(19.05.2014) Das Schöne am Internet ist, dass man nicht selten unverhofft Aktionen begegnet, von denen man noch nie gehört hat und die irgendwie besonders sind. So ging es mir, als ich bei einer Recherche das Projekt PostPoetry entdeckte. Nun bin ich keine Lyrikerin, aber interessiert an Literatur und allem, was mit Schreiben zu tun hat, deshalb habe ich immer die Augen offen, wo mit Worten gebastelt wird.

Das Konzept von PostPoetry ist an sich einfach: Gedichte werden auf Postkarten gedruckt, diese werden in die Welt geschickt und der Erhalt sollte möglichst dokumentiert werden. Veranstalter ist die Gesellschaft für Literatur in NRW e. V., die ihren Sitz in Münster hat und bei der ich sofort das Set mit den zehn Gedichtpostkarten angefordert habe. Nun sollte ich sie abschicken, aber eigentlich mag ich mich auch nicht davon trennen, aber ich werde die Karten dennoch in die versenden und schauen, ob es Rückmeldungen gibt. Dies wird also ein Blogbeitrag, der wächst. Wann immer eine Reaktion auf eine Karte kommt, werde ich das Bild der Karte, den Empfänger und die Reaktion veröffentlichen. Mal sehen, ob es gelingt, alle zehn Karten zu zeigen.

Die zehn Karten von PostPoetry

Brennendes Eis (Lisa Möller)

Clownsschuh (Christiane Reinert)

Die erste Postkarte ist angekommen – da steht sie nun, bei Andrea Behnke. Vielen Dank für das Foto.

der Mai ist gekommen (Manfred Sestendrup)

Und so ist der Mai bei Ute Herzog angekommen – sicher in der Nähe vom Selavie! Vielen Dank für das schöne Foto:

Ende des Winters (Anke Glasmacher)

Das ist ja auch eine schöne Idee – so sieht das Ende des Winters bei Daniela Dreuth aus. Vielen Dank – ein „Kinderohren“-Gedicht gab es leider nicht, Daniela, die gibt es eben nur in deinem schönen Kinderohren-Blog.

Euro (Bärbel Klässner)

Monika Schulte hat ihre Postkarte auch fotografiert – ob das leere Glas eine Aufforderung sein soll, es mir „Euro“ zu füllen, damit sie ihre „Lesezeit“ verlängern kann? *gr*. Danke, Monika.

Gedankenbenutzungsbestimmung (Verena Kramer)

Glanzbild (Sirka Elspaß)

Oh, eine lyrische Antwort von Petra Plaum – Gedichte finde ich im Chat sonst kaum *gr* Vielen Dank, liebe Petra, ich hoffe, ich habe die Umbrüche richtig gesetzt.

Post aus dem Briefkasten genommen –
hurra, endlich mal nicht nur Rechnungen bekommen!
Eine Karte, bunt und fein,
bricht in meinen Alltag ein.
Drauf ein Gedicht, verrückt und gar nicht mild –
es stammt von Sirka Elspaß und heißt „Glanzbild“.
Ein Gedicht in der Post! Poesie ganz ohne Warnung –
ich freue mich sehr und habe eine Ahnung.
Wir alle sollten so viel mehr Gedichte/Bilder/Klänge schicken
und unsere Lieben mit Kultur, mit der so keiner rechnet, beglücken.
(Petra Plaum)

Kreide (Galieza Kötterheinrich)

Lars Friedrich hat beim Erhalt der Karte: Kreidebleich geguckt – was ist denn das? Muss ich Kreide fressen, wenn ich es nicht gut finde? Durchgelesen, Idee für gut befunden (das kannst du dir ankreiden) und gerne fotografiert (mit dieser Knippskiste aus der Kreidezeit, aber was Besseres ist zu teuer, wenn man knietief in der Kreide steht).
Die Frage ist, ob die Ente ein Exponat aus der Sammlungs-Ausstellung im Bügeleisenhaus ist.

Schnappschuss (Walter Wehner)

Lach – das ist die Antwort von Ulrich Wens auf seine Karte:

Wikipedia: „Der Begriff der Schnappschussfotografie bezieht sich in der Fotografie auf eine weite Palette von Arbeiten, die sich mit der Darstellung von Motiven ohne gesondertes vorheriges Arrangement sowie offensichtlicher Spontaneität auseinandersetzen. Das Gegenteil der Schnappschussfotografie ist die fotografische Inszenierung.“
Es handelt sich hier eindeutig um die fotografische Inszenierung eines Schnappschusses von einer fotografischen Inszenierung.

Wundersame Wege gehen Postkarten. Ulrich Wens hat seine Karte „Schnappschuss“ an Katia Simon weitergeschickt. Was er nicht wissen konnte, dass Katia quasi neben der auf der Karte erwähnten „autobahn zwischen huttrop und kray“ wohnt. In einem wunderbaren Blogbeitrag blickt sie zurück auf den Tag 2010, als „Die Pott’sche Hauptschlagader“ für einen Tag für ein riesiges Fest gesperrt war. So sah das aus:
Für die Nicht-Ruhries: Das ist die A 40, von der ihr immer in den Staumeldungen hört.

Sudan entstelltes darfur (Eva Boßmann)

Die Gedichte der Karten stammen aus einem Gedicht-Wettbewerb, den die Veranstalter ausgeschrieben haben und der im Sommer erneut ausgeschrieben wird. Wer also sein Gedicht auf einer Postkarte sehen möchte, sollte sich die Seite http://postpoetrynrw.blogspot.de/ merken oder der Facebook-Seite https://www.facebook.com/postpoetry.NRW folgen. Teilnahmebedingungen sind ein Wohnsitz in NRW und mindestens eine eigenständige Buchveröffentlichung – das muss nicht zwangsläufig ein Lyrikband sein. Ich werde das Gedicht „Lebens Traum“ einreichen, habe ich mir überlegt, das ich gestern gelesen und für den Rundgang der Kooperative K geschrieben habe.