(03.08.2015) Etwa seit ich in Hagen wohne, lese ich im Sommer in der Zeitung über den Zirkus Quamboni und nehme mir vor, ihn zu besuchen. Seit ich meinen Blog habe, will ich etwas darüber schreiben. In der letzten Woche habe ich nach dem Workshop zumindest schon mal hinter die Kulissen geguckt und mir von Michael Seegers, eineTeamer, die mir über den Weg liefen, ein paar Hintergründe erklären lassen. Der heutige Premierentermin am 3. August steht auf jeden Fall schon in meinem Kalender.

Kinder & Jugendliche als Artisten

Wie der Name vermuten lässt, treten im Zirkus Quamboni Kinder und Jugendliche auf, die fast ein Jahr lang für ihre Auftritte in der letzten Ferienwoche trainieren. Ich war bisher davon ausgegangen, dass die Kinder und Jugendlichen Tag für Tag von zu Hause kommen und mitmachen. Nun weiß ich, dass sie während des Zirkuscamps in den Wohnwagen wohnen, die mir immer auffallen, wenn ich durch die Elbershallen streune. Gut 40 Heranwachsende von 11 bis 17 Jahren leben dort für zwei Wochen und trainieren in der ersten Woche intensiv die Nummern, die sie im Zirkusprogramm in der zweiten Woche in acht Vorstellungen präsentieren.

Fast ein Jahr Training für acht Aufführungen

300 Kinder stehen auf der Warteliste für das Projekt, zu dem neben dem Zirkuscamp in den Sommerferien auch ein wöchentliches Training ungefähr ab den Herbstferien gehört. In den ersten Wochen können die Kinder „Genres“ ausprobieren (wieder ein Wort gelernt :-)), das sind zum Beispiel Jonglage, Kugellauf, Einradfahren, (Schwung-)Trapez, Vertikalschal, Diabolo, Tanz, Zigarrenkisten (darauf bin ich ja besonders gespannt) und natürlich Clowns. Rund drei Monate vor dem Zirkuscamp müssen die Teilnehmer sich auf ein Genre festlegen und von da an intensiv trainieren und auch schon an ihren Nummern arbeiten, schließlich ist auch im Zirkus das Handwerk die eine Seite einer gelungenen Show und die Choreographie die andere Seite.

Die Kids, die ich dort herumlaufen und trainieren sah, machten einen ziemlich motivierten Eindruck und auch Michael Seegers, der seit zwölf Jahren dabei ist, wirkte gut gelaunt und das, obwohl die Mitarbeit ehrenamtlich ist und er vermutlich, das habe ich nicht gefragt, seinen Urlaub dafür einsetzt. Er hat als Teilnehmer des Camps angefangen und kann heute – nach erfolgreichem Bewerbungsgespräch beim Zirkusdirektor – als Teamer das weitergeben, was er selbst von den Teamern mitbekommen hat. Ich bin sehr gespannt auf die Premiere und werde natürlich berichten, wie es dort war. © Birgit Ebbert

Aufführungstermine: 3.8. 19.00 Uhr, 4.8. 17.00 Uhr, 6.8. 15.00 + 19.30 Uhr, 8.8. 15.00 + 19.30 Uhr – 7.8. 17.00 Uhr Sondervorstellung „Panem et Circenses V“

Bericht über die Premiere des Zirkusprogramms

Weitere Informationen über den Kinder- und Jugendzirkus Quamboni