Völlig markenfrei!

(12.09.2012) Da sitze ich mit meiner Idee für einen Krimi und statt flott weiterzuschreiben, spukt mir im Kopf eine Frage herum, die ich erst klären muss: Darf man Markennamen in Romanen verwenden?

In meinem Frauenroman kam sowohl der Titel einer Frauenzeitschrift als auch einer Talkshow vor und eine Testleserin, von der ich annahm, dass sie sich auskennt, hat mir empfohlen, lieber Fantasienamen zu verwenden. Das passte zu der Aussage einer Autorin, die in einem Regionalkrimi lauter Fantasiestraßen verwendet hat. Für einen Regionalkrimi fand ich das merkwürdig, aber ich habe in dem Frauenroman alles geändert und beschlossen, die beiden Medien zu kontaktieren, wenn ich einen Verlag für den Roman gefunden habe. By the way: Vielleicht sollte ich endlich mal mit der Suche beginnen. *grübel*

Nun habe ich einen Roman gelesen, in dem sowohl Titel von Fernsehsendungen als auch andere Markennamen auftauchen. Ob die Autorin bei den Markeninhabern nachgefragt hat? Ich werde versuchen, das herauszufinden und mich bis dahin im Internet umsehen, was kluge Leute zu dem Thema gesagt haben.

Ein Rechtanwalt mutmaßt, dass es vermutlich kein Problem sein wird, wenn der positive Held die Marke nutzt, den Täter darf ich danach kein Markenauto fahren lassen. Bei Autos ist das schon schwierig, weil man mit einer Automarke ohne großen Aufwand schon ein wenig über den Fahrer vermitteln kann – es lebe das Klischee 🙂 – aber es funktioniert nun einmal, das sehen auch andere Autoren so wie diese Diskussion zeigt.

Hier gibt es eine interessante Diskussion zu dem Thema mit dem Fazit, dass Markennamen in Romanen genutzt werden dürfen, da sie zum Alltag gehören, solange die Produkte nicht pauschal, sondern höchstens von der Romanfigur bewertet werden. Das beruhigt mich im Moment, aber ich forsche weiter.

Im nächsten Forum wird darauf hingewiesen, dass es kein Problem sei, eine Marke zu nutzen, weil sie ja nicht im Sinne des Markenrechts eingesetzt wird. Ich sehe mich schon meinen Frauenroman überarbeiten.

Diese Antwort in einem Forum zum Thema Recht hat mich nun endgültig überzeugt und jetzt kann ich auch beruhigt schlafen, weil in meinem Kinderroman „Miekes genialer Anti-Schüchternheitsplan“ sowohl „Germany’s next Topmodel“ als auch „Justin Bieber“ erwähnt werden.

Mit diesem Gedanken schreibe ich erst einmal entspannt weiter an einem Krimi, der in Hagen spielt und in dem zwangsläufig auch Gebäude, Straßen und Geschäfte aus Hagen vorkommen. Mal sehen, was von der entspannten Haltung bleibt, wenn ich die Kommentare zu diesem Posting gelesen habe.