(19.09.2014) Wenn ich vom Friedrich-Ebert-Platz die Rathausstraße entlanggehe, treffe ich immer unausweichlich auf das Kind, das mit einem Buch in der Hand auf einem Regenbogen balanciert. Jedesmal nehme ich mir vor, endlich herauszufinden, was es mir der Skulptur auf sich hat. Dass sie etwas mit Kindern und Kinderrechten zu tun hat, ahnte ich schon – spätestens seit ich meinen Reporterraben Corvo in dem ausliegenden Buch der Kinderrechte fotografiert habe.

Ich wollte wissen, was hinter dem Projekt steckt und habe mir einige Surfminuten für die Kinderrechte gegönnt. Es stellte sich heraus, dass das Bronze-Kind zu dem Skulpturenprojekt „BalanceAkt Kinderrechte“ gehört. Neben dem Kind auf dem Regenbogen gehören dazu zwei Metallbücher, die an beiden Seiten des Hauptweges im Dr. Ferdinand-David-Park aufgestellt und blätterbar sind. Erst seit kurzem stehen an dem Weg entlang wieder die Metallstelen, auf denen jeweils eines der 10 Grundrechte für Kinder, wie sie die Vereinten Nationen sie am 20. November 1989 verabschiedet haben, zu lesen sind.

c-birgit-ebbert-IMG_9120Die Idee zu dem Skulpturenprojekt, das sich wunderbar in den Park zwischen Rathaus, Allerweltshaus und Haus für Kinder einfügt, stammt von Christa Burghardt, der Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Sie entdeckte bei einer Reise nach Smolensk eine Skulpturengruppe und fand, man könnte Ähnliches für Kinderrechte realisieren. Sie konnte den Freundeskreis Hagen-Smolensk und den russischen Künstler Alexander Parfeonov aus Smolensk für das Projekt begeistern. Von Alexander Parfeonov stammt die Skulptur, er ist Kunst-Dozent für Bildhauerei an der Staatlichen Universität in Smolensk und hat bereits einige Bildhauer-Wettbewerbe gewonnen. In Hagen gibt es neben dem Bronze-Kind zwei weitere Skulpturen von ihm, den „Jungen mit der Tröte“ auf dem Wihelmsplatz und die „Klugheit“ am Wasserband in der Hohenzollernstraße. Die Stelen hat der Hagener Designer Dirk Surma entwickelt.

Die Skulpturen-Gruppe besteht aus insgesamt 15 Elementen:

  • einer eta 150 cm großen Bronze-Skulptur, die ein Kind zeigt, dass ein Buch mit Kinderrechten in die Luft streckt und auf einem Regenbogen aus Beton, der mit Mosaiksteinen versehen ist, balanciert
  • zwei Metall-Ring-Büchern, in denen die Kinderrechte nachgelesen werden können
  • zwölf Stelen, auf denen neben einer Einführung in die Bedeutng der Kinderrechte jeweils eines der zehn Grundrechte steht.

Eingeweiht wurde das Projekt am Weltkindertag 2010 – das habe ich irgendwie verpasst oder ich war unterwegs. Aber dafür freue ich mich jedes Mal über das Kunstwerk, wenn ich meine Foto-Runde mache. Dementsprechend gibt es hier nun ganz unterschiedliche Bilder des Skulpturenparks aus unterschiedlichen Jahreszeiten und unter verschiedenen Blickwinkeln. © Birgit Ebbert

Artikel über die Entstehung der Bronze-Skulptur