(16.06.2014) Die meisten Kinder lieben Krimis, zumindest aber spannende Geschichte, das merke ich bei meinen als Krimi-Werkstätten getarnten Rechtschreibtrainings immer. Aber wir waren früher nicht anders und haben die „Fünf Freunde“ und andere Kinderkrimis verschlungen. Die Idee, ein Schreibtraining für Grundschulkinder mit Kriminalgeschichten zu verbinden, ist daher wunderbar. So wunderbar, dass ich kurz davor war, jede Seite zu bearbeiten – na, vielleicht nehme ich mir das für die Sommerferien vor. Ganz für mich allein oder in einem Kurs mit Dritt- und Viertklässlern. Annette Weber schafft es nämlich, sämtliche Textsorten, mit denen Schüler (und Lehrer) sich herumschlagen müssen spannend zu verpacken und mit kriminalistischem Flair zu versehen.

Ob kurze Texte wie SMS, Notiz, Einladung, Brief und E-Mail oder längere Erzählungen, ob Berichte oder Beschreibungen – selbst Sachtexte kann man mit Bezug zu Krimis schreiben! Da macht das Schreiben Spaß. Und das Unterrichten ebenfalls, denn das Heft besteht aus knapp 70 Kopiervorlagen, die Schülerinnen und Schüler gemeinsam oder allein bearbeiten können. Ein Regelkasten oben auf jeder Seite enthält die wichtigsten Informationen, die für die Lösung der Aufgabe nötig sind. Hinführende Arbeitsaufträge unterstützen zudem das selbstständige Arbeiten. Illustrationen und Texte werden dort eingebunden, wo sie für die Aufgaben nötig sind. Den Abschluss der DIN A4-Arbeitshilfe bilden Lösungen bzw. Lösungsvorschläge, sodass die Lehrpersonen sich rasch einen Überblick verschaffen können, ob die Schüler mit ihren Ergebnissen richtig liegen oder nicht.

Kurzum: Eine tolle Arbeitshilfe für Lehrerinnen und Lehrer, aber auch geeignet als Lernhilfe zum Selbstlernen. Ich werde immer wieder nach Material gefragt, mit dem schreibbegeisterte Kinder Schreiben üben können – das Buch ist so ein Material. Schade, dass ich es nicht vor vier Wochen auf dem Tisch hatte, als ich den Artikel über „Jugendliche Schreibtalente“ geschrieben habe. Aber ich bin sicher, dass das Buch seine Verbreitung finden wird.

Ich wollte von Annette Weber drei Dinge wissen, die sie mir erklärt hat. Vielen Dank.

1. Wie bist du auf die Idee für die Arbeitshilfe gekommen?
Die Idee entstand beim Verlag. Ich habe vor einiger Zeit verschiedene Bücher zum „Kriminellen lesen“ geschrieben – Kurzkrimis, die die Schüler zum genauen Lesen animieren sollten, denn nur so konnte man den Täter entlarven. Diese Bücher waren ein großer Erfolg. Daraus entwickelte sich dann auch „Kriminell gut rechnen“ oder „Kriminell gut experimentieren“, und nun eben „Kriminell gut schreiben“.

2. Welche der Übungen hast du in deiner Arbeit als Autorin und in deiner Zeit als Lehrerin eingesetzt?
Ich war ja sehr lange Lehrerin – fast 25 Jahre, und Krimis kommen bei Schülern immer gut an. Darum habe ich fast all diese Übungen auch in der Praxis eingesetzt. Natürlich nicht genau dieses Arbeitsblatt, das ist ja erst jetzt entstanden. Aber ich habe ein großes Repertoire an Unterrichtsideen.

3. An wen hast du gedacht, als du das Material entwickelt hast?
Das Material richtet sich sicherlich überwiegend an Grundschüler der 3. und 4. Klasse, eben dann, wenn man mit verschiedenen Aufsatzformen experimentiert. Aber sicherlich ist es auch noch in der 5. oder 6. Klasse einsetzbar.

Informationen über Annette Weber gibt es auf ihrer Internetseite und in ihrem Blog.