Tabaluga denkt nach(09.11.2015) Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wann ich Tabaluga, dem kleinen Drachen, das erste Mal begegnet bin. Im Herbst 1983 nach meinem Umzug in eine Studenten-WG in Münster. Meine Mitbewohnerin besaß die Schallplatte und als ich „Nessajas Lied“ hörte, wusste ich, dass das mein Song ist. Ich wollte auch nie erwachsen sein, wie die alte Schildkröte Nessaja singt, zumindest nicht so erwachsen, wie ich es als Jugendliche wahrgenommen habe – deshalb habe ich erst kürzlich in einer Kurzgeschichte für das Buch „Spiele der Kindheit“ Großeltern wieder wippen, schaukeln und Seil springen lassen 🙂 Wenn ich irgendwo mein Lebensmotto angeben soll, ist es meist Erich Kästners Spruch „Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“. Ich warte noch auf eine Gelegenheit, Peter Maffay, Rolf Zuckowski oder Gregor Rottschalk, die Väter Tabalugas, zu fragen, ob sie diesen Satz Kästners kannten – im Programmbuch zum Rockmärchen 1994 steht er auf der ersten Seite. Der Satz ist übrigens keine Eintagsfliege in Kästners Werk, man denke nur an seine Mahnung in der Ansprache zum Schulbeginn: „Lasst euch die Kindheit nicht austreiben!“ Ist es da ein Wunder, dass ich über Erich Kästner promoviert habe und im Schlusswort meiner Dissertation 1992 auch Nessaja aus der ersten Tabaluga-Platte zu Wort kommt?

Meine kleine Tabaluga-SammlungMit der Dissertation war meine Geschichte mit Tabaluga nicht zu Ende wie die CDs und Programmbücher zeigen. 1994 war ich in Stuttgart in der Schleyerhalle dabei, als der kleine Drachen erstmals auf die Bühne trat und auch im TheatrO CentrO habe ich die Liebesgeschichte erlebt, die dort von 1999 bis 2001 gezeigt wurde. Wann ich wo „Das verschenkte Glück“ gesehen habe, weiß ich nicht mehr, aber das Programmbuch besitze ich, also war ich auch dort. Vor allem aber und da schließt sich der Kreis wieder, hatte ich am Samstag bei der Aufführung von „Tabaluga und das geschenkte Glück“ durch MStage einige Aha-Erlebnisse. Die Musicalgruppe rund um das quirlige Allround-Talent Mona Stöcker hat es geschafft, die Geschichte in bezaubernde Weise auf die Bühne zu bringen, mit viel Kreativität bei der Herstellung der Kostüme und überzeugenden Tanz- und Gesangsleistungen. Wenn ich bedenke, dass viele der Beteiligten Amateure sind, kann ich nur sagen: chapeau! Aus dieser Aufführung stammen auch die Tabaluga-Fotos auf dieser Seite.

Tabaluga auf der BühneIch habe mich sehr gefreut, dass ich die Veranstaltung mit meiner Kamera begleiten durfte und mir das eine oder andere außergewöhnliche Foto gelungen ist. Ich hoffe, dass ich den Beteiligten, die viele Wochen und Monate trainiert haben, damit ein bisschen von dem Glück schenke, dass sie den kleinen und großen Besuchern beschert haben.

Aber ich wäre nicht ich, hätte ich den Besuch und den Rückblick in meine Erlebnisse nicht genutzt, um ein wenig in Tabalugas Geschichte zu stöbern. Auch, weil Peter Maffay kürzlich in einer Talkshow berichtete, dass es eine Fortsetzung der Geschichte gäbe, die schon auf meiner Weihnachtswunschliste stegt 🙂 Bei dem Interview ist mir erst klar geworden, dass ich tatsächlich zu denen gehöre, die Tabaluga seit 1983 die Treue halten – zumindest den musikalischen Bearbeitungen. Soweit geht meine Zuneigung nicht, dass ich die Zeichentrickserie aufgenommen hätte oder Tabaluga Tivi. Mich würde aber nicht wundern, wenn es auch erwachsene Fans gäbe, die die Sendungen sammelten, als ehemalige Pixibuchsammlerin habe ich einige seltsame Sammelmacken kennengelernt 🙂

Meine erste Tabaluga-SchallplatteAber ich besitze von der ersten Geschichte „Tabaluga und die Reise zur Vernunft“ aus 1983 sowohl eine LP als auch eine CD. Vernunft ist übrigens ein Thema, das Herrn Kästner sehr gefallen hätte, wo er den gesunden Menschenverstand gerne gepriesen hat, auch etwas, das ich an seinen Texten schätze. Diese erste CD ist noch immer meine Lieblings-CD aus der Reihe. Tabaluga, dessen Heimat „Grünland“ ist, ist eine Erfindung von Peter Maffay und seinem langjährigen Texte Gregor Rottschalk und dem Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, das Aussehen hat er von Helme Heine.

Mein Lieblingssatz aus Tabaluga1986 erschien „Tabaluga und das leuchtende Schweigen“, die anrührende Geschichte über den Tod von Tabalugas Vater Tyrion. 1993 verliebt sich der kleine Drache in „Tabaluga und Lilli“ und 2002 kämpft er um „das verschenkte Glück“. Gerade stelle ich fest, dass es Zeit wird, dass ich mir die 2011 erschienene Geschichte „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ noch einmal anhöre. Im Gegensatz zu den anderen Storys habe ich davon weder Inhalt noch Lieder im Kopf – aber wie steht es in der Verpackung der Sonder-Edition, die ich besitze: „Alles im Leben hat seine Zeit“. © Birgit Ebbert

Fotos der Hagener Aufführung von „Tabaluga und das verschenkte Glück“