(25.10.2019) Heute wird der nächste Empfänger des Kurd-Laßwitz-Stipendiums bekannt gegeben, ich bin schon gespannt, wer meine Nachfolge antreten wird. Als ich das Stipendium bekam, kannte ich, ehrlich gesagt, Kurd Laßwitz nicht. Aber in Gotha ist er mir immer wieder begegnet. Wenn ich in den Park gehe, nutze ich den Kurd-Laßwitz-Weg und bei einem meiner ersten Rundgänge durch Gotha, stand ich auf einmal vor dem Ernestinum, dem Städtischen Gymnasium, in dem Kurd Laßwitz unterrichtet hat. Als ich auf dem Schild las, dass er Naturwissenschaftler, Pädagoge und Schriftsteller war, habe ich mich sehr amüsiert. Gut, dass ich für die Bewerbung keine Schulzeugnisse einreichen musste, die Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern hätten Herrn Laßwitz keine Freude bereitet. Aber mein Abschluss als Diplom-Pädagogin und meine Promotion zur Dr. paed. über Erich Kästner hätte das vielleicht rausgerissen. 🙂

Ein vielseitiger Geist

Kurd Laßwitz ist am 20. April 1848 in Breslau als Sohn eines Eisenwarengroßhändlers geboren. Schon als Kind schrieb er seine ersten Gedichte, später wandte er sich vor allem der utopischen Literatur zu, ist das eigentlich das gleiche wie Science-Fiction? Dann wäre er einer der ersten Science-Fiction-Autoren mit seinem Roman „Auf zwei Planeten“, der 1897 erschienen ist – Wahnsinn, noch bevor Erich Kästner geboren wurde!

Interessant finde ich, dass Laßwitz neben Naturwissenschaften auch Philosophie unterrichtet hat, wobei das vielleicht nur aus heutiger Sicht auffällig ist. Wenn ich mich recht entsinne, war es früher üblich und gewünscht, Naturwissenschaften mit Geisteswissenschaften zu verknüpfen. In enem Artikel Beitrag über ihn wird explizit die „Mittwochsgesellschaft“ erwähnt, in der er Mitglied war und für die er über 50 Vorträge und Lesungen durchgeführt hat. Ob es die Mittwochsgesellschaft noch gibt? Ab auf die Frageliste 🙂 In der Bibliothek werde ich außerdem nach den beiden Märchensammlungen von Kurd Laßwitz Ausschau halten. Ok, vielleicht doch lieber in der Forschungsbibliothek statt in der Stadtbibliothek oder bei einem der Antiquariate in der Stadt, doch die sind ein anderes Thema 🙂 Auf jeden Fall werden mir in den letzten Wochen in Gotha die Fragen nicht ausgehen! Ok, ich habe mehr gesehen, erlebt und erfahren, als ich hier gepostet habe. Wie es auf dem Hauptfriedhof war, erzähle ich in der Kolumne, die morgen erscheinen wird, und auch sonst habe ich die Themen aufgeteilt zwischen Kolumnen und Blog. Eine Übersicht meiner Kolumnen findet sich auf der Seite der Stadt Gotha. Zugegeben, mit einem eher kulturellen Schwerpunkt, aber über einige Themen hätte sich sicher auch Herr Laßwitz gefreut, der am 17. Oktober 1910 in Gotha gestorben ist. © 25.10.2019 Dr. Birgit Ebbert