(15.11.2019) Am letzten Samstag habe ich eine ganz besondere Premiere im Theater an der Volme besucht, eine Dreifach-Premiere, wie Intendant Dario Weberg in seiner Ankündigung verriet. Das Stück „Tanz mit dem Tod“ wurde in Deutschland erstmals überhaupt gezeigt, die beiden Schauspielerinnen aus dem Theater-Ensemble standen erstmals als Duo auf der Bühne und es war die erste Inszenierung des Ensembles „Partum“, das künftig aus Hagen den Weg auf viele andere Bühnen finden möchte. Das „Kick off“, wie Projektmanager sagen würden :-), stimmt sehr zuversichtlich, dass dieser Plan gelingen kann.

Das Stück Tanz mit dem Tod

Zwei junge Frauen treffen sich zufällig in einer psychiatrischen Klinik. Die eine forsch, nie verlegen um einen flotten Spruch, die andere noch benommen von einem Vorfall, von dem sie selbst nicht weiß, ob es ein Unfall, Anschlag oder versuchter Suizid war. Aber das ist erst einmal auch nicht wichtig, weil die Folgen ihr Leben verändern: Ausgerechnet sie als Tänzerin hat ein Bein verloren. Wie soll sie jemals wieder auf der Bühne stehen und den Schwanensee tanzen. Kein Wunder, dass ihr Lebensmut schwindet. Mit der Lebensfreude ihrer Bettnachbarin ist es ohnehin nicht weit her, sie kennt die Klinik bereits von früheren Aufenthalten nach Suizidversuchen. Da haben sich die beiden richtigen gefunden! Im Laufe des Stückes zeigt sich, es haben sich wirklich die beiden richtigen gefunden, die sich gegenseitig fördern und fordern und am Ende – das schaut schön selbst! Und lasst euch nicht vom amputierten Bein und Suizidversuch abschrecken, „Tanz mit dem Tod“ ist eine schwarze Komödie, es gibt viel zu lachen, manches zum Nachdenken, aber die bösen und guten Momente sind geschickt austariert. 🙂

Die Inszenierung durch Partum

Partum, das sind Alissa Schwichtenberg und Carola Schmidt, die ich beide in vielen Inszenierungen im Theater an der Volme gesehen habe. (Wenn meine Verlinkung klappt, liegen hinter den Namen meine Artikel über Inszenierungen mit den beiden.) Die Umsetzung dieses Stückes von Thomas A. Welte haben sie selbst entwickelt, mit Unterstützung von „Patenonkel“ Dario Weberg. Das ist sehr gut gelungen, das Publikum war begeistert, es gab Standing Ovations und im Theatercafé knubbelten sich die BesucherInnen, um die beiden jungen Frauen zu beglückwünschen. Sie haben nicht nur gut gespielt, das habe ich zumindest nicht anders erwartet :-), sie haben auch das Stück so ausgewählt, dass sie ihren Stärken für bestimmte Charaktere optimal einsetzen können. Auf der einen Seite Carola Schmidt, eher forsch, pragmatisch und handfest, auf der anderen Seite Alissa Schwichtenberg, eher schüchtern, pfiffig und fast ein wenig übersinnlich. Ein Stück für diese beiden Charaktere zu finden, war sicher nicht leicht. Dass das gelungen ist: Chapeau! Ein wunderbarer Auftakt, ich freue mich, dass ich dann doch dabei sein konnte und mir hätte etwas gefehlt, wenn ich nur aus der Ferne von dem Abend erfahren hätte. Toi toi toi für die weiteren Aufführungen am 6. Dezember 2019 und am 23. Februar 2020 und vor allem für viele Engagements an anderen Theater! © Birgit Ebbert

Man kann Partum übrigens auf Facebook folgen, um auf dem Laufenden zu bleiben 🙂 oder sich auf der Website www.partum-theater.de informieren.