(21.07.2014) Nachdem mein erster E-Book-Anlauf im Arbeitsalltag untergegangen ist, habe ich entschieden, den Juli zum E-Book-Monat zu erklären und mir erneut Gedanken gemacht. Ein Ergebnis ist die „Edition Migamte“.

Schon 2007 habe ich die Domains www.migamte.de und www.migamte-verlag.de reservieren lassen. Wann ich die Ameise von Jens Klöpfel als Logo gekauft habe, weiß ich nicht mehr. Eine Zeitlang habe ich sie – in Ermangelung eines anderen Motivs – als Autorenlogo eingesetzt. Inzwischen habe ich ein eigenes Logo, von dem ich weiterhin begeistert bin, und die Ameise kann wieder ihrer ursprünglich geplanten Bestimmung zuführt werden. Ich hatte sie immer als Logo für einen Verlag vorgesehen. Ich gebe zu, ich träumte und träume davon, einen Verlag zu gründen. Aber dazu fehlen mir Zeit, Nerven und Geld, außerdem genieße ich es sehr, wenn ich mich nicht um Produktion und Vertrieb meiner Bücher kümmern muss. Ich bewundere Autorenkolleginnen wie Christine Schindler, die diesen Schritt wagen. Ich beschränke mich erst einmal auf ein Label, unter dem ich Manuskripte, die mir am Herzen liegen, als E-Book veröffentliche, das ist immer noch zufriedenstellender als die nutzlosen Dateien im PC.

Die Schulstarter-Geschichten „Buntstifts erster Schultag“ zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit für eine Kinder-CD geschrieben, deren Realisierung vom Produzenten immer wieder verschoben wurde, und die Sammlung ergänzt um Geschichten, die ich zum Schulstart verschenkt habe.

Die Storys über starke Frauen“Am Wegkreuz“ sind mir nach und nach eingefallen. Sie passen in kein Verlagsprogramm, aber ich weiß, dass es einige Leserinnen gibt, die sich darüber freuen werden, wenn ich sie endlich als E-Book veröffentliche.

Den Roman „MS Sara“ habe ich für einen Wettbewerb geschrieben, leider habe ich nicht gewonnen, vielleicht deshalb, weil auch er wie viele meiner Geschichten nicht in eine Schublade passt. Ist das nun ein Kinderroman oder ein Jugendroman? Für die einen vermutlich zuviel Ernst, für die anderen zu wenig Sex and Drugs.

Früher dachte ich immer, Geschichten, für die man keinen Verlag findet, sind schlecht. Inzwischen weiß ich, dass eine Verlagsveröffentlichung immer auch ein Glücksspiel ist – man muss die richtigen Kontakte haben oder den Zufall als Verbündeten, der dafür sorgt, dass die richtige Person im richtigen Moment ein Manuskript aus dem Stapel der Einsendungen zieht.

Das bedeutet nun nicht, dass ich alles, was ich je geschrieben habe, für umwerfend und unbedingt veröffentlichtungswürdig halte. Im Gegenteil. Es gibt auf meinem Laptop einen Ordner, der heißt „Aussortiert“. Da finden sich Kurzgeschichten und lange Romane, die ich schweren Herzens dorthin verschoben habe, weil sie nicht mehr meinem heutigen Anspruch genügen. Für die „Edition Migamte“ habe ich die Manuskripte ausgewählt, die mir wichtig sind und zu denen ich von Lesern positive Rückmeldungen erhalten habe. Aus diesem Grund finden sich in der „Edition Migamte“ einige Kindergeschichten, aber auch Erzählungen und eine Novelle, bei deren Lektüre ich noch heute – etwa 25 Jahre, nachdem ich sie geschrieben habe – Gänsehaut bekomme.

Ja, das sind Kriterien, nach denen ich die Texte ausgewählt habe: Rufen sie eine Gänsehaut oder ein Schmunzeln hervor. In jedem Fall sind sie Beweis dafür, dass ich schon lange fleißig wie eine Ameise schreibe, weil ich schreiben muss. Ich kann nicht malen, ich kann nicht komponieren, ich kann nur über das, was mich bewegt, nur schreiben. © Birgit Ebbert