(26.09.2014) Wer jetzt gerade durch die Elberfelder Straße geht, wird staunen, wie schön bunt es dort ist. Den ganzen Vormittag haben Sechst- und Zehntklässler der Gesamtschule Eilpe dort mit Kreide und Holzkohle Straßenbilder gemalt. Unter dem Motto „Bildwege“ hatten sich die Schüler einzeln, im Team oder in kleinen Gruppen Motive ausgewählt, die sie auf die Straße kopiert oder auch abgewandelt haben. Dabei hatten sie immer das Thema Frieden, Toleranz und Hilfe im Kopf, was man an einigen Schriftzügen in den Bildern auch erkennen kann. Da es an der Gesamtschule neben den „klassischen Schulsprachen“ auch Russisch und Chinesisch gibt, finden sich auch diese Schriftzeichen in den Werken.

Fabian und Pasqual haben ein Bild von Keith Haring weiterentwickelt.

Die Schüler hatten einen Probedurchlauf auf dem Schulhof, dann ging es in die Einkaufsstraße, wo sie unter den neugierigen Blicken der Passanten ihre Werke mit viel Geduld, Kraftanstrengung und Kreide auf das Pflaster gebannt haben. Die Erfahrungen, die sie dabei machen mussten, waren sehr unterschiedlich. Viele Menschen machten einen Bogen um die Kunstwerke und erkundigten sich, was es damit auf sich hatte. Aber es gab auch einige – gerade etwa Gleichaltrige, die extra durch die Bilder liefen und die Mädchen und Jungen anpöbelten. Das schreibe ich nicht nach Hören-Sagen, das habe ich selbst miterlebt. Ich habe mich nämlich zwischendurch unter die Künstler gemischt und sie ausgehorcht, vielen Dank an alle, die mir so bereitwillig geantwortet haben.

Anna Zasuhin hat sich ein eigenes Motiv ausgedacht. In dem Bild steht auf Russisch Liebe, Frieden und Hagen.

Schön war, dass doch immer wieder Passanten stehen blieben, dadurch konnte ich zwar nicht so viele Gespräche führen wie im letzten Jahr, aber für das Projekt und die Beteiligten hatte es mich gefreut, dass sie viel Zustimmung bekommen haben. Wie hoch der Spendenerlös sein wird, wird sich zeigen. Ich habe versucht, jedem, der mich ansprach, etwas in die Sammeldose zu werfen, weil ich es auch mutig fand, dass die Schüler von sich aus auf die Menschen zugingen. Die Spenden gehen in diesem Jahr an den Kinderschutzbund in Hagen.

Eine wunderbare Aktion, an der die Schüler mit Engagement und Leidenschaft teilgenommen haben. Keine Spur von „Null-Bock-Generation“ – zumindest nicht bei den Künstlerinnen und Künstlern. © Birgit Ebbert