(11.05.2018) Am Sonntag um 11.30 Uhr wird die neue Ausstellung mit Werken von Emil Schumacher im Kunstquartier eröffnet. Wieder ist es den Kuratoren gelungen, etwas zu finden, dass das Werk Schumachers durchzieht, das Rad. Und wie das so ist, kaum wird man auf etwas hingewiesen, schon fällt es einem wie Schuppen von den Augen und man fragt sich, warum einem das selbst nicht aufgefallen ist. Ok, mir ist es nicht aufgefallen, Experten für Emil Schumacher werden vermutlich müde lächeln. Aber es soll ja noch ein paar Menschen wie mich geben 🙂

Das Rad in der Kunst an sich

Emil Schumacher hat keine Deutungen hinterlassen, was es mit dem Rad in seinen Bildern auf sich hat. Wie er ja ohnehin dem Betrachter die Hoheit über die Interpretation seiner Bilder überlassen wollte. Diese fällt Kunst-Laien gerade bei Emil Schumacher nicht so leicht, da auch die Titel häufig keine Hilfestellung geben. Deshalb ist es besonders interessant zu wissen, welche Bedeutungen dem Rad in der Kunst zugeschrieben werden. Als älteste Erfindung ist es, so Rouven Lotz, „Sinnbild für Arbeit und Technik“. Mit diesem Gedanken im Kopf wird das Betrachten der Bilder direkt spannend. Oder hat Schumacher das Rad in dem einen oder anderen Bild als Symbol für das Schicksal und und den Weg durch die Zeit verstanden, wollte er damit auf Buddha oder den Wagen des Sonnengottes anspielen, wie das Radsymbol teilweise erklärt wird. Man weiß es nicht, aber bei dem einen oder anderen Bild kommt mir zumindest eine Idee, was es aussagen könnte.

Räder:Werk in der Ausstellung

Bereits in Schumachers Bildern aus den 50er Jahren finden sich Räder, meist dargestellt als ein Kreis mit Speichen, also sehr ursprünglich wie die Speichenräder aus der Bronzezeit. Diese Form verliert sich dann in dem Werk es Hagener Künstlers, als er sich bewusst von jedem gegenständlichen Malen entfernt und den Stil des Informel entwickelt, für den er heute weltbekannt ist. Ende der 1980er Jahre tauchen die Räder dann wieder auf, mal spontan in Szenen der ländlichen Arbeitswelt, mal ganz plötzlich scheinbar ohne Bezug zum Bild. Da sind die Betrachter gefragt.

Ab Sonntag könnt ihr euch selbst ein Bild machen, in seiner Eröffnung wird Rouven Lotz sicher ein paar Hinweise geben, die den Zugang erleichtern. Die Eröffnung ist am Sonntag um 11.30 Uhr, die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober zu sehen. Besonders eindrücklich wird das Räder:Werk im Katalog zur Ausstellung, weil beim schnellen Durchblättern wie bei einem Daumenkino das Rad so präsent wird.

Weitere Informationen: www.esmh.de

Links zur Bedeutung von Symbolen

www.symbolonline.de (hier direkt zur Bedeutung des Rades)

Das große Kunstlexikon von P. W. Hartmann (direkt zur Seite über Symbole)