(28.02.2018) Für die meisten ist es kein Geheimnis, dass ich seit Anfang des Jahres die Pressearbeit für das Kunst- und Atelierhaus (KAH) übernommen habe. Das führt dann auch mal dazu, dass ich schon im Vorfeld mit dem ausstellenden Künstler sprechen und die Werke anschauen darf. So habe ich jetzt ein Stündchen mit dem Hagener Künstler und Gründungsmitglied des KAH Uwe Lex in seinem Atelier verbracht.

Das Atelier von Uwe Lex

Dazu muss man wissen, dass das Atelier von Uwe Lex ein kleines Museum für sich ist. Das ist bei den meisten Künstlern so, ich weiß, aber die Bilder von Uwe Lex sind in der Umsetzung konkret und im Denken abstrakt, was dem Betrachter soviel Raum für eigene Interpretationen gibt. Ich würde mich am liebsten den ganzen Tag an den Tisch setzen und Geschichten zu den Bildern schreiben. Aber jedes Bild hat eine Geschichte, zumindest die Hintergründe zu den beiden Bildern, die ich von Uwe Lex besitze, sollte ich mir unbedingt aufschreiben, ich melde mich 🙂 Auf jeden Fall lohnt schon der Besuch des Ateliers von Uwe Lex immer. Aber nun lagen auf dem Tisch, auf dem ständig irgendwelche Künstlerutensilien und ein Aschenbecher stehen, viele Papierarbeiten.

Die Arbeiten der Retrospektive

Für die Retrospektive hat Uwe Lex tief in seinem eigenen Archiv gekramt und Zeichnungen zutage gefördert, die er selbst vergessen hatte. Da sind Aktbilder als „Auseinandersetzung mit der Damenwelt“, wie er es nennt, aber auch politische Zeichnungen, die das Zeug zum Titelbild der „Titanic“ haben, und Zeichnungen von Sehenswürdigkeiten aus Hagen. Die Vielfalt der Stile und Themen ist unerschöpflich, sodass man Zeit mitbringen sollte, um jedes Bild in Ruhe anzuschauen. (Ratet mal, warum das nebenstehende Bild mein Lieblingsbild ist 🙂 )

Uwe Lex und seine Kunst

„Ich habe gezeichnet, seit ich denken kann“, erinnert sich Uwe Lex auf die Frage, wann die Kunst in sein Leben kam. Aber das haben viele Kinder und aus ihnen sind keine Künstler geworden. Dass das bei Uwe Lex anders war, hat er einem Onkel zu verdanken, der Gouverneur in Griechenland war zurzeit von König Konstantin. Diesem Onkel, dem einiger Kunstverstand nachgesagt wurde, schickte Uwes Mutter eher als Gruß denn zur Beurteilung eine Zeichnung ihres Sohnes. Die Antwort kam postwendend: „Den Jungen müsst ihr fördern.“ Seitdem betrachteten die Eltern die Bilder ihres Kindes mit anderen Augen und auch Uwe fühlte sich diesem Urteil verpflichtet. Er nahm Unterricht, unter anderem bei dem Hagener Künstler Herwig Pütter, und entwickelte seinen eigenen Stil.
Seine Themen orientieren sich immer an der Situation und den Ereignissen, die das Leben bereithält. Aber ein Schwerpunkt zieht sich durch das Künstlerleben, die Umsetzung von historischen Wendepunkten in Bilder. Geschichte hat Uwe Lex immer interessiert, vor allem der Wandel der Welt von der frühen Neuzeit bis zur industriellen Revolution. Er wollte sogar ein Sachbuch darüber schreiben. Als er dabei feststellte, dass ihm viele Kenntnisse fehlten, begann er Geschichte zu studieren und findet dort immer neue Ideen und Assoziationen, die zu Bildern und Verfremdungen einladen. Immer wieder taucht dabei die Seefahrt auf. „Außereuropäische Geschichte ist eine Geschichte der Seefahrt“, findet er. Was ihn aber nicht hindert, auch ganz andere Bilder zu malen und zu zeichnen. Lasst euch überraschen! © Birgit Ebbert