(13.04.2014) Als ich am Freitagabend den Modedesigner Michael Michalsky in „Aspekte“ sah, fiel mir unversehens mein Projekt „Kindheitsträume“ wieder ein, weil Michael Michalsky mir vor zwei Jahren seinen Kindheitstraum geschildert hat. Wie auch Christina Obergföll und einige andere, deren Kindheitsträume in Erfüllung gegangen sind.

Natürlich sind die Träume von Autoren in der Überzahl, das ist nicht verwunderlich, weil ich in verschiedenen Foren bin und weil mich diese Erfahrungen, dass mein Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, nicht unrealistisch ist, motivieren. Marliese Arold, deren Bücher ich schon vor 20 Jahren rezensiert habe, ist nur ein Beispiel dafür.

Faszinierend finde ich aber auch den Kindheitstraum von Anna-Lena, die schon immer in die Welt ziehen und mit Tieren leben wollte und das auch realisiert hat, oder von Karl-Heinz Hoffmann, der als kleiner Junge davon geträumt hat, Strom aus Wasserkraft zu erzeugen. Maria Köllner bin ich durch einen Artikel in ihrer eigenen Zeitschrift „Mensch & Natur“ begegnet, sie wollte immer auf einer Art Gutshof leben und hat sich diesen Wunsch auf erstaunliche Weise erfüllt.

Aber es gibt auch weniger spektakuläre Träume, deren Erfüllung für manche Menschen nicht weniger Kraft bedeuten, so träumte Klara in einem schwierigen Umfeld einfach nur von einem ruhigen Leben mit Büchern und Musik, während Makwati sich nach Bildung und Zugehörigkeit zum Establishment sehnte und Miriam Träume wahr werden lassen möchte.

Ach, es gibt so viele interessante Kindheitsträume und wenn ich mir die Übersicht anschaue, dann würde ich jeden Einzelnen oder jede Einzelne am liebsten fragen, wie es weitergegangen ist. Was aus der Buchhandlung von Nicole Pienkoß geworden ist und das Traum-Café „Fräulein Wild“ in Berlin von Anna-Maria Wild wollte ich auch immer schon besuchen.

Manche Kindheitsträume muten beim Lesen traurig an wie der von Rolf L., der seinem Traum, Fabrikbesitzer zu werden, ziemlich nah kam, aber sich auf den Weg machen und ein Ziel vor Augen zu haben, bringt große Erfüllung. Das wird auch beim Beitrag von Michaela Ustorf deutlich, die von der Teilnahme bei den Olympischen Spielen träumte, auch wenn ihr klar war, dass ihre Chancen auf einen Sieg winzig sind.

Ich darf nicht weiterklicken, sonst wird aus meinem eigenen Kindheitstraum nichts. Aber ich sammele weiter und vielleicht komme ich über die Feiertage ja doch dazu, einen Blick in die Ordner mit Ausdrucken und abgespeicherten Kindheitsträumen zu werfen und das Projekt fortzusetzen. Sollte ich, denn wenn ich mich recht erinnere, habe ich Mitte Mai eine Lesung mit einem Text zum Thema Lebensträume, der noch nicht geschrieben ist. Und wenn jemand Lust und Zeit hat, mir seinen Kindheitstraum zu schildern – nur her damit.

Übersicht der bisher gesammelten 50 Kindheitsträume

Die Bilder auf dieser Seite stammen übrigens von Armin Kaster, der sich in einem Kunstprojekt mit Kindern dem Thema „LebenBühnenBilder“ genähert hat. © Birgit Ebbert