Paperworld(30.01.2017) Seit ich vor gut einem Jahr den Werkstoff Papier wieder für mich und meine Literaturart und das PapierZen entdeckt habe, will ich auch alles über Papier wissen und deshalb musste ich unbedingt zur Paperworld. Ja, ich gebe zu, im Alltag geht diese Recherche manchmal etwas unter. Aber auf der „Internationalen Fachmesse für Papier, Bürobedarf und Schreibwaren“ habe ich viel Neues erfahren und einige Ideen sowie Papiere mitgebracht. Die Papiere hatten allerdings größtenteils Katalog- oder Zeitschriftenform, ehe ich sie zu Faltpapieren zugeschnitten habe 🙂 (Mal sehen, was daraus wird, ich habe schon angefangen zu falten.)

Die Paperworld – der Branchentreff der Papierhändler

Na gut, Papierhändler ist etwas ungenau, aber die Richtung stimmt. Die Messe richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Papier in irgendeiner Form verkaufen oder weiterverarbeiten, auch wenn sie teilweise zusätzlich Schulranzen, Füller, Büromaschinen und Ähnliches im Angebot haben. 2016 sind etwa 34.000 Fachhändler an den gut 1.600 Ständen vorbeiflaniert bzw. für Gespräche stehengeblieben. Ich habe diese Stände in diesem Jahr nicht alle gesehen, weil ich mich auf den Bereich Kreativität, sprich: die Creativeworld, und den Bereich Papier beschränkt habe. Auf die Hallen mit Bürobedarf und Schulranzen habe ich verzichtet und hatte auch so dass Gefühl, dass ich mehr unterwegs gewesen war als auf der Buchmesse. Ich wusste gar nicht, dass Halle 5.1 sooo lang ist.

Creativeworld – ein Paradies für Bastler

In der Creativeworld findet der Messebesucher alles, was das Herz eines kreativen Menschen höher schlagen lässt – Stifte und Papiere, Pinsel und Perlen, Stempel und Knöpfe, Klebstoff und Scheren und natürlich viele Anregungen durch die teilweise wirklich kreative Gestaltung der Stände. Das war schon sehr unterschiedlich, teilweise lagen nur Prospekte aus und dann wieder war ein ganzer Garten aus Pappe und Schleifen aufgebaut. Anfangs habe ich mich gewundert, wieso sich auf einer Händlermesse die Besucher die Zeit nehmen, zu malen oder zu basteln. Aber die neuen Produkte wollen im heimischen Laden vorgeführt werden und wenn man dann einen Crashkurs mitnehmen kann, ist das natürlich sehr hilfreich. So richtig Trends waren für mich allerdings nicht erkennbar, was vielleicht daran lag, dass ich im letzten Jahr extrem viel zum Thema Basteln recherchiert habe.

Allenfalls das Verpacken von Geschenken, zu dem es unter dem Motto „Wrap up“ einen Workshop gab, aber Händler müssen ja viel verpacken und Papierhändler sollten ihren Kunden in dieser Hinsich voraus sein, also ist das möglicherweise auch nur ein Trend für die Händler. Papier und Falten war weiterhin ein Thema – auch wenn mir Verlage gerade das Gegenteil erklären, was mich auf der Messe umso mehr gewundert hat. Und natürlich geht der Trend zum Ausmalen weiter, neben den klassischen Ausmalbüchern und Zentangle-Karten gibt es Leinwände mit Mustern, die mit Acrylfarbe ausgemalt werden können. Auch Malen nach Zahlen scheint wieder im Kommen zu sein, an einem Stand waren einige Besucher hingebungsvoll damit beschäftigt, ein solches Bild auszumalen. Ach ja, und ein alter Bekannter aus Hagen war hier mit einem Stand vertreten: Wolfgang Hein von Heindesign.

Papier, Papier und nochmals Papier

Während wir durch die Hallen schlenderten, hatte ich irgendwann genau das gleiche Gefühl wie in den ersten Jahren auf der Buchmesse, ich fühlte mich wie in Papier gebadet. Es gab keine Reihe, in der nicht ein Stand mit wunderschönem Papier lockte, das teilweise noch dazu so ansprechend dekoriert war. Teilweise lagen die Musterbücher aus, die ich am liebsten mitgenommen hätte :-), teilweise hingen die Papier an Bügeln, sollte ich je ein Atelier besitzen, wollte ich das auch haben 🙂 Oft hingen die Bögen auch einfach nur auf Rollstäben übereinander, wie sie auch in Papierläden präsentiert werden, selbst das rief bei uns Begeistungsrufe hervor.

An meinem Lieblingsstand, den wir als letztes besucht haben, der Firma Tassotti gab es darüber hinaus zauberhafte Kunstwerke aus Papier. Na gut, mit einem gefalteten Elefanten kann man mich immer ködern, aber wo man hinsah, lagen Origami-Modelle. Entzückt war ich auch von dem Stand der Firma Lamali, die die Wände mit kleinen, feinen Papiermobile dekoriert hatte und unter anderem hübsche Notizbücher aus handgeschöpftem Papier darbot. Unter uns – im Nachhinein bin ich froh, dass die Paperworld eine reine Ordermesse und keine Verkaufsmesse ist. Ich fürchte, ich hätte mich um Kopf und Kragen gekauft. Aber der Termin für die Creativa in Dortmund ist ja nicht mehr weit 🙂

Und das Fazit

Eine wichtige Messe für Papierhändler und eine interessante Messe für Liebhaber von Papier und schönen Dingen. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall meine Kamera mitnehmen und mich für Gespräche darüber, ob ich fotografieren darf, in verschiedenen Sprachen wappnen 🙂 Gerade die Unternehmen mit den schönen Papieren haben nämlich ihren Sitz in Italien, Spanien, China und nicht immer war jemand am Stand, der Deutsch oder Englisch sprach. © Birgit Ebbert

Weitere Informationen zur Messe: www.paperworld.de