Hagener wissen, dass ich ein Fan von Kunst im Raum bin und keine Gelegenheit auslasse, diese zu fotografieren. Ebingen ist in dieser Hinsicht ein Paradies für mich, schade, dass das Wetter keinen blauen Himmel im Hintergrund erlaubt. Aus der Not habe ich eine Tugend gemacht und Abendfotos gemacht.

Gleich unten an der Marktstraße begegneten mir auf dem Weg zum Bürgermeister die „Xingles“, farbenfrohe Figuren im Comicstil, die von vorne knuffig aussehen und erst von hinten ihr wahres Gesicht, äh, ihren nackten Hintern zeigen. Kein Wunder, dass sie nicht gerade aller Albstädter liebste Kunstobjekte sind. Ich finde sie pfiffig und für mich zeigen sie, dass die Albstädter sich etwas trauen. Entworfen wurden die Figuren 1991 von Ernst-Reinhart Bohlig. Damals sorgten sie für Missmut nicht nur wegen ihrer unbekleideten Hinterteile, sondern auch weil der Altstadtbrunnen, der sich dort befand, versetzt wurde.

Ein ähnlich freches Kunstwerk befindet sich am anderen Ende der Marktstraße. Es wurde von Peter Lenk geschaffen, einem Bildhauer vom Bodensee, der über die schwäbischen Grenzen hinaus bekannt ist – nicht zuletzt durch seine, teils frivolen, oft kritischen Werke. Ob die Skulpturen in Ebingen die Bürger aufgeschreckt haben, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht sind sie durch die „Xingles“ Kummer gewöhnt und wer hat schon Skulpturen von prominenten Politikern wie Claudia Roth, Joschka Fischer, Thilo Sarrazin und Stefan Mappus in seiner Stadt. Wer die Werke Peter Lenks kennt, ahnt allerdings, dass die Skulpturen nicht immer schmeichelhaft sind und eine versteckte Botschaft und Kritik am Verhalten der Dargestellten aussenden.

Zwischen diesen Kunstwerken gibt es aber auch Figuren wie den „Ausrufer“ nach dem historischen Vorbild Gottlieb Spannagel und den Pausen-Mann, wie ich ihn genannt habe, weil ich keine Beschriftung gefunden habe.

Der „Pausen-Mann“ ist eine lebensgroße Bronzefigur, die auf der Bank sitzt, seine Aktentasche samt Hut abgelegt hat und Zeitung in der Hand liest. Vielleicht kann mir einer der Albstädter noch verraten, was es damit auf sich hat.

Irgendwo muss auch noch ein Elefant stehen, den habe ich aber noch nicht entdeckt, aber vor einiger Zeit habe ich ihn bei Facebook gesehen. Auch da bin ich für einen Tipp dankbar. Als Elefantensammlerin kann ich mir den nicht entgehen lassen. Ich bleibe also auf der Jagd und vielleicht gibt es ja in den nächsten Tagen noch „Kunst im Raum – Teil 2“.