c-birgit-ebbert-IMG_1085(29.02.2016) Ich liebe es, wenn Wege seltsam sind – so telefonierte ich vor zwei Wochen mit Sandra Hambrügge, die in Hagen die erste Frauenmesse Bella Donna organisiert. Wir unterhielten uns über dies und das und sie meinte, ob ich Lust hätte, bei der Frauenmesse Kraniche zu falten. Gesagt, getroffen und vorbereitet. Am 5. März bekommt also jede Teilnehmerin einen Glückskranich, der über den Tag hinaus wirkt. Etwa 30 oder 40 Frauen werden sogar einen der Kraniche aus meiner 1000er-Produktion erhalten, nachdem ich alle rosafarbenen Kraniche aus Dosen, Gläsern und Bücherregalen zusammengeklaubt habe. Mit rosa Faltpapier bin ich ebenfalls ausgestattet, eine kurze Info darüber, was es mit den Kranichen auf sich hat, ist fertig – von mir aus könnte es losgehen. Ich werde natürlich berichten, wie die Messe verlaufen ist, bisher weiß ich nur, dass auch Beba Ilic mit von der Partie ist und einige ihrer #hinsehen-Bilder zeigen wird.

Aber was ist die Frauenmesse Bella Donna eigentlich? Das kann Sandra Hambrügge, die das Konzept entwickelt hat, am besten selbst erklären, deshalb habe ich sie ausgehorcht – und schon die Antworten vermitteln einen Eindruck, welche Power uns auf der Messe erwartet 🙂 Ich werde mir das Ganze zwischen dem Kranich-Falten anschauen und bin gespannt, wen ich dort treffen werde und ob die Hagenerinnen am Ende genauso begeistert sind wie die Frauen in anderen Städten.

Was Belladonnaist die Frauenmesse Bella Donna?
Die Bella Donna Frauenmesse ist eine Messe rund um die Frau, wobei es auch um die Frauen geht, die als Ausstellerinnen dort sind. Es werden interessante Geschichten erzählt, die Frauen wissen wollen.

Was erwartet die Besucherinnen dort – außer den Kranichen 🙂?
Jede Menge Informationen, Mode, Beauty, Lifestyle, Unterhaltung, tolle Frauen, Schönes zum Ausprobieren und Shoppen, gute Laune und ein klasse Bühnenprogramm. Vorträge für die Frauen und ein Fotoshooting, bei dem die Bilder gleich mitgenommen werden können. Das Projekt #hinsehen gibt es von Beba Ilic. Es werden Anna und Lesa auf der Bühne sein und noch viel mehr. Oft ist bis zum Schluss eine Überraschung für die Besucherinnen dabei. Auch gibt es Sonder-Messepreise und Gutscheine an den jeweiligen Ständen und natürlich kostenlos Sekt am Eingang!

Wie lange gibt es Sie schon?
Also mich gibt es seit 46 Jahren 🙂 und die Bella Donna seit 2007. Da habe ich mit den Überlegungen, Konzeptentwicklung, Planungen angefangen. Anfang 2008 war dann die 1. Bella Donna Frauenmesse.

