(24.09.2015) Mein Kalender sagt, heute müsste ich den Wetter-Krimi für die nächste Ausgabe vom Wetteraner schreiben. Dann krempele ich doch mal die Ärmel auf und rechercheriere los. 36 Rätsel-Krimis mit 1.600 bis 1.650 Zeichen sind inzwischen erschienen und das Procedere ist jedesmal das gleiche – bis auf eine Ausnahme. Die Geschichte „Tod auf dem Catwalk“ habe ich im letzten Jahr spontan nach dem Besuch der Modenschau vom Selavie im Werkstattcafé geschrieben. Aber heute gibt es keine Spontangeschichte.

Also beginne ich damit zu recherchieren, was denn so los war und ist in Wetter. Ich habe auch schon mal in der Gruppe „Du bist Wetteraner, wenn …“ um Vorschläge gebeten, aber das war wenig erfolgreich. Also bleibe ich auf mich gestellt und schaue mal, welchen Ort oder welches Event aus Wetter ich in den Mittelpunkt des neuen Krimis stellen könnte. Die Recherche für andere Orte ist leicht, aber ratet mal, wie viele Ergebnisse ich bekomme, wenn ich „wetter ruhr“ bei GoogleNews eingebe. Heute waren es 200.000 – fast alle über das gute oder schlechte Wetter im Ruhrgebiet. Aber ich sehe das positiv, dadurch bin ich auf dem Laufenden und weiß jetzt wenigstens auch, dass in Sindelfingen (!) Ende August bei optimalem Wetter die „Arschbomben-WM“ stattgefunden hat.

Aber natürlich gibt es auch News aus Wetter. Allerdings greife ich in meinen Krimis weder Meldungen über Unfälle noch sonstige Unglücke auf. Ich suche vielmehr nach Events in den Stadtteilen, um möglichst alle Bezirke in meinen Krimis zu berücksichtigen. Zwischendurch frage ich mich, warum ich nicht einen Krimi zur Veranstaltung „Rock auf der Burg“ geschrieben habe und finde auch jetzt keinen Bericht darüber. Hat die vielleicht nicht stattgefunden? Das ist nämlich das Knifflige an dem Projekt – ich schreibe die Geschichten drei bis vier Wochen im Voraus. Einzelveranstaltungen können da auch schon mal ausfallen oder verschoben werden. Für den 4. Oktober wird ein Konzert in der Stadtbücherei angekündigt, dort habe ich noch keinen Krimi spielen lassen, das wäre also ein denkbarer Ort.

Genau, die Stadtbücherei nehme ich, nun muss ich mich nur noch gedanklich hineinversetzen. Ich muss ja nicht die Künstler nennen, die das Konzert geben und den Termin lasse ich auch weg, das mochte ich noch nie, vorab über Veranstaltungen zu schreiben. Aber auf der Seite der Stadtbücherei sehe ich, dass es dort neben Konzerten auch Ausstellungen gibt. Daraus ließe sich doch etwas machen. Ich bin dann mal weg, den Wetter-Krimi schreiben 🙂

Inzwischen steht die Story und ich habe sogar die Zeichenzahl ziemlich genau getroffen. Auch die Lösung ist formuliert, sodass ich mich entspannt zurücklehnen kann und warten, bis die Geschichte erscheint. Ich habe noch mal nachgeschaut, das wird dann Wetter-Krimi Nummer 38 sein für die Ausgabe, die Mitte Oktober erscheint. Bis dahin ist längst schon der nächste Krimi fertig, mal sehen, was dann in Wetter so los ist. Jetzt lasse ich erst mal in Hagen morden und freue mich auf den heutigen Abend im Gasometer, wenn Leonhard Lansink die Gewinnerkrimis des WAZ-Krimiwettbewerbs „Tatort Gasometer“ lesen wird. 🙂 © Birgit Ebbert

Aus dem Krimi-Kästchen: Wetter