LitMotion - Namen in Bewegung bringen(11.08.2016) Nachdem am Montag und Dienstag der „Lit“-Teil in LitMotion im Mittelpunkt stand, begann heute der Übergang vom Text zur Musik im Studio von mstage in der Wippermann-Passage. Vorweg gesagt: Ich bin beeindruckt, was Mona Stöcker in so kurzer Zeit mit den Teilnehmerinnen im wahrsten Sinne des Wortes „bewegt“ hat.

Tanztheater nach Pina Bausch

Zur Einstimmung schilderte eine der Teilnehmerinnen ihre Erfahrung damit, einen Text in Bewegung und Tanz umzusetzen, das hat mich schon sehr optimistisch gestimmt, dass unser Projekt gelingen kann. Und ich glaube, der Bericht hat auch die anderen etwas zuversichtlicher gestimmt, denn irgendwie waren alle doch ratlos, ob das klappen wird, war wir uns vorgenommen haben. Erst recht zuversichtlich waren wir, nachdem Mona Stöcker von Pina Bausch erzc-UWens_LitMotion_0004ählt hat, der Tänzerin und Choreografin, die zuletzt in Wuppertal ein weltberühmtes Ensemble geleitet hat. Ich habe gerade nachgeschaut, 1976 hat sie bei einem Brecht-Weill-Abend die Basis für ihre Form des Tanzes gelegt, bei dem Tanz und Texte miteinander verbunden werden. Und genau das versuchen wir in unserem Projekt auch. Nebenbei bemerkt, weiß ich noch genau, wann ich das erste Mal von Pina Bausch hörte: Mitte der 80er Jahre. Ich saß im Zug von Wuppertal nach Borken und in meinem Abteil saßen Tänzer des Pina Bausch-Ensembles, die mir von ihrer Arbeit erzählt haben. Doch zurück zu unserer Arbeit.

Textliche Einstimmung

c-UWens_LitMotion_0001Um den Übergang vom Text zur Musik zu finden, haben sich die Teilnehmerinnen an das erste Lied aus der Winterreise erinnert, das wir ausgewählt haben: „Erstarrung“. Jede sollte sich an ein Wort erinnern, das für sie das Gefühl zu dem Text besonders beschrieben hat: Schmerz, Trauer, Kälte, Eis, Mut, Verzweiflung und Stehenbleiben fielen den Mädchen ein.

Namen in Bewegung bringen

Nein, die Namen wurden nicht Buchstabe für Buchstabe getanzt, sondern. Aber halt, vorher gab es noch eine turbulente Aufwärmübung. Immer zwei Mädchen durften sich durch das Studio ziehen, drücken, schieben und schubsen und mussten wie kleine Denkmale zwischendurch kurz in der Bewegung innehalten. Das diente nicht zur Entspannung, sondern dazu, die Körperspannung aufzubauen, damit die Bewegungsabläufe später besser gesteuert werden können. Und dann ging es los mit den Namen, die mit Bewegungsabläufen verbunden wurden. Je nach Anzahl der Silben des eigenen Namens durfte sich jede einen Bewegungsablauf ausdenken: Mo-Na war eine Drehung und ein Ausstrecken der Arme. Eine tolle Übung, die ich mir gemerkt habe, ich schließe nicht aus, dass sie zukünftig in meine Schreibworkshops eingebaut wird – vorausgesetzt, mir fallen zwei hübsche Bewegungen für meinen Namen ein J Die kleine Choreographie aus allen Namen sah jedenfalls super aus.

Vorbereitung für LitMotion

c-UWens_LitMotion_0008Zwischendurch dachte ich, dass manche Teilnehmerinnen sich nach demn ersten gemütlichen Schreibtagen zurücksehnen könnten. Gestern wurde es richtig actionreich. Nachdem die Namensgeschichte gut klappte, kamen Gummibänder ins Spiel. Wer es nachmachen möchte: Es wird einfach das übliche Gummizugband verwenden, das es im Stoffgeschäft gibt. Jede bekam ein solches Gummiband und sollte damit zunächst selbst wild hantieren und dann zu zweit oder in kleinen Gruppen. Auch hier stand am Ende eine gemeinsame Choreographie, die ziemlich klasse wirkte. Ich bin sehr zuversichtlich und sehr gespannt, wie das Ergebnis am Ende aussehen wird und kann schon verraten, dass jeder Neugierige die Gelegenheit haben wird, sich das anzuschauen. Wie und wann verrate ich dann im nächsten Beitrag. © Birgit Ebbert

Fotos: Ulrich Wens www.moment-aufnahmen.info

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