Ausstellungskatalog Filderhalle Leinfelden-Echterdingen 1989

(11.03.2014) Immer, wenn ich in meiner Timeline bei Facebook eine Buchpostkarte sehe, fällt mir eine Ausstellung ein, die ich vor vielen Jahren in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen besucht habe. Der Katalog zu dieser Ausstellung gehört zu den Kunstbüchern, die ich am häufigsten in der Hand hatte und viele der Buch-Objekte habe ich noch vor Augen, wie sie in den Glasvitrinen oben auf der Galerie ausgestellt waren.

Um auch einmal einen nicht literarischen Buch-Beitrag bei Facebook einzustellen, habe ich nach Fotografien der Kunstwerke gesucht und keine gefunden. Dafür habe ich aber die Internetseite von Martin Schwarz entdeckt. Ich habe ihm spontan eine E-Mail geschickt, um in zu fragen, ob ich ihn interviewen darf. Erst als er zugesagt hat, habe ich begonnen, etwas tiefer zu recherchieren und saß voller Ehrfurcht vor Beiträgen, in denen unter anderem über ihn gesagt wird, er sei „einer der bedeutendsten Vertreter der Schweizer Postmoderne“.

Wenn ich mir den Katalog der Ausstellung in Leinfelden ansehe, kann ich – ohne alle Schweizer Künstler zu kennen – verstehen, dass er so eingeschätzt wird. Diese Buch-Objekte sind einfach genial. Wer sie gesehen hat, dem gehen sie nicht aus dem Kopf. Inzwischen weiß ich, dass es fast 25 Jahre her ist, seit ich die Ausstellung besucht habe. In dem Katalog lag nämlich die Einladung zur Vernissage am 8. Oktober 1989, an der ich teilgenommen habe. Da dort explizit erwähnt wird, dass der Künstler anwesend ist, habe ich Martin Schwarz also sogar schon einmal getroffen. Und nun habe ich mit ihm gemailt und telefoniert und werde in wenigen Wochen erneut eine Vernissage von ihm besuchen, obwohl es dort keine Buchobjekte zu sehen gibt. Glaube ich, vermute ich angesichts des Ausstellungstitels, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn schon verraten darf.

Heute nun habe ich ein dickes Paket mit Büchern bekommen und bin geradezu verliebt in das „Buch-Buch“, es wird demnächst einen eigenen Blog-Beitrag bekommen, wenn meine Roman-Manuskripte vom Tisch sind und ich ganz in Ruhe die wunderschönen Buch-Objekte betrachten kann. (Dann verrate ich auch, was ich bereits über Geschichte und Entstehung der Objekte erfahren habe!)

„Neue Hunde“ von Martin Schwarz (Eigenart-Verlag 2009)

Diese Objekte und vor allem auch die Verwandlungen ziehen sich durch das Werk von Martin Schwarz, der 1946 in Winterthur geboren ist, wo er heute noch die meiste Zeit lebt. Seit 1968 ist er freier Künstler. Begonnen hat er seine künstlerische Laufbahn mit Ölbildern und Zeichnungen, heute ist sein Spektrum weit gefächert, die Malerei gehört weiterhin dazu, aber auch Film, Fotografie und Computer Art, die sich in Konzeptkunst und Installationen wiederfinden. In einem Artikel wurde er als „Veränderer“ bezeichnet, wenn man seine die Buchobjekte und auch die „Neuen Hunde“ sieht, ist gleich klar, wie dieser Titel zustande kam. Umso gespannter bin ich auf die Ausstellungseröffnung, zu der ich am 4. Mai fahren werde – gut 400 Kilometer, allein das zeigt, wie groß meine Begeisterung über das Werk und meine Freude auf die Wiederbegegnung ist.

Wer nicht warten kann bis zu meinem Blog-Beitrag über das „Buch-Buch“ kann auf der Internetseite von Martin Schwarz stöbern. © Birgit Ebbert