Wo fand die erste Bella Donna Frauenmesse statt?
Die allererste Bella Donna fand in Ostfriesland statt. In einer sehr schönen Location, die man überhaupt nicht in diesem Ort erwartet hatte. Manches Navigationsgerät der Ausstellerinnen kannte noch nicht einmal den Ort. Frühmorgens haben wir noch einige von ihnen aus den matschigen Feldern gezogen. Ich bin von Türklinke zu Türklinke gegangen und habe die Messe beworben ohne Ende. Erst bin ich belächelt worden, dann bemitleidet und am Messetag gefeiert. Viele Frauen sind hinterher zu mir gekommen und waren überrascht, erstaunt und froh, dass ich nie aufgegeben habe. Die Ausstellerinnen waren begeistert, weil Sie noch nie in Ostfriesland Kundinnen hatten. Und die einheimischen Frauen, die sich getraut hatten, waren fix und fertig, so einen guten Zulauf hatten sie. Eine Kundin hatte ein Jahr lang Aufträge, sie weinte am Ende. Am Nachmittag war es teilweise so voll, dass erst einige Frauen rausgehen mussten, damit wir neue Frauen reinlassen konnten. Wir hatten sogar einen regionalen Fernsehsender dabei, der berichtete und viele Frauen riefen von der Messe aus ihre Freundin an. Ich war sehr gerührt und wusste genau: Das ist mein Ding. Es hat sich alles gelohnt. Klar hatte ich Angst vor der Besucherzahl, ob überhaupt Frauen kamen. Aber es kamen ganz viele und das zeigte mir, dass ich auf jeden Fall weiter machen sollte.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, solche Messen durchzuführen?
Mein Mann macht seit 1999 Krebsinformationstage. Das ist eine Informationsveranstaltung für Betroffene und Angehörige. Als wir uns kennenlernten, habe ich ihn von Anfang an unterstützt. Solche Krebsinformationstage macht man nicht einfach so. Die nehmen einen mit.
Es kommt ganz viel Krankheit, Menschenschicksal und Leid auf einen zu. Nach sechs Krebsinformationstagen, die ich mitmachte, sagte ich zu meinem Mann: Ich will etwas Schönes, Buntes, Lebendiges machen. Dann schaute ich mich in Ostfriesland um, wo wir zu der Zeit wohnten, und merkte, dass es für Frauen hier nichts gab . Das wollte ich ändern. Da kam ich auf die Idee, eine Messe nur für Frauen zu machen und fing an das Layout, das Konzept mit meiner Mitarbeiterin zu besprechen.

Welches war auf den bisherigen Messen Ihr interessantestes Erlebnis?
Da gibt es ganz viele tolle emotionale Erlebnisse, da kann ich ein dickes Buch drüber schreiben. Einmal hat ein Sänger, den ich für die Bühnenshow hatte, mich auf die Bühne geholt, auf einen Stuhl gesetzt und mir „My Way“ vorgesungen. Dass die Bundeswehr dort war und die besorgten Angehörigen beruhigte, die gerade im Einsatz in Afghanistan waren. Danach waren alle sehr glücklich, denn sie hatten Skype dabei und konnten mit den Soldatinnen und Soldaten Kontakt aufnehmen. Ein anderes Mal machte ein Dudelsackspieler seine Probe auf der Damentoilette und blies so laut, dass wir dachten, das wäre ein Horn vom Krankenwagen. Wenn ich am Eingang die Frauen begüße, das Lachen höre, die Stimmung fühle. dann bin glücklich. Oft nehmen mich auch wildfremde Frauen in den Arm und das ist für mich auch der schönste Moment mit dickem Kloß im Hals.

Was haben die Frauen in den anderen Städten zu der Messe gesagt?
Mensch, hier ist ja was los. Wo haben Sie all die spannenden Frauen her, wo finden Sie die? Und oftmals wohnen die dann nicht mal 150 Meter auseinander. Oft höre ich nur ein Wort: Klasse! Viele Frauen freuen sich, weil sie mal Zeit für sich und ihre Dinge haben. Machen Sie weiter und bis zum nächsten Mal. Das werde ich auf jeden Fall. Da mein jüngstes Kind inzwischen kein Baby mehr ist, kann ich auch mehr machen. Denn eine Messe ist ja nicht nur der Tag, da gehört viel mehr dazu. Und viel Hin- und Herfahren, aber das ist genau mein Ding und nichts anderes kann ich mir vorstellen. Erst einmal aber möchte ich den Hagener Frauen die Frauenwelt auf einem silbernen Tablett präsentieren, dass die Frauen sagen:  „Ja, wir hatten hier unseren Spaß.“

Weitere Informationen: www.belladonna-frauenmesse.de