(15.10.2015) Auch in diesem Jahr habe ich es mir gegönnt, mich bei meinem Rundgang über die Buchmesse davon leiten zu lassen, was mir ins Auge sticht und neu erscheint. Das war interessant, weil ich mit Verlegern und Unternehmern ins Gespräch kam, die teils zum ersten Mal ausgestellt haben oder seit zwei oder drei Jahren. Ein wenig beeinflusst war ich vermutlich noch von meiner Geschenkbastelei am Dienstag, weshalb sich auch ein bisschen (mehr) DIY in meinen Messebericht mischt 🙂

Mit einem Lächeln in das Leben

Den ersten längeren Halt habe ich am Stand des Sorriso Verlags eingelegt und dort sowohl ein „Sorriso“ bekommen, das ist Italienisch und heißt „Lächeln, als auch einiges über den neuen Verlag erfahren. Verlegerin Karen Christine Angermayer ist selbst Autorin, vor eineinhalb Jahren hat sie entschieden, zusätzlich auf die Verlegerseite zu wechseln und Bücher zu veröffentlichen, die Mut zum Leben machen und anregen, die Leichtigkeit wieder zu entdecken. Das erste Programm, das sie in diesem Jahr vorstellt, umfasst fünf Bücher mit den Schwerpunkten „Leben & Sein“ sowie „Bewegende Biografien“. => Sorriso Verlag

An der Zielgruppe getestete Kinderbücher

Der nächste Verlag, bei dem ich länger verweilt habe, ist der Südpol Verlag. Sls Verlegerin Andrea Poßberg und ihre Geschäftspartnerin, beide sind Grafikerin, vor Jahren eine Idee für ein Buch hatten und parallel Manuskripte anderer Autoren bekamen, haben sie entschieden, einen Verlag zu gründen. Die Namensfindung haben sie sich nicht leicht gemacht, aber dann wurde es „Südpol Verlag“, weil der Südpol als Sinnbild für Entdeckungen und Abenteuer steht. Seitdem sind die beiden auf der Such nach Abenteuern in Kinderbüchern und bekommen – ganz nebenbei – den Vorlesestoff für ihre Kinder frei Haus geliefert. Praktisch, wenn die Zielgruppe auf der Couch sitzt und die Manuskripte mit prüft 🙂 => Südpol Verlag

Opern schon mit vier Jahren

Über ihre vierjährige Tochter ist indirekt auch Sonja Fuhrmann zu ihrem eigenen Verlag, dem FuhRödArt Verlag gekommen. Die Verlegerin liebt Opern und hat ihre Tochter mit ihrer Begeisterung angesteckt. Allerdings stellte sie fest, dass es für so kleine Opernbesucher noch keine Begleitmaterialien gibt. Also hat sie sich kurzerhand hingesetzt und Texte zu Opern geschrieben und illustrieren lassen. Da der bereits gefundene Verlag aufgrund verschiedener Umstände das Buch nicht veröffentlichen konnte, hat sie selbst einen Verlag gegründet, an dessen Stand neben der Verlegerin auch das Bärchen saß, das „Opern aus Sagen und Mythen erzählt“. =>FuhRödArt Verlag

Und noch einiges zum Basteln und Entspannen

Ich stelle gerade fest, wenn ich alle interessanten Entdeckungen in einem Blogbeitrag verarbeite, wird das doch zuviel. Kein Wunder, dass ich nach dem Messetag so erschöpft war. Es folgt ein Beitrag über die Non-Book-Entdeckungen, aber unbedingt berichten muss ich noch über ein paar witzige Bücher zum Thema DIY – alle stehen auf meiner Wunschliste für Weihnachten inkl. genügend Freizeit, um alles nachzubasteln 🙂

Da ist zum einen das Buch „Städte aus Steinen“ (Bielo) – ok, nicht richtig DIY, aber so klasse. Es enthält tatsächlich genaue Anleitungen, wie man mit Lego-Steinen ganze Städte nachbauen kann. Beim nächsten Besuch in meinem Elternhaus suche ich meine Legos!

Bis dahin krame ich die Häkelnadel hervor und sämtliche Wollreste, die noch aus früheren Handarbeitszeiten herumliegen und übe schon mal Luftmaschen und feste Maschen, damit ich zwischen den Jahren Berlin oder Köln häkeln kann. Ja, genau! Häkeln! Berlin oder Köln! Die Anleitungen dafür finden sich in den Büchern „Häkel dir Berlin“ und „Häkel dir Köln“ (Komet). Ist das nicht genial? Vielleicht häkel ich mir Hagen, mal sehen, welche Fähigkeiten wieder zum Vorschein kommen mit Nadel und Wolle 🙂

Um mich zwischendurch zu entspannen, wenn es doch nicht so klappt mit dem Häkelvorhaben oder der Legostadt, male ich mir meinen eigenen Van Gogh („Mein eigener van Gogh“, Lingen). Damit konnte man auf der Messe beginnen, ich habe bereits ein kleines Feld in Türkis ausgemalt – die Stifte kommen gleich mit auf den Wunschzettel.

Sehr fasziniert bin ich ja auch von den Objekten aus alten Büchern („Papier“, Haupt), frage mich aber noch, ob ich dazu die Geduld haben werde – was mich nicht daran hindert es auf den Wunschzettel zu schreiben 🙂

Ach ja, und dann traf ich auf der Buchmesse noch Tarik, eine der Figuren aus der Reihe „Die Bloggerbande“, für die ich die ersten vier Bücher in diesem Sommer geschrieben habe. Die brauche ich nicht auf den Wunschzettel zu schreiben, weil die bereits in meinem Regal stehen 🙂

Wie gesagt, das war nur die eine Hälfte meines Messetages, die zweite folgt, mit ebenso spannenden Entdeckungen, soviel kann ich schon verraten. © Birgit Ebbert