder hängen geblieben und habe sonst nichts geschafft, aber dafür wieder etwas über die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts gelernt.

Die Seite ist ein Projekt des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Sie enthält Artikel über das Leben der Jugendlichen von 1918 bis 1945 und viele Lebensbeschreibungen, vorwiegend von damals jungen Menschen aus Essen. Aber das kann sich ändern, denn jeder ist aufgerufen, dem Projektleiter Martin Rüther, Materialien zu schicken oder Hinweise auf Zeitzeugen zu geben. Ich wünschte, die Seite hätte es bereits gegeben, als ich Anfang der 90er Jahre meine Dissertation schrieb und mir mühsam Informationen über die Jugend im Dritten Reich beschaffen musste.

Hier finden sich neben der Information über das Leben junger Menschen im Dritten Reich auch Ausführungen und Berichte zu  Themen wie:

Militarisierung vor 1933
Weimar – soziale Lage
Jüdische Jugend
Schule im Nationalsozialismus
Jugend im Krieg

Daneben werden derzeit 48 Menschen mit ihren Lebensgeschichten und manchmal auch Auszügen aus Tagebüchern oder eigenen Schriften vorgestellt, die zwischen dem Ende des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs Jugendliche waren. Sie schildern, wie sie die Anfänge des Krieges, den Krieg, die NS-Organisationen und Jugendangebote, Schule und Familie erlebt haben. Da wird Zeitgeschichte lebendig. Eine Internetseite, die alle Schulen in ihren Link-Kanon für den Geschichtsunterricht aufnehmen sollten. Ich habe die Seite für zukünftige Recherchen für Romane mit NS-Themen gebookmarkt und werde sicher noch oft dort stöbern. © Birgit Ebbert

Nachtrag am 10. Januar 2016 Internetportal „Westfälische Geschichte

Auch dieses Portal habe ich abgespeichert, weil es die Themen der Geschichte auf Westfalen runterbricht, vor allem bei meiner Recherche über die Nazi-Zeit gelange ich immer wieder auf das Portal „Westfälische Geschichte“ des Instituts für westfälische Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Es ist eine Fundgrube für alle, die zu einem historischen Thema recherchieren möchten und Artikel, Medien und Kopien von Originaldokumenten suchen. Ich erinnere mich gut daran, wie mühsam ich 2000 mit meiner Recherche zur Bücherverbrennung begann. Inzwischen findet sich in diesem Portal ein gut recherchierter Artikel mit Abbildungen von Zeitungsartikeln und Originaldokumenten. Eine wahre Schatzkiste für neugierige Menschen.

Über eine einfache Suche werden einem Beiträge zu einem gewünschten Thema angezeigt, daneben ist es aber auch möglich, in den Seiten zu stöbern und sich über verschiedene Quellen einer Epoche oder einem Ereignis zu nähern. Die Entwicklung von der Urgeschichte bis 1949 wird in mehreren interessanten Artikeln dargestellt, einer davon stammt – wie ich gerade gesehen habe – von dem Hagener Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Wissenschaft, Museen und Archiv der Stadt Hagen. (1939 – 1945 Heimatfront Westfalen – Zwischen Bombenkrieg und Endkampf).

Über die Zeitabschnitte hinaus werden Ereignisse, Orte und Personen in Artikeln ausführlich beleuchtet. Ich sag ja, eine Schatzkiste mit Suchtfaktor, passend für schlechtes Wetter, wenn es nicht darauf ankommt, ob man eine halbe Stunde mehr surft oder nicht.

Wer möchte, kann sich übrigens in eine Mailing-Liste eintragen und bekommt dann moderierte Informationen zur Geschichte in Westfalen.

Und hier für besonders Neugierige die Informationsbereiche im Überblick mit Direktlinks:

Das Portal gibt es seit November 2004, es ist kostenlos und kann ohne Anmeldung genutzt werden. Zielgruppe sind neben Menschen, die sich privat oder beruflich für die Geschichte Westfalens interessieren, vor allem Lehrer und Schüler, für die das Portal eine zuverlässige Recherche-Basis bildet. Betreiber der Seite ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bzw. das ihm angegliederte Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster. Aufgabe des Instituts ist es, die historische Entwicklung der Region zu erforschen und zu dokumentieren.

Weitere Informationen: www.lwl-regionalgeschichte.dewww.westfaelische-geschichte.lwl.org