(15.12.2012) Eigentlich sollte ich mich jetzt endlich um die Weihnachtskarten kümmern, das war mein erster Gedanke heute Morgen. Aber wie das bei Autoren manchmal so ist, kaum war der Gedanke in der Welt, bekam er schon Junge. Woher kommen Weihnachtskarten eigentlich? Was passiert mit den Weihnachtskarten nach Weihnachten? Schon saß ich da und wieder ist keine einzige Weihnachtskarte geschrieben. Allerdings weiß ich jetzt, dass die ersten Weihnachtskarten der Überlieferung nach 1843 von einem englischen Beamten verschickt wurden. Er hatte angeblich keine Lust, die sonst üblichen Weihnachtsbriefe zu schreiben und hat sich kurzerhand 1.000 Karten drucken lassen, auf denen er frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr wünschte.

Das heißt aber doch, dass alle, die Weihnachtsbriefe schreiben, an eine noch ältere Tradition anknüpfen. Sind Weihnachts-E-Mails nicht dann sogar eine Fortführung dieser Tradition?

Natürlich nicht diese anonymen Rund-Mails, wie sie gerade auch täglich in meinem Mail-Kasten landen, aber persönliche E-Mails. Die sind mindestens so aufwendig wie Postkarten, sind aber unabhängig von der Postkasten-Leerung und dem Postweg – noch immer sind drei Adventskalender unterwegs, die ich 2007 geschrieben habe. Eine Postkarte ist also kein größerer Garant dafür, dass der Gruß ankommt, als die E-Mail. Ich habe jedenfalls entschieden, in diesem Jahr wieder E-Mails zu verschicken. Das Schöne daran ist nämlich, dass die Adressaten – wenn sie möchten – gleich antworten können. In den letzten Jahren haben sich daraus oft wieder schöne Kontakte zu Menschen ergeben, von denen ich lange nichts gehört oder gelesen hatte.

Die E-Mail wird außer meiner selbst fotografierten und gebastelten Weihnachtskarte in diesem Jahr einen Kurzkrimi über ein Weihnachtsfest vor 30 Jahren enthalten. Weihnachten 1982 habe ich nämlich auf einem Gasthof im Schwarzwald gejobbt und dort so verrückte Dinge erlebt, dass sie mich zu einem Krimi inspiriert haben.

Diese E-Mail kann man zwar weder an einer Leine über den Kamin spannen, aber einen Kamin hat ohnehin nicht jeder, und auch nicht ins Regal stellen, aber zumindest den Krimi kann man lesen, während man aufs Christkind wartet 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest, es muss ja nicht so aufregend zugehen wie in dem Berggasthof, in dem mein Kurzkrimi spielt.