(23.11.2015) Am Samstag wurde im Thalia-Café in Hagen das Hagen-Buch vorgestellt, das Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte enthält und einen Abriss über Menschen, Geschichten und Ereignisse rund um Hagen enthält. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber es liegt hier schon und die kurzen Einführungen der anwesenden Autoren haben mich neugierig gemacht.

Mal ehrlich, wer weiß, dass das Viktoria-Kino, auf dessen Hülle ich während des Abrisses für die Rathausgalerie lange geschaut habe, eines der berühmtesten Erstaufführungskinos in Deutschland war, auch vor dem zweiten Weltkrieg nicht erst zu seiner Hoch-Zeit in den 50er Jahren. 1958 war es eines von 19 (!) Kinos allein in Hagen, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Uli Weishaupt, der sich in einem Beitrag für das Hagen-Buch mit dem Viktoria-Kino beschäftigt hat, muss es wissen, ist er doch ein ausgewiesener Experte in Sachen Hagener Kinos und arbeitet schon am nächsten Beitrag über das Gloria-Kino. Da sucht er übrigens noch Zeitzeugen und Materialien, falls jemand etwas beisteuern möchte, leitet der Ardenku-Verlag das gerne weiter.

Auch, dass man nach neuester Forschung Neanderthalern mehr Intelligenz zuschreibt als noch vor Jahren, weil man entdeckt hat, dass sie Schmuck gestaltet haben, fand ich interessant. Das berichtete Halina Israel, die über 100 Jahre Goldschmiede Kistermann geschrieben hat und in ihrem Beitrag eine Lanze für Goldschmiede-Kunst brach. Ein wenig Sorge bereiten ihr die Tattoos der jungen Leute, weil sie fürchtet, dass diese kein Interesse mehr am Schmuck haben werden. Da habe ich gleich mit wildfremden Nachbarn getuschelt, weil wir einige Menschen mit Tattoos kennen, die besonders viel Schmuck tragen. Hier würden mich eure Erfahrungen interessieren.

Witzig, aber auch informativ war auch die Präsentation von Martin Rafflenbeul, über dessen Familienunternehmen Michael Eckhoff einen Beitrag verfasst hat. Ich wusste bis dato nicht, dass aus Hagen selbstklebende Unterlegscheiben kommen! Auf den Artikel bin ich sehr gespannt, auch wenn aus den Seiten wohl kaum Flammen lodern werden wie aus der Brieftasche bei dem Vortrag 🙂

Auf meine Shoppingliste habe ich auf jeden Fall die Käsedeele am Freilichtmuseum geschrieben, nachdem Ralf Schaepe aus dem Schreibkästchen geplaudert und sicher nicht nur meine Neugier auf seinen Beitrag – angeblich mit Federkiel geschrieben, wer’s glaubt 🙂 – und vor allem den Hagener Käste geweckt hat.

Sehr amüsiert habe ich mich über die Namen der beiden Großwäschereien, mit denen Jens Bergmann sich für das Buch beschäftigt hat. „Edelweiß“ und „Schneeweiß“, das klingt doch schon wie aus einer Dailysoap, oder? Nachdem ich erst kürzlich für mein Steampunk-Projekt einiges über die allererste Großwäscherei in Berlin gelesen habe, bin ich besonders gespannt auf die Entwicklung hier in Hagen.

Gespannt bin ich auch auf den Beitrag über Motorsportler Otto (Ötte) Markus, mit dessen aufregendem Leben sich Lothar Kasper beschäftigt hat. Nach Rennen in Motocross ist der heute über 80-Jährige aufs Rennboot umgestiegen und selbst im hohen Alter nimmt er mit seinem Oldtimern noch an Wettbewerben Teil. Sehr beeindruckend und schön, dass Ötte Markus an der Präsentation teilgenommen hat, wann begegnet man schon einem Rennfahrer. Umso ärgerlicher war es, dass ich früh weg musste und keine Zeit hatte, ihn persönlich noch ein wenig auszuhorchen. Aber wenn ich den Artikel gelesen habe, stelle ich mal alle Fragen zusammen, vielleicht bekomme ich ja Antworten 🙂

Ich hoffe, ich habe keinen Kurzvortrag vergessen vor lauter Fotografieren und Staunen, welche interessanten Themen Michael Eckhoff und Petra Holtmann mit dem Redaktionsteam wieder gefunden haben. Das Hagen-Buch 2016 ist das 23. In meinem Bücherregal, mir fehlt in der Sammlung ab 1992 nur das Buch aus dem Jahr 2000. Falls jemand dieses doppelt hat, tausche ich es gerne gegen meinen Hagen-Krimi „Schneewalzer“ 🙂 oder kaufe es natürlich auch. Bisher habe ich es noch nicht einmal antiquarisch gefunden. Vielleicht sollte ich den „Komplettierer“ Dirk Bruchmann darauf ansetzen 🙂 Aber erst einmal habe ich jetzt ja Lektüre für die Adventszeit. © Birgit Ebbert

HagenBuch 2016. Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte Herausgeber: Hagener Heimatbund e.V. Ardenku-Verlag 2015

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeit – und natürlich ist das Buch auch in jeder Hagener Buchhandlung erhältlich.