Dario Weberg und Beate Wieser als Mama und Luigi(23.01.2016) „Wir haben lange nicht soviel gelacht“, war wohl der Satz, der bei der Premiere im Theater an der Volme am häufigsten fiel. Vielleicht noch getoppt durch „Weiches Ei“, die einzigen Worte, die Putzfrau Graschna auf Deutsch kann, wie ihr Weiches Ei, äh, ihr Sohn, Stefan nicht müde wird zu betonen. Es war aber auch herrlich, wie Indra Janorschke und Dario Weberg als Autoren des Stückes, das gestern uraufgeführt wurde, die Darsteller mit Sprache spielen ließen. Allen voran Dario Weberg, der als Luigi mit Goldkettchen und Pistole das Klischee eines macho-mafiösen Italieners, der der deutschen Sprache nur halb mächtig ist, getroffen hat. Ein Großteil der Lacher im Publikum ging auf sein Konto.

Überzeugende Darsteller bei Mama und Luigi

Beate Wieser und Indra JanorschkeWas nicht bedeutet, dass die anderen nicht ebenso gut gespielt hätten. Indra Janorschke gab treffend die wuschige Kriminalbeamtin Lisa, die verzweifelt versucht, eine Reihe von Überfällen zu klären, um befördert zu werden. Beate Wieser überzeugte als „Mama“, die sich nach 45-jähriger Ehe von ihrem Mann trennt, weil er mehr Zeit investiert, eine Klobrille selbst zu schnitzen, als die Wünsche seiner Frau zu erfüllen. Roman Weber vermittelt Lisa und den Zuschauern amüsant und nachvollziehbar, dass Hundesitter ein Traumberuf ist und einer in Lisas Wohnung für Ordnung sorgen muss. Gut, dass er gleich seine Mutter Graschna, gekonnt verkörpert durch Sigrid Janorschke, mitbringt, die auch das letzte Eckchen sorgfältig poliert.

Beate Wieser und Sigrid JanorschkeDie fünf Darsteller schaffen es, das Publikum mitzureißen, sodass man am Ende überrascht war, dass zwei Stunden vergangen waren. In dieser Zeit verliebt sich Mama in Luigi, der auch gleich bei ihr einzieht. Bei ihr, ach was, bei Lisa, wo Mama nach der Trennung Unterschlupf gesucht hat. Blöd nur, dass ausgerechnet an dem Tag auch der neue Hundesitter samt Putzmutter Einzug hält und Mama und Luigi beim „Liebe machen“ stört. So schmieden sie eben Pläne und entscheiden, dass Mama bei Luigi in die Lehre geht. Was sie da lernt, das bleibt mein Geheimnis. Wie natürlich auch der witzige Schluss der ganzen Geschichte. Nur so viel sei verraten, Lisas Alltag wird ordenlich durchgeschüttelt, es gibt reichlich „Schlitzwasser“. Oder „Schwitzwasser“? Pistolen scheinen zum Standardaccessoire des Mannes zu gehören und der Polizeipräsident will dafür sorgen, dass Mama in eine Einrichtung kommt.

Großer Erfolg für Theaterautorin Indra Janorschke

Roman Weber mit HastingsWieder ein Stück aus der Feder von Indra Janorschke und Dario Weberg, dem man wünscht, dass es viele Besucher findet, wovon ich ausgehen, weil ich selten so viele Menschen auf der Premierenfeier von Mama und Luigi erlebt habe. Wenn die ihre Begeisterung weitertragen, sollte man sich dringend Karten reservieren – ich melde mich schon mal für die Fortsetzung an, die – wie ich hörte – bereits geschrieben ist 🙂 Ich bin gespannt, ob „Weiches Ei“ wieder mitspielt und – oh, fast hätte ich den Gaststar vergessen! – Captain Hastings hat seine Rolle als „Kater“ ausgezeichnet gespielt.
Und hier muss ich in eigener Sache anmerken, dass meine Kindergeschichte mit einem Hund namens „Kater“ schon lange zur Prüfung bei einem Verlag liegt und Indra und ich die Namensidee zeitgleich hatten. Sie schwebte sozusagen in der Hagener Luft 🙂 © Birgit Ebbert