(06.08.2012) Hatten wir nicht alle schon einmal das Gefühl, dass sich Pech und Unglück häufen? Nach der Lektüre von Patrizias Zannini Holochs Roman „Malocchio“ werden wir nicht nur über das Unglück jammern, sondern auch noch grübeln, wer uns mit seinem bösen Blick verflucht hat. Dabei beginnt der Roman so gemütlich mit einer Liebesgeschichte in Italien zwischen einer jungen Italienerin und einem Amerikaner. Dann wird der junge Mann, ehe es zum Happyend kommen kann, vorzeitig nach Hause geschickt und lässt nie wieder von sich hören. Maria, die Großmutter der jungen Frau, kann das Leid ihrer Enkelin nicht sehen, sie ist wütend und verflucht den jungen Mann, der zu dem Zeitpunkt schon Opfer eines Flugzeugabsturzes geworden ist. Oder hat sie ihn auf dem Gewissen?

Wie auch immer, die Kette der Unglücke in seiner Familie setzt sich fort. Patrizia macht vor kaum jemandem Halt und man darf sich wundern, dass ihr immer neue Todesarten einfallen. Bis zum Ende bleibt es spannend, vor wem Malocchio Halt macht und ob es Maria gelingt, den Bann zu brechen. Eine spannende Geschichte hat Patrizia Zannini Holoch da geschrieben, die leider nur als E-Book erhältllich ist, aber die E-Reader sind ja auf dem Vormarsch, sodass sich der Roman dennoch verbreiten kann – als Unterhaltung und als Mahnung, Versprechen einzuhalten, um nicht in den Bann des bösen Blicks zu geraten.

Auch Patrizia habe ich drei Fragen zu ihrem Buch gestellt, hier sind ihre Antworten:

1. Woher weißt du so viel über italienische Sitten und Bräuche?

Obwohl ich in Stuttgart geboren und aufgewachsen bin, habe ich doch eine große Verwandtschaft in Italien. Dort war ich als Kind und Jugendliche jedes Jahr zu Ostern, Weihnachten und die ganzen Sommerferien über. Meine Eltern, meine beiden Geschwister  und ich haben dann im Haus meiner Großeltern gelebt. Das Haus, das ich in meinem Roman beschrieben habe, die Boccia-Bahnen, die weinumrankte Pergola, alles ist so, wie ich es in Erinnerung habe. Auch haben wir immer im Sommer geholfen, die Tomatensoße einzukochen, eine Arbeit, die wir Kinder tatsächlich nicht gerne getan haben. Das Leben dort unterschied sich sehr von dem in Deutschland und war immer auch sehr aufregend. 

2. Gibt es Vorbilder für die Geschichte oder einzelne Figuren?

Die Figuren sind bewusst frei gewählt und haben keine Vorbilder, dennoch ist das Handeln der Figuren oft dem entnommen, wie ich es in Italien erlebt habe.

3. Was tust du, um dich gegen böse Blicke oder Flüche zu schützen?

Oh, eigentlich glaube ich nicht an den bösen Blick und auch nicht an Flüche, dennoch fühle ich mich beschützt, wenn ich die Kette meiner Großmutter trage, die sie mir vor mehr als dreißig Jahren gegeben hat. Daran hängt ein kleiner Anhänger, den ein Cousin mir geschenkt hat – also kein Corno. Meine Kinder haben allerdings von der Verwandtschaft zur Geburt eine goldene Kette mit einem Corno geschenkt bekommen.

Zu Malocchio gibt es übrigens einen Blog, in dem Patrizia Hintergründe erläutert: www.malocchio.de

Mehr über Patrizia findet sich unter: www.zannini.de

Direktlink zu Amazon