Zubehör für meine Lesung(25.10.2012) Heute hatte ich ein ganz besonderes Erlebnis, ich habe in dem Gymnasium, das ich selbst besucht habe, vor 300 Fünft- und Sechtklässlern gelesen. Eine echte Herausforderung, denn die Veranstaltung dauerte immerhin 90 Minuten. Aber ich hatte ja „Miekes genialen Anti-Schüchternheitsplan“ und ein Mikrofon mit langem Kabel. So konnte ich abwechselnd aus dem Buch vorlesen, etwas aus meiner Schulzeit erzählen und die Schülerinnen und Schüler befragen.

Doch ehe ich mit dem Lesen begonnen habe, musste ich klären, ob Kinder unter den Zuhörern waren, die wie meine Hauptfiguren „Mieke“, „Anna“ oder „Kris“ hießen. Bei „Anna“ haben sich am meisten gemeldet, aber alle haben beteuert, dass sie mich nicht kennen und ich habe erklärt, dass ich sie nicht kenne. Dennoch wurde immer wieder gekichert, wenn beim Vorlesen einer der Namen auftauchte.

Da ich selbst als Fünftklässlerin eher eine „Mieke“ war, hat mich besonders beeindruckt, wie viele Kinder sich meldeten, als ich um Tipps für Miekes Plan bat, als ich wissen wollte, was sie den ganzen Tag tun und als ich mich nach ihren Träumen erkundigte – danach könnte das Remigianum locker eine gemischte Nationalmannschaft im Fußball auf die Beine stellen. Ich werde das auf jeden Fall im Blick behalten.

Bei der Vorbereitung auf die Lesung habe ich mich erinnert, dass ich mit 13 Jahren auf derselben Bühne gestanden habe. Damals durfte ich im Rahmen der 750-Jahr-Feier bei einer Veranstaltung in der gefüllten Aula ein plattdeutsches Gedicht vortragen. Wenn einer der Schüler gefragt hätte, hätte ich es sogar noch heute rezitieren können. Soviel zum Thema Gedichte auswendig lernen.

Am Ende der Lesung haben die Schüler noch sehr kluge Fragen gestellt, unter anderem danach, wann ich mein erstes Buch angefangen habe (angefangen mit 11 Jahren, es ist aber nie fertig geworden), wie viele Bücher ich schon geschrieben habe (geschätzt 25), ob ich auch gerne Bücher anderer Autoren lese (ja, sehr gerne, vor allem die von Autoren, die ich persönlich kenne). Die beste Frage kam von einem Jungen, der wissen wollte, ob ich etwas aus den Büchern der anderen Autoren lernen würde. (ja, ich bin immer neugierig, wie sie was beschreiben).

Die Zeit war viel zu schnell um, ganz zum Schluss zerrten noch drei Mädchen ein viertes zu mir hin. Sie wollten für das vierte Mädchen wissen, was es tun muss, um einen Verlag zu finden. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, welches die größte Veränderung ist, seit ich in die fünfte Klasse ging: Heute gibt es das Internet. Ich konnte dem Mädchen gleich ein paar Tipps geben, wo sie Informationen findet. Wenn ich daran denke, wie lange ich damals nach der Adresse eines Schriftstellers oder der Adresse eines Verlags suchen musste.

Ein schönes Lese- und Revival-Event, im November werde ich dann beim Jahrgangstreffen meine ehemaligen Mitschüler treffen.

Das ist übrigens die Schule: http://www.remigianum.borken.de/remigianum