(06.10.2014) Eines kann man nicht sagen, dass in Hagen kunstmäßig nichts los wäre. Am Sonntag öffnete wie jeden ersten Sonntag im Monat das Kunst- und Atelierhaus im Kunstquartier seine Pforten für die Hagenerinnen und Hagen. Auch wenn nicht alle 24 Atelierräume geöffnet waren, gab es so viel zu sehen, dass ich zwischendurch eine leere Wand gesucht habe, um meine Sinne zu neutralisieren.

Anders als die benachbarten Museen ist das Kunst- und Atelierhaus Hagen eine private Initiative, die derzeit 33 Künstlern die Möglichkeit bietet, ungestört an ihren Werken zu arbeiten und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Künstlerhaus entstand 2007/2008, nachdem das Kunstprojekt, das dort vorher angesiedelt war, abgeschlossen war und die Vermieter Künstlern anboten, die Räume weiterhin zu nutzen. Das Interesse war so groß, dass sich eine Gruppe zusammenschloss und das Projekt in Angriff nahm. (Bild links: Rolf Zittrich)

Die Wächterin vor dem Atelier von Uwe Lex.

Am 17. Mai 2008 konnte das Haus mit einem großen Fest eröffnet werden, rund 15 der damaligen Künstler sind dort heute noch aktiv. Sie vertreten ganz unterschiedliche Stilrichtungen und Schwerpunkte, während der eine sich eher von Stimmungen leiten lässt und diese versucht, auf die Leinwand zu bringen, ist dem anderen wichtig, seinen Alltag wiederzugeben oder Denkthemen der Gesellschaft aufzugreifen. Durch diese unterschiedlichen Herangehensweisen ist jeder Besuch im Kunst- und Atelierhaus anders und inspirierend, zumal unabhängig von den Werkstätten in der Galerie an jedem Tag der offenen Tür eine andere Ausstellung gezeigt wird. Mal sind es Werke eines Künstlers aus dem Haus, mal sind dort Arbeiten externer Künstler zu sehen wie derzeit Bilder von Bewohnern der Lebenshilfe Rummenohl. Am 2. November, den Termin sollte man sich vormerken, wird es die Jahresausstellung geben, in der unter einem bestimmten Motto mehrere Mitglieder ihre Werke ausstellen.

Und Literatur an der Wand habe ich auch gefunden –
ich suche schon nach den Kalligraphie-Büchern meines Vaters, dann übe ich. (Künstler: ?)

Ich werde auf jeden Fall wieder hingehen, denn am Sonntag haben mich die Werke von Peter Dorn so fasziniert und sich auf die Netzhaut gebrannt, dass ich für die anderen Kunstwerke fast verdorben war. Ich gebe zu, ich liebe die Kombination aus Geometrie, Struktur und Natur schon immer und war daher fasziniert, wie er sie auf die Leinwand bringt. Die Bilder muss man sich ansehen, aber am besten am Schluss, weil sie so lange nachklingen, dass die anderen Werke sonst untergehen. Wie die Objekte von Susan Jacobsen und die Bilder von Rolf Zittrich, an denen ich mich auch kaum satt sehen konnte. Nicht zu vergessen, die interessanten Arbeiten vom KAH-Vorsitzenden Uwe Lex, der uns durch das Haus geführt hat, und vielen anderen. Ich habe mir fest vorgenommen, wann immer möglich am ersten Sonntag im KAH vorbeizuschauen und jedesmal einen anderen Künstler zu porträtieren. Mir werden die Themen für den Blog also nicht ausgehen. Es dauert aber, bis ich alle durch habe, daher mein Tipp: Nicht auf die Porträts warten, sondern selbst gucken und die Künstler anquatschen! © Birgit Ebbert

P. S. Ich war im Ferienmodus und habe nicht alle Künstler-Namen aufgeschrieben, ich hoffe, Uwe Lex kennt sie, dann trage ich sie nach.)

Weitere Informationen über das Kunst- und Atelierhaus, Links zu den Künstlern und Termine

Und noch ein paar Impressionen:

(links: Peter Dorn, rechts: Martin Völlmecke)

 

(links: Margit Hübner, rechts: Markus Schweitzer)

c-birgit-ebbert-IMG_5527  c-birgit-ebbert-IMG_5529

(Markus Pinter)

(links: Uwe Lex, rechts: Susan Jacobsen)