LitMotion Auswahl(08.08.2016) Heute begann also unser Literatur-Tanz-Workshop-Experiment LitMotion in der Stadtbücherei Hagen. Kurz zur Erinnerung: Die Stadtbücherei Hagen hatte die Idee, Literatur und Tanz und/oder Bewegung irgendwie miteinander zu verbinden. Sie hat mich für den Bereich Literatur und Mona Stöcker von mstage für die Bewegung ins Boot geholt und wir können nun sehen, wie wir Literatur bewegt kriegen 🙂 Bei meiner Recherche zur Vorbereitung habe ich nicht viel mehr festgestellt, als dass dies ein eher seltenes Unterfangen ist, was wir da vorhaben. Aber ich bin zuversichtlich, der erste Tag war schon super und ich glaube, dass alle 13 Teilnehmerinnen – 13 ist eine Glückszahl! 🙂 – tolles Potenzial haben und bin sehr zuversichtlich, dass wir ein schönes Ergebnis zustandebringen.

Die Teilnehmerinnen von LitMotion

c-ulrich-wens-P1320374Die Teilnehmerinnen sind zwischen 10 und 15 Jahre alt. Fast alle schreiben gerne und haben schon Romane, Gedicht oder Kurzgeschichten geschrieben. Ich habe gleich wieder etwas Neues gelernt: WattPad. Das ist eine Plattform für „Leser und Autoren“, wie es auf der Seite heißt, auf der man Geschichten hochladen und zur Diskussion stellen kann. Zwei der Teilnehmerinnen sind dort angemeldet und haben gleich ihre Nutzernamen ausgetauscht. Ich bin sehr gespannt auf die Texte, die wir morgen schreiben werden. Alle Teilnehmerinnen – mich ausgenommen 🙂 – sind sportlich. Einige tanzen, turnen, machen Leichtathletik oder – Achtung, wieder etwas Neues gelernt: Rope Skipping, auch deutsch: Seilchen springen. Ja, das ist eine neue Trendsportart – mal sehen, vielleicht hat Mona in ihrem Studio ein Seilchen, dann könnte ich mir das mal vorführen lassen. Hagen soll, so wusste Mona, sogar eine gute Rope Skipping Mannschaft haben. Auf der Seite vom DKJ Tus 03 Hagen gibt’s mehr dazu.  Bei diesen Voraussetzungen kann das Projekt nur gelingen. Damit sich die Mädchen besser kennen lernen, haben sie sich heute erst einmal interviewt und Mini-Porträts über einander geschrieben, weil unser geplantes Fotobuch ja auch eine Autorenseite haben soll. Die Seite ist schon fertig!

Die Basistexte für unsere LitMotion

c-ulrich-wens-P1320376Zum Tanzen braucht man Musik und um diese mit Literatur zu verbinden, haben sich Andrea Honickel und Markus Suplicki von der Stadtbücherei in die Musikvorräte gestürzt und am Ende die „Winterreise“ von Franz Schubert ausgewählt. Ja, keine leichte Kost, immerhin hat Schubert die Musik und Wilhelm Müller die Texte vor etwa 200 Jahren geschrieben. Aber der Zyklus besteht aus vielen kurzen Texte, die auch für sich stehen und die Themen aufgreifen, die junge Menschen auch heute beschäftigen wie Einsamkeit, Abschied, sich selbst treu bleiben. Ungewohnt war vor allem die Tenorstimme, wir haben eine Interpretation von Jonas Kaufmann gehört. Wir haben auch nicht alle Stücke vollständig gehört, sondern schon beim Anhören eine Auswahl getroffen. Die Teilnehmerinnen hatten die Texte und konnten sie mitlesen und gleich mit einem Symbol kennzeichnen, ob ihnen Musik und Text gefielen. Soviel kann ich verraten: Zurzeit sind noch vier Lieder im Rennen: „Erstarrung“, „Rückblick“, „Der stürmische Morgen“ und „Mut“. Den heutigen Tag haben wir damit beendet, dass jeder einen der Texte gelesen und in einem Satz zusammengefasst hat. Morgen geht es nun daran, das wofür die Texte stehen in eigene Texte zu übertragen.

Mehr dann morgen – hoffentlich mit einer ebenso positiven Grundstimmung nach dem Vormittag 🙂

c-ulrich-wens-P1320386Franz Schubert und Die Winterreise im Goethezeitportal
Jonas Kaufmann „Erstarrung“ aus der Winterreise bei YouTube 
Hans Hotter „Rückblick“ aus der Winterreise bei YouTube 
Dietrich Fischer-Dieskau „Der stürmische Morgen“ aus der Winterreise bei YouTube
Thomas Quasthoff „Mut“ aus der Winterreise bei YouTube 
Piano-Version der Winterreise

Fotos in diesem Beitrag: Ulrich Wens www.moment-aufnahmen.info