Konstanze Adelt „Windräder“

(01.10.2013) Das Bild „Windräder“ von Konstanze Adelt, der jüngsten Künstlerin in der Ausstellung Hagener Künstler, war eines der ersten, vor denen ich länger stehen geblieben bin. Ich bin ein Windrad-Fan und finde, sie haben so etwas Majestätisches und das hat die Künstlerin in ihrem Holzschnitt gut eingefangen. Kein Wunder, ist sie doch extra ins Sauerland gefahren, um Windräder zu fotografieren, ehe sie sich daran gemacht, den Druckstock herzustellen. Während mich eher die Größe dieser Türme mit ihren Armen fasziniert hat, haben sich bei Konstanze Adelt die Bewegung und die Form im Kopf festgesetzt. Die Fotos dienten weniger als Modell, sondern eher als Erinnerung für die Proportionen und Anordnung. Das Bild, das sie schaffen wollte, war bereits in ihren Gedanken. Grob zumindest, denn so ganz lässt sich bei einem Holzdruck mit mehreren Farben nicht vorhersagen, wie das Ergebnis später aussieht. Ein kleiner Überraschungseffekt ist bei dieser Art zu arbeiten immer vorhanden.

Ja, diese Kunst ist wie viele andere auch Arbeit. Zunächst wird das Motiv auf der Holzplatte, hier aus Kirschbaumholz, vorgezeichnet. Mit den Schnitzwerkzeugen wird dann die Oberfläche weggeschnitten, um die Form – in diesem Fall die Windräder – herauszuarbeiten. Und dann wird alles oder auch nur ein Teil mit Farbe bestrichen und gedruckt. Das erste Mal mit der ersten Farbe. Danach heißt es warten, bis die erste Farbe getrocknet ist und die nächste Farbe gedruckt werden kann. Beim Druck bietet sich eine weitere Möglichkeit, mit dem Motiv zu spielen, indem einzelne Stellen einfach abgedeckt werden.

Der Überraschungseffekt entsteht vor allem durch die Handarbeit. Eine Maschine könnte programmiert werden, dass sie exakt an einer bestimmten Stelle den zweiten Druck vornimmt. Mit der Hand ist das nicht so leicht, schließlich sind ja weder der bisherige Druck noch das Motiv des Druckstocks zu sehen.

Konstanze Adelt, die in Hagen lebt und arbeitet, ist zum ersten Mal in der Ausstellung Hagener Künstler im Osthausmuseum vertreten. Schon als kleines Kind begann sie zu malen und zu zeichnen. Kein Wunder, stammt sie doch aus einer künstlerisch veranlagten Familie. Die hat ihre Begabung früh erkannt, vor allem da sie die Mitglieder mit mit besonders ausgefallenen selbstgemachten Geschenken beglückte. Meistens aus dem Bereich der Plastik.(z. B. eine Lourdes-Grotte aus Alufolie). Alles was sie gestaltet hat, war groß dimensioniert und großzügig verarbeitet, sodass es nicht übersehen werden konnte. In der Familie fand sie für ihre Tätigkeit immer volle Unterstützng, ihre Lehrer und Erzieher haben ihre Begabung nicht alle erkannt. Das hat sie jedoch nicht davon abzuhalten, ihren Weg zu gehen. Sie studierte in Dortmund Kunst mit den Schwerpunkten Malerei, Grafik, Kunsterziehung und Kunsttherapie und wünscht sich, das ihre Kunst von vielen Menschen wahrgenommen wird.

Bis Sonntagabend ist das noch in der Ausstellung Hagener Künstlerinnen und Künstler im Osthausmuseum möglich. Ich bin sicher, dass sich auch danach Gelegenheiten finden werden, ihre Werke zu betrachten.

Weitere Informationen über die Ausstellung: www.osthausmuseum.de