Kreisspiele und Spiellieder unter der Maitremse(20.07.2015) Das war typisch für mein erstes Halbjahr – kaum hatte ich eine freie Minute, da habe ich die Blogparade Kinder- und Familienspiele gestartet und dann fehlte mir die Zeit, selbst den ersten Beitrag zu schreiben. Kein Wunder, dass ich zwar viel positive Rückmeldungen, aber keinen einzigen Beitrag bekommen habe. Das Wetter wurde aber auch direkt danach so schön …

Damit das Projekt trotzdem vorankommt, habe ich mir gerade mal meine erste Liste angeschaut und mir die Kreisspiele und Spiellieder herausgepickt, die ich als Kind gerne gespielt habe. Ja, damals konnte man noch auf der Straße spielen und man tat es auch, heute sind solche Spiele selbst in Kindergärten eine Seltenheit.

Wer mitmachen möchte, findet hier die Informationen zur Blogparade und hier meine erste Liste der klassischen Kinder- und Familienspiele, die ich in Gesprächen, im Internet und in meinen Spielebüchern recherchiert habe.

Bei uns wurden Spiele wie „Wer will fleißige Handwerker sehen„, „Laurentia“ oder „Dornröschen war ein schönes Kind“ vor allem auch im Mai unter der Maitremse gespielt. Im letzten Jahr habe ich festgestellt, dass dieser Brauch in manchen Nachbarschaften in Borken heute wieder eingeführt wurde. Doch genug der Vorrede, hier sind meine ersten Spielbeschreibungen – ich gebe zu, ich habe es mir leicht gemacht und die Anleitungen aus meinem Buch „Kreisspiele und Spiellieder“ übernommen, das leider vergriffen ist.

Dornröschen war ein schönes Kind

Alle Spieler bilden einen Kreis. Jeweils ein Spieler wird eingeteilt, um Dornröschen, die böse Fee und den Königssohn zu spielen. Dornröschen setzt sich in die Mitte. Die in (( )) stehenden Anleitungen werden zu den Strophen ausgeführt

  1. Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind, schönes Kind.
    Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind.
    ((Alle Spieler tanzen im Kreis herum.))
  2. Dornröschen, nimm dich ja in acht, ja in acht, ja in acht.
    Dornröschen, nimm dich ja in acht, ja in acht.
    ((Die Spieler heben den Zeigefinger und schütteln ihn.))
  3. Da kam die böse Fee herein, Fee herein, Fee herein.
    Da kam die böse Fee herein und sprach zu ihr.
    ((Ein Spieler tritt als „böse Fee“ in die Mitte.))
  4. Dornröschen, schlafe hundert Jahr, hundert Jahr, hundert Jahr.
    Dornröschen, schlafe hundert Jahr und alle mit!
    ((Die „böse Fee“ reiht sich wieder in die Kindergruppe ein und Dornröschen legt sich schlafen.))
  5. Da wuchs die Hecke riesengroß, riesengroß, riesengroß.
    Da wuchs die Hecke riesengroß um das Schloss.
    ((Alle fassen sich an den Händen, tanzen zur Mitte, heben die Arme und bilden so die undurchdringliche Hecke.))
  6. Da kam ein junger Königssohn, Königssohn, Königssohn.
    Da kam ein junger Königssohn, sagte leis:
    ((Ein spieler steigt als „Königssohn“ durch die Hecke, und alle tanzen wieder auseinander und senken die Arme.))
  7. Dornröschen, schönes Mägdelein, Mägdelein, Mägdelein.
    Dornröschen, schönes Mägdelein, wache auf!
    ((Alle klatschen im Rhythmus und der Königssohn küsst Dornröschen.))
  8. Dornröschen wachte wieder auf, wieder auf, wieder auf.
    Dornröschen wachte wieder auf, wieder auf.
    ((Dornröschen und der Königssohn tanzen in der Mitte und alle anderen um sie herum.))
  9. Sie feierten ein großes Fest, großes Fest, großes Fest.
    Sie feierten ein großes Fest, Hochzeitsfest.
    ((Jeder sucht einen Partner und tanzt mit ihm.))

Laurentia, liebe Laurentia mein

Die Spieler stellen sich in einem Kreis auf und fassen sich an den Händen. Sie singen das Lied und gehen im Kreis herum. Bei dem Wort „Laurentia“ und bei jedem Wochentag gehen alle zusammen in die Hocke.

  1. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Sonntag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag wär‘
    und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  2. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Montag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag wär‘
    und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  3. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Dienstag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag, Dienstag wär‘
    und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  4. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Mittwoch!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch wär‘ und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  5. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Donnerstag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag wär’und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  6. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Freitag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag wär‘ und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!
  7. Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Samstag!
    Ach wenn es doch endlich schon Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag wär‘ und ich bei meiner Laurentia wär‘, Laurentia!

Wer will fleißige Handwerker seh’n

Die Spieler stehen im Kreis und klatschen im Takt zur Melodie. Im dritten Vers machen sie zu den Berufen jeweils die passende Bewegung, die hier in Klammern geschrieben wurde.

  1. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein.
    ((Hände übereinander schichten))
  2. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    O wie fein, o wie fein, der Glaser setzt die Scheiben ein.
    ((fiktive Scheibe greifen))
  3. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    Tauchet ein, tauchet ein, der Maler streicht die Wände fein.
    ((mit der Hand auf und ab wedeln wie mit einem Pinsel))
  4. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    Zisch, zisch, zisch, zisch, zisch, zisch, der Tischler hobelt glatt den Tisch.
    ((mit der rechten Hand hin und her fahren wie mit einem Hobel))
  5. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    Poch, poch, poch, poch, poch, poch, der Schuster schustert zu das Loch.
    ((beide Fäuste aufeinander schlagen))
  6. Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n.
    Stich, stich, stich, stich, stich, stich, der Schneider näht ein Kleid für mich.
    ((linke Hand zur Faust machen, mit der rechten Hand vorbeifahren, als würde man nähen))