(03.12.2014) Am 1. November hatte ich mich spontan entschieden, in diesem Jahr am NaNoWriMo, auch: NaNo für National Novel Writing Month teilzunehmen. Die Aufgabe lautete, 50.000 Wörter in einem Monat an einem Roman zu schreiben – zeitgleich mit über 300.000 Profi- oder Hobby-Autoren in der ganzen Welt.

Nach einer Woche lag ich noch gut in der Zeit und hatte schon die ersten Erkenntnisse gewonnen, danach fehlte mir die Zeit für Zwischenberichte, weil plötzlich noch ein Auftrag eintrudelte, der auch bis Ende November fertig werden sollte und ich verdrängt hatte, dass ich an manchen Wochenende nicht am Schreibtisch oder an einem Computer sein konnte.

Dennoch habe ich es mit Nachtarbeit und dank eines überraschend schülerfreien Tages geschafft, die 50.000 Wörter zu schreiben. Ich war sogar einige Tage vor der Deadline 30. November fertig und habe nun gut 200 Seiten eines Romans über ein Thema, das mir aus verschiedenen Gründen am Herzen liegt. Noch fehlen ca. 50 bis 100 Seiten, die werde ich in Ruhe schreiben, wenn die Bücher, die im nächsten Jahr erscheinen werden, vom Tisch sind.

Die Zeit war also keineswegs vergeudet, auch wenn ich sicher noch viel überarbeiten muss, weil ich – was mir noch nie passiert ist – nach 80 Seiten plötzlich feststellte, dass das Struktur-Konzept nicht passte. Das führte zu der interessanten Erfahrung, dass ich den Roman geschrieben habe, wie ich früher Pullover gestrickt habe. Zuerst den Mittelteil, dann den rechten Ärmel, in diesem Fall den Anfang, und den linken Ärmel, bei meinem Roman das Ende bzw. die Hinführung auf das Ende, noch ist er ja nicht fertig. Ich bin wirklich gespannt, wie sich der Text liest, wenn ich mich wieder daran setze.

Ich bin allerdings nicht sicher, ob ich noch einmal teilnehmen werde. Die Teilnahme war eine interessante Erfahrung, aber ich gehöre eben nicht zu den Menschen, die anfangen und einfach aufhören, wenn sie merken, es geht nicht. Ich will mein Ziel erreichen und das führt dann u. U. doch wieder zu Stress und wenig Schlaf. Da ich so veranlagt bin, brauche ich den NaNo auch nicht, weil ich meine Projekte ohnehin abschließe und immer schreibe, ob ich nun ein 50.000-Wörter-Ziel vor Augen habe oder nicht. Dennoch bereue ich es nicht und bin gespannt, wie meine „Writing Buddies“ auf die Zeit zurückblicken. Ich blicke jetzt erst einmal auf die Fahnen meines Krimis „Falsches Zeugnis“, der Anfang 2015 erscheinen wird und in dessen Mittelpunkt das „Tagebuch der Anne Frank“ steht. © Birgit Ebbert

Und so sieht die Urkunde aus, die bestätigt, dass ich es geschafft habe:

Um diese zu erhalten, musste ich am Ende mein Manuskript in eine Maske hochladen und dann wurden die Wörter auf einem Server, der vermutlich in den USA steht, gezählt.