(16.04.2015 ) Gestern Abend habe ich es endlich geschafft, mir die Wirtschaftswunderrevue „Pack die Badehose ein“ im Theater an der Volme angesehen. Ja! Es war schönes Wetter und Biergarten wäre eine Alternative gewesen. Aber Appetit richtet sich nicht nach Wetter und Speiseplan und ich hatte einfach Lust, mal wieder ins Theater an der Volme zu gehen und mich zu entspannen und zu amüsieren. Und ich habe die Wahl nicht bereut und bin wie die anderen Besucher beschwingt und mit einem Liedchen auf den Lippen nach Hause gegangen.

Indra Janorschke und Dario Weberg haben uns mitgenommen auf eine Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre, in die Jugendzeit meine Eltern also, die jene Jahre des Aufbruchs in durch ihre Erinnerungen in meine Kindheit hineinbrachten. Ich liebe diese Mischung aus Fakten und Unterhaltung, die die Stücke von Indra und Dario ausmachen. Auch in diesem Programm erfahren wir einiges über die 50er- und 60er-Jahre – Bekanntes und Unbekanntes, zumindest für mich. Den Namen Rosemarie Nitribitt hatte ich zwar schon einmal gehört, aber mir hätte – im Gegensatz zu meiner Nachbarin – auch kein Auto geholfen, die berühmteste Prostituierte jener Zeit auf einem Foto zu erkennen. (O-Ton meiner Nebensitzerin: „Mit dem Auto hätte ich sie auch erkannt.“ Über die Sitzfarbe hat sie nicht gesprochen, Dario :-))

Die Fakten bildeten jedoch nur den Rahmen für O-Töne aus Rundfunksendungen jener Zeit, musikalischen Highlights und nachgespielten Szenen aus den Anfängen der Unterhaltungsshows im Fernsehen. Weshalb Dario Weberg den größeren Part hatte, wurde uns gleich am Anfang erklärt: Die Frauen jener Zeit gehörten an den Herd, die Herren der Schöpfung sorgten für die Familie und dafür, ihren Liebsten Herzenswünsche zu erfüllen – natürlich die neuesten Haushaltsgeräte! Im Fernsehen und auf der Bühne gab es auch nicht so viele Frauenrollen, man denke nur an Peter Frankenfeld und Heinz Erhardt, an die ebenso erinnert wurde wie an Elvis und Dean Martin, Bill Ramsey und Peter Kraus. Ob „Rote Lippen“ oder „Its now oder never“, „Kriminaltango“ oder „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, die Zuschauer waren größtenteils textsicher und so mancher Fuß wippte heftig mit. Die Songs mögen aus heutiger Sicht kitschig und seicht wirken. Na und? Es macht Spaß, sie anzuhören, zumal sie längst Klassiker geworden sind und sie sind herrlich entspannend, auch wenn man nicht mitschunkelt und -singt.

In jedem Fall war es wieder einmal ein zauberhafter Abend, an dem ich die Arbeitsberge auf meinem Schreibtisch völlig vergessen habe. Vielen Dank, Indra und Dario, und wer ebenfalls eine kleine Auszeit braucht, die nächsten Termine von „Pack die Badehose ein“ sind: 2. Mai 19.30 Uhr, 4. Juni 18.00 Uhr, 12. Juli 18.00 Uhr und 2. August 18.00 Uhr. Viel Spaß! © Birgit Ebbert

Weitere Informationen auf www.theaterandervolme.de