Liebling(25.03.2017) Im Mittelpunkt der gestrigen Premiere im Theater an der Volme stand ein Parfum, na, sagen wir besser ein Parfümhersteller namens Frank Tasser. Dabei glänzte dieser durch Abwesenheit, weil er Besseres zu tun hatte und mit seinen wechselnden Freundinnen beschäftigt war. Das zumindest lässt das Szenario auf der Bühne erahnen, wo sich in kurzer Zeit neben Ehefrau und Tochter die eine und andere Geliebte einfindet.

Liebling Parfümfabrikant

Natalie Havel & Carola Schmidt

Doch beginnen wir vor vorne. Frank Tasser, so erfahren wir gleich im ersten Bild, hat seiner Frau Ottilie und seiner Tochter Hermine mitgeteilt, dass er sie verlassen wird. Die Parfümfabrik soll verkauft werden, damit er sich ein Liebesnest in der Karibik einrichten kann. Verständlich, dass die Familie zornig ist, wobei Ottilie die Situation gelassener nimmt als ihre Tochter Hermine, die förmlich vor Wut platzt. Sie klagt ihrer Freundin Eva ihr Leid. Doch je mehr Hermine die Pläne ihres Vaters anprangert, umso glücklicher wirkt Eva. Sie wird doch nicht die unbekannte Geliebte sein? Dazu sage ich natürlich nichts.

Gemeinsam sind sie mörderisch

Birgitt Belter & Ariane Raspe

Nur soviel kann ich verraten: Es steht an dem Abend mehr als eine Geliebte auf der Bühne. Nach der ersten Empörung beschließen sie zusammen mit Franks Tochter Hermine, Frank und seine aktuelle Freundin umzubringen. Nachdem Erschießen mangels Waffe und auch andere Todesarten ausgeschlossen werden können, bleibt am Ende Schierling und die Planung kann beginnen. Ob sie erfolgreich sein werden? Ob Frank Tasser vielleicht als Leichenpuppe die Bühne betritt, wo als Darsteller nur Frauen aufgeführt werden? Das muss jeder selbst erleben, aber soviel kann ich versprechen, es wird ein heiterer Abend.

Eine witzige Frühlingskomödie

Karolin Kersting & Ariane Raspe

Ja, es war ein fröhlicher und lustiger Abend mit der Komödie „Liebling verdufte“ aus der Feder von Indra Janorschke, inszeniert von Dario Weberg. Die Geschichte, die Kulisse und die Kostüme, die Stoffträume für die der Darstellerinnen kreiert hat, strahlten eine Leichtigkeit aus, die zum Frühlingsabend und zum Thema passte: Parfüm. Und die Darstellerinnen, von denen drei ihr Debüt auf der Bühne im Theater an der Volme gegeben haben, haben es geschafft, die Leichtigkeit ins Spiel zu übertragen. Carola Schmidt sorgt als zornig-resolute Tochter Hermine dafür, dass die Geschichte in Fahrt kommt. Ariane Raspe als Sandra, die mondäne Geliebte Nummer 1, nimmt die Fäden in die Hand. Karolin Kerstin gibt bei ihrem Debüt überzeugend Sandras naive Schwester Dani. Birgitt Belter schafft es bei ihrem ersten Auftritt auf der Hagener Bühne Ehefrau Ottilie stimmig zur Geschichte darzustellen, indem sie sich wie die Klischee-Ehefrau eines Fabrikanten still im Hintergrund hält. Und Natalie Havel schlüpft bei ihrem ersten Engagement im Theater an der Volme in die Rolle von Hermines pfiffiger Freundin Eva. Ein gelungenes Beispiel dafür, dass reine Frauenpower auch auf der Bühne funktioniert. © Birgit Ebbert

Weitere Termine: 08.04., 13.05., 20.05., 02.06., 01.07., 13.08.

Karten und weitere Informationen: www.theaterandervolme.de