(09.11.2017) Beim Aufräumen meines Elternhauses sind mir einige Buchschätze begegnet, die ich beim Umzug von Stuttgart nach Bochum dort geparkt hatte, unter anderem zwei interessante Bücher über Papier. Dass sich die beiden Bücher in meinem Besitz befinden, zeigt auch, dass mich dieses Medium schon länger fasziniert und meine LiteraturArt und da PapierZen letztlich nur eine Fortsetzung des Interesses sind.

Papier wächst nicht auf Bäumen

Das Buch „Papier wächst nicht auf Bäumen“ von Paulette Bourgeois stammt aus dem Jahr 1990! Ich erinnere mich, dass ich es damals rezensiert habe, allerdings liest kein Computer mehr die Daten meines damaligen PCs 🙂 (Für Neugierige: Es war ein Schneider CPC 464, den ich mir 1986 für meine Diplomarbeit angeschafft habe und der als Drucker eine elektronische Schreibmaschine über eine Schnittstelle nutzte.) Also habe ich das Buch noch einmal gelesen, mein Fazit: Es ist auch heute noch empfehlenswert. An den Sachinformationen über die Geschichte des Papiers und die Herstellung hat sich ja auch nichts geändert, beides wird anschaulich und gut nachvollziehbar dargestellt.

Die Geschichte von Ts’ai Lun

Papier wächst nicht auf BäumenDieser Informationsteil wird aufgelockert durch amüsante Anekdoten wie die über den Chinesen Ts’ai Lun, dem man die Erfindung des Papiers zuschreibt. Seine Geschichte zeigt, dass er wohl auch der Erfinder des Selbstmarketings war 🙂 Um nämlich sein Papier bekannt zu machen und Kunden zu gewinnen, hat er seinen Tod vorgetäuscht. Als letzten Wunsch gab er an, man solle Papier auf seinem Grab verbrennen. Gesagt getan: Ts’ai Lun wurde begraben und nachdem über ihm Papier verbrannt worden war und sein Grab mit weißem Papierstaub bedeckt war, meldete er sich aus dem Grab, als habe das Papier ihn aus der Totenwelt zurückgeholt. Mal ehrlich, da würden auch heute noch Menschenmassen die Läden stürmen, um das wertvolle Gut zu beschaffen, oder?

Papier praktisch erleben

Neben spannenden Informationen über die Entwicklung und Herstellung des Papiers, bekommen die Leserinnen und Leser Anregungen für schöne Experimente und Zaubertricks rund um das Papier. Wie man z. B. mit Hilfe von Papier zwei Büroklammern verschränken kann, ohne sie zu berühren, oder wie man eine stabile Brücke aus Papier bauen kann. Die Leser erfahren einige über die Materialien, asu denen Papier entstanden ist und die Geschichte verschiedener Spezialpapiere, z. B. dass das erste Toilettenpapier für dessen Erfinder keine Erfolgsgeschichte war, weil die Menschen lieber Zeitungspapier nutzten statt Geld für Toilettenpapier auszugeben, und natürlich fehlt auch das Thema Papier-Recycling nicht. Falls euch das Buch irgendwo begegnet, solltet ihr unbedingt reinschauen.

Papier hat viele Seiten

Papier hat viele SeitenDie Informationen in meinem zweiten Buchfundstück „Papier hat viele Seiten“ von Ingrid Kesper sind vergleichbar zum ersten Buch, das ist ja auch klar. Was mich daran fasziniert hat, ist die Einbindung von Faltexponaten und Bastelanregungen mit dem fertigen Papier, wie man Pappmaché herstellt oder einen Kranich faltet 🙂 Genau, das war ja klar, dass mich das begeistert. Ok, vermutilch war es das, was ich so toll fand, dass das Thema Origami ausfühlich beschrieben wurde und schon auf der zweiten Umschlagseite eine Anregung zum Falten und Basteln der Leitfigur Knüddel zu finden ist. Das Buch hat Bilderbuchformat und ist innen durchgängig mit farbigen Zeichnungen illustriert. Auch eine interessante Lektüre, die sehr schön das Buch von Paulette Bourgeois ergänzt. Auch das Buch gibt es allerdings nur noch antiquarisch, aber vielleicht fällt es euch beím nächsten Flohmarktbesuch in die Hände.

Falls ihr in euren Regalen Bücher zum Thema findet, freue ich mich über jeden Hinweis, es ist nämlich nicht leicht, solche Bücher zu finden. © Birgit Ebbert