(13.12.2011) Ina Weintz, ehemalige Kriminalkommissarin aus Köln, hat sich nun also tatsächlich wieder in ihrer Heimatstadt niedergelassen, nicht zuletzt wegen ihres jüngeren Freundes. Mit der Großstadt hat sie auch ihre Tätigkeit als Kriminalkommissarin hinter sich gelassen und ist nun wieder im Streifendienst, von wo aus sie eine ganz neue Perspektive auf die Welt bekommt – und neuen Herausforderungen begegnet. Nun muss sie ihre Freundin davon abhalten, die Teilnehmer einer nicht angemeldeten Demonstration gegen ein Bauprojekt aufzuwiegeln. Leichter gesagt als getan.

Zum Glück kommt ein Steinewerfer dazwischen und sie muss sich anderen Aufgaben widmen, die sie leider nur noch mehr in die Bredouille bringen. Denn nun sieht sie sich einer anderen Freundin gegenüber, einer ehemaligen Freundin besser gesagt, denn diese Frau ist tot. Sie soll sich selbst umgebracht haben, doch Ina ist nicht ganz überzeugt. Sie gerät in eine Ermittlung, die sie immer wieder an ihre Grenzen bringt, ihr aber auch neue Begegnungen mit sich selbst bringen, sodass sie am Ende ohne Lebensgefährten mit Ziehtochter da steht.

Die ganze Geschichte rankt sich um ein Hotel, das mitten im Naturschutzgebiet gebaut werden soll. Eine Entscheidung, die Gegner auf den Plan ruft, aber auch Geldgier vermuten lässt. Und wie das in einem solchen Städtchen ist – alle kennen sich irgendwie und wirken dadurch verdächtigt. Diejenigen, die sich nicht kennen, die Polizeireferendarin und der Tourist, der die erste Leiche findet, verlieben sich ineinander, sodass wirklich keiner mehr durchblickt – oder durchblicken kann, bis am Schluss klar wird, wer hinter dem Ganzen Wirrwarr steckt.

Eine spannende Geschichte hat Elke Pistor sich da mit „Luftkurmord“ (Emons Verlag) wieder ausgedacht, unterhaltsam und mitreißend geschrieben, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Dass die Geschichte in der Eifel spielt, mag die Eifeler freuen, die Nicht-Eifeler stört es nicht, es regt sie höchstens an, vielleicht doch auch einmal zur Modellboot-Regatta anzureisen, die nicht erfunden ist wie der Rest der Story. Mit drei Fragen zum Buch wollte ich ein bisschen mehr über die Geschichte erfahren. Danke, Elke, für die Antworten.

Wieso hast du Ina Weintz nun von Köln in die Eifel ziehen lassen?

Die Figur der Ina Weinz hatte ihren allerersten Auftritt in dem Kurzkrimi „Für den Wind und die Vögel“, die im Sommer 2009 in der Anthologie „Mortus in Colonia“ erschienen ist. Schon damals hatte ich sie als ‚komplette‘ Figur angelegt, die auch für größere Geschichten tragfähig bleiben könnte. Es war klar, dass ich sie nach dem Erfolg der Kurzgeschichte in ein längeres Rennen schicken würde. Ob diese nun in Köln oder woanders spielen würden, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegt. Dann kam, wie so oft, der Zufall ins Spiel, als ich, als damals noch völlig ’naive‘ Neukrimiautorin vom Syndikat, der vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, und von der Criminale, DEM deutschsprachigen Krimifestival erfuhr, das im jahr 2010 in Gemünd in der Eifel stattfinden sollte. Da ich selbst geborene Gemünderin bin, war klar, wo Ina Weinz in Zukunft ermitteln sollte. Dass sie im ersten Band der Eifelkrimis, dem „Gemünder Blut“ noch mit sich hadert und zweifelt, ob es wirklich  richtig ist, an ihren alten Heimatort zurückzuziehen, ist der glaubwürdigkeit der figur geschuldet. Niemand gibt einfach so alle sozialen Netze auf und beginnt etwas völlig Neues, ohne zu zweifeln, nachzudenken ujnd abzuwägen. Erst Recht nicht, wenn man Ende 40 ist.

Meine Kommissarin ist ja kein statisches Konstrukt! Sie hat ein Leben. Sie entwickelt sich, macht Fehler und hat auch ihre persönlichen Erfolge und Katatastrophen. Den Schritt hin zur Entscheidung für die Eifel hätte sie ohne das Erlebte im „Gemünder Blut“ nicht machen können. Und ob sie dort bleibt, oder sich wieder verändert, wird sich zeigen. Auch für Ina hält das Leben noch einige Überraschungen bereit.

Wie viel Wahrheit, wie viel Fantasie steckt in dem Krimi?

Soviel Wahrheit wie möglich und so viel Fantasie wie nötig!

Ich bemühe mich in meinen Krimis immer so nah wie möglich an der Wirklichkeit zu bleiben und Themen aufzugreifen, die so auch tatsächlich vorhanden sind. Die Eifel selbst bietet natürlich eine wunderbare Kulisse, mit dem Nationalpark und ihren manchmal doch recht eigenwilligen Ureinwohnern. Da bleibe ich so realistisch, dass es für Leser auch möglich wäre, die Schauplätze zu besuchen und eine „Krimiwanderung“ durch Gemünd zu machen.

Fantasie sind natürlich letztlich die Figuren und Handlungsstränge, und – zum Glück – die Mordfälle. Die Eifel an sich ist, verglichen mit anderen Gebieten in Deutschland in Wahrheit ein eher friedliches Fleckchen Erde. Natürlich ist hier auch nicht alles Gold, was glänzt, aber doch einiges.

Wie gut kennst du Gemünd und was gefällt dir dort am besten?

Ich bin in Gemünd aufgewachsen und heute noch regelmäßig und häufig dort zu Besuch. Allerdings stelle ich fest, dass meine Kenntnisse über den Ort sich mit der Arbeit an den Eifel-Krimis stetig erweitern. Solange ich dort gelebt habe, habe ich mich weniger für die Geschichte und die Geschichten des Ortes interessiert. Das ist heute deutlich anders. Man könnte also durchaus sagen, mit jedem Buch entdecke ich wieder ein neues Stück meiner Heimat. Dass hierbei nicht nur positive Dinge ans Tageslicht kommen, sondern auch eine Menge dunkler Flecken ist unvermeidlich, aber nicht negativ zu beurteilen.

Was mir in Gemünd am besten gefällt ist schwer zu sagen. Meine Familie, die dort lebt, natürlich an erster Stelle. Direkt gefolgt, von der Natur direkt vor der Haustüre. Da passiert bei mir so eine Mischung aus Kindheitserinnerungen – ich habe Staudämme und Baumhäuser gebaut, im Wald Höhlen gesucht und wurde einmal von einem Wildschwein verfolgt – und der entstressenden Wirkung heute. Ich kann jedem einen Kurz- oder Langurlaub im Nationalpark nur wärmstens ans Herz legen.

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