(16.11.2013) Zauberhaft – anders kann ich meinen Eindruck von dem heutigen Vormittag nicht beschreiben. Mir fiel es wirklich schwer, zwischendurch Fotos und Notizen zu machen, weil ich so gebannt war von der Musik und der Darbietung von Gabriele Gatzweiler und Christoph Holbein. Die beiden Schauspieler haben auf Bitten des Ebinger Kammerorchesters speziell für die Literaturtage Mozartbriefe ausgewählt und daraus ein Programm einstudiert, das seine Lebensstimmung wiedergibt. Kurz hatte ich überlegt, diesen Beitrag zu nennen „Briefe von einem derb-genialen Musikus“, aber das wäre der Feinsinnigkeit und gelungenen Komposition von Musik und Text nicht gerecht geworden.

Wie die Schauspieler haben auch die Musiker des Kammerorchesters unter der Leitung von Dietmar Oberer brilliert. Die Besucher, die ich gesprochen habe, waren alle ebenso verzaubert und begeistert wie ich. Auch die Auswahl aus Mozarts musikalischen Werken war hinreißend – von der Sinfonie KV133 über das Andante für Flöte und Orchester mit Amanda Chominisky als Solistin bis zur Salzburger Sinfonie KV138.

Ich hatte nach dem Konzert Gelegenheit, mit dem Orchesterleiter Dietmar Oberer und seiner Frau Helga Oberer zu sprechen, die sich beide seit über 50 Jahren für und in diesem Kammerorchester engagieren und es vor einem halben Jahrhundert auch aufgebaut haben.

Helga Oberer hat immer davon geträumt etwas mit Schauspielern zusammen zu machen und als sie Christoph Holbein als „Picasso“ erlebt hat, entstand die Idee, ihn zu fragen, ob er für die Literaturtage Mozart darstellen würde. Ich habe vergessen zu fragen, wie die beiden auf Mozarts Briefe kamen, aber eigentlich war das klar, als ich Dietmar Oberer beim Dirigieren betrachtet habe. Sobald ich sein Profil sehen konnte, sprang mir die Liebe zu Mozart förmlich entgegen. Ich bin wirklich stolz, dass ich an diesem Event teilnehmen durfte und habe heute schon manchem den Mund wässerig gemacht, der sich das hat entgehen lassen.

Besonders beeindruckt hat mich, dass alle, die auf der Bühne standen, „Laien“ waren. Ich schreibe das bewusst in Anführungszeichen, weil ich das auch erst nach der Darbietung erfahren habe. Während des Konzerts war ich beeindruckt, dass Albstadt sich ein solches Kammerorchester leiten kann. Dass es sich um einen Verein handelt und die Musiker samt Dirigent ehrenamtlich tätig sind, hätte ich nicht gedacht. Auch für die beiden Schauspieler ist die Bühne Zweitberuf, Hobby, Berufung, Gabriele Gatzweiler ist im Hauptberuf Yogalehrerin und Christoph Holbein Journalist, auch wenn er immer schon Theater gespielt hat.

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