(02.10.2014) Ich finde ja, dieses Buch muss man schon allein wegen des Titels kaufen: „Mein Leben als Torte“, das hört sich einfach schön an. Es ist zwar „nur“ der Titel einer der 52 Schreibanregungen in dem Buch, das sich als „Anleitung zum autobiografischen Schreiben“ versteht. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, ist das Leben doch auch ein bisschen wie eine Torte.

Ja, das Buch enthält 52 solcher Schreibanregungen, meine geliebten „Namengedichte“, die ich seit Jahren in der Arbeit mit Kindern einsetze, finden sich ebenso wie „Das ABC meines Lebens“ oder „Mein Leben als Film“. Ich finde es beachtlich, dass es Andrea Behnke gelungen ist, 52 ganz unterschiedliche Schreibübungen zusammenzustellen. Manche helfen, einzelnen Aspekten seiner Biografie nachzuspüren, andere unterstützen bei der Suche nach einem roten Faden und der Gesamtschau auf das Leben. Die Übungen sind jeweils mit einem Tipp versehen, der einem auf die Sprünge hilft, wenn einem gerade so gar nichts zu dem Thema der Übung einfällt, sehr pfiffig.

Eigentlich ist das Buch genau das passende Weihnachtsgeschenk, dann kann der Beschenkte an Neujahr gleich beginnen, sein Leben schreibend Revue passieren zu lassen und von da an jede Woche eine andere Übung ausprobieren. Da es aber so schön ist, sollte man es sich selbst schenken, jetzt, wo es abends früh dunkel wird, man wieder Kerzen anzündet und es sich auf der Couch gemütlich macht. Vielleicht leistet man sich gleich das Notizbuch zum Buch.

Eine wunderschöne Idee, mit der Andrea Behnke sich einmal mehr als die Expertin für Autobiografische Schreibübungen positioniert. Ist doch das Buch quasi eine Weiterentwicklung ihrer Handreichung zum „Autobiografischen Schreiben“ in der Schule, die im Frühjahr erschienen ist.

„Mein Leben als Torte“ richtet sich eben nicht an Lehrer oder Pädagogen, die in dem Buch auch viele Anregungen finden, sondern vor allem an jeden, der Freude am Schreiben hat oder Spaß daran, seine Erinnerungen festzuhalten oder beides. Der Blick zurück auf das eigene Leben ist übrigens nicht nur etwas für alte Menschen, sondern hilft in jedem Alter, sich seiner Wurzeln zu versichern und auch seine Leistungen wieder in den Blick zu nehmen. Am Rande bemerkt, weil ich mich gerade erst in einem Blogbeitrag gefragt habe, ob Nostalgie ein Zeichen für Altern ist. © Birgit Ebbert

Beeindruckt von der Vielfalt der Übungen wollte ich aber doch wissen, was Andrea Behnke angetrieben hat, das Buch zu schreiben und sie hat mir auf meine 3 Fragen zum Buch geantwortet:

Wie bist du auf die Idee für das Buch gekommen? Und wäre das nicht sogar etwas für einen Wochenkalender?
Die Frage ist lustig – denn tatsächlich war meine Ursprungsidee ein Wochenkalender zum autobiografischen Schreiben. Doch letztlich ist ein Buch für 52 Wochen daraus geworden, da das etwas „zeitloser“ ist.

Woher hast du nur all die schönen Übungen?
Ich habe viele Jahre kreatives und autobiografisches Schreiben unterrichtet – daher habe ich einen Fundus an Übungen. Manche haben ihre Wurzeln auch im biografischen Theater – ich habe etliche Jahre Playback-Theater gespielt. Letztlich macht es mir Spaß, bekannte Übungen abzuwandeln oder neue zu erfinden. Manche Ideen kommen mir einfach so: Beim Zugfahren kam mit die Zugübung in den Sinn, beim Friseur die Geschichte mit den Frisuren …

Wie kam es denn zu dem wunderbaren Buchtitel?
Freut mich, dass er dir gefällt! Das Kompliment muss ich an die Programmleiterin weitergeben. Der Titel ist zwar von mir – es ist die Überschrift einer Schreibübung –, aber die Programmleiterin hatte die grandiose Idee, diese Überschrift zum Buchtitel zu machen. Eine gute Entscheidung, wie ich finde.

Mehr über Andrea Behnke gibt es auf ihrer Website und in ihrem Blog: www.andreabehnke.de