(24.05.2019) Ok, der Titel des Beitrags ist ein wenig hochgegriffen, obwohl – Dario Weberg ist gestern Abend in die Rolle von Kurt Tucholsky geschlüpft und das zum 30. Geburtstag des Freundeskreises Schlossspiele Hohenlimburg e. V. Die Schlossspiele selbst gibt es bereits seit 1954, doch seit 30 Jahren ist der Freundeskreis Veranstalter dieses traditionellen Events. Aus einem Programm, das anfangs Märchen und klassische Dramen umfasste, wurde ein Festival mit Theater, Musik, Tanz, Humor und viel Begegnung.

Hommage an Kurt Tucholsky

Dass ich einen Abend über Kurt Tucholsky besuchen musste, ist ja klar. Er lebte in der Zeit, in der ich mich in der Schreibstube gerade befinde, und seine Bücher wurden 1933 bei der Bücherverbrennung, mit der ich seit 20 Jahren beschäftige. Deshalb habe ich mich auf den Weg nach Hohenlimburg gemacht und endlich auch das gemütliche Café Wohlbehagen am Schlossberg kennengelernt. Und ich habe es nicht bereut, Dario Weberg hat das Leben von Kurt Tucholsky auf interessante Weise verdichtet und dabei Tucholsky-Texte mit Schilderungen seines Lebens verbunden. Manches wusste ich auch noch nicht über Tucholsky, obwohl ich mich seit Jahren intensiv mit ihm und seinen Werken beschäftigt habe. Die Schilderung aus der Sicht des Schriftstellers wurde ergänzt um Musik am Flügel von Martin Brödemann, sodass wir Zuschauer zwischendurch die Informationen sacken lassen konnten. Eine  Geburtstagsveranstaltung ganz nach meinem Geschmack, 🙂 ich habe meinen 50. Geburtstag ja auch mit einem Erich Kästner-Programm im Theater an der Volme gefeiert. @Dario, Kästner könntet ihr auch mal wieder aufnehmen. 🙂 – Zum 40. Geburtstag habe ich übrigens von meinen KollegInnen eine Ausgabe der Weltbühne mit Texten von Tucholsky bekommen, das nur, weil es grad so gut passt 🙂

Ausblick auf die Schlossspiele Hohenlimburg 2019

Die Veranstaltung diente auch dazu, an die Schlossspiele 2019 zu erinnern, die in drei Monaten beginnen werden. Die diesjährige Eigenproduktion ist ein moderner Klassiker, Warten auf Godot. Darauf bin ich sehr gespannt, zum letzten Mal habe ich das Stück im Schauspielhaus Bochum mit Harald Schmidt gesehen 🙂 Auch in Hohenlimburg wird ein TV-Prominenter dabei sein. Der Schlossspielverein konnte Martin Semmelrogge verpflichten, den ich mir – wie damals Harald Schmidt – gar nicht in dem Stück vorstellen kann. Neben Warten auf Godot wird es einen weiteren klassiker geben „Der Eingebildete Kranke“ von Moliére. Das Theater an der Volme zeigt im Schlossspiel-Ambiente den „Sketch Comedy Club“ und für Kinder wird „Polly und der Blitz der Raupen“ und „Motte will mehr“ gezeigt. Für ältere Schüler begibt sich „Faust“ auf die Bühne. Wer nicht soooo auf Theater steht, kann sich über den Film „Moderne Zeiten“ in der Open Air Filmnacht freuen, das Rock-Pop-Konzert „Acoustic“, die zweit „Celtic Night“, Traumtänzerein der Tanzetage, das musikalische Kabarett „Carmela de Feo la Signora“, „Daltons Orckestrar“, die Comedy „Als der Walkman laufen lernte“ und natürlich den beliebten Jazzfrühschoppen zum Abschluss. Angesichts des spannenden Programms tut es mir fast leid, dass ich in der Zeit in Gotha sein werde, die Premiere schaue ich mir natürlich an, aber dann sause ich nach Gotha zum Barock-Fest auf Schloss Friedenstein – auch schön, oder? © Birgit Ebbert

Das Programm im Überblick

Link zum Programm der Schlossspiele Hohenlimburg