Und natürlich gab es 2013 Corvo, der mich bei vielen Recherchen begleitet hat.

(01.01.2014) In diesem Jahr musste ich erleben, dass es durchaus sinnvoll ist, bis zum letzten Tag des Jahres mit dem Rückblick zu warten. Für mich deshalb nicht schwer, weil ich ohnehin erst Silvester das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich die Horoskope für das vergangene Jahr lese und schaue, ob und was von den Vorhersagen eingetreten ist.

In einem waren sich Horoskope und ich einig, ich hatte 2013 „alle Hände voll zu tun“. „Laufend kommen neue Dinge auf Sie zu oder Sie ergreifen selbst die Initiative“, hieß es in einer Zeitschrift und genauso war es im letzten Jahr – es gab neue Auftraggeber, spannende Projekte und vor allem viele schöne Begegnungen in Hagen, in Albstadt als Albschreiberin, auf der Buchmesse in Frankfurt, eigentlich überall, wo ich im letzten Jahr war. Ich habe wirklich oft die Initiative ergriffen, gefragt und inspirierende Antworten bekommen. Sogar am 27.12. noch, als ich erfuhr – ach, das bewahre ich mir für einen Blog-Beitrag auf.

Verblüffend treffsicher war das Horoskop, das für 2013 vorhersagte: „Das Jahr verwöhnt sie und gleicht aus, was zuletzt auf der Strecke geblieben ist: die Lebensfreude.“ Stimmt. In keinem Jahr meiner Selbstständigkeit habe ich mir so viel Zeit für Kunst und Kultur, Ausflüge und Begegnungen genommen und nehmen können. Einziger Nachteil: Das macht süchtig und ich frage mich, wie ich es schaffen könnte, das Geldverdienen zu delegieren und mich nur der Lebensfreude zu widmen. Aber für 2014 stehen die ersten Kulturtermine und Verabredungen bereits fest und dank einer verbesserten Vernetzung verpasse ich hoffentlich nicht mehr so viele interessante Angebote hier in Hagen.

„Ebenso wichtig ist es, dass Sie sich Inspirationen holen, durch Reisen, durch Kunst, durch alles, was das Leben bereichert“, lautete die Empfehlung für 2013. Na gut, meine Reisen führten nicht in ferne Länder, sondern in den Norden und Süden, aber Inspirationen habe ich unendlich viel bekommen. Allein mit dem Anschauen meiner Fotos aus diesem Jahr, könnte ich den Neujahrstag verbringen und fast jedes birgt eine Idee und ist Gedächtnisstütze für eine neue Geschichte.

Neben der Ausstellung der Hagener Künstlerinnen und Künstler im Osthaus-Museum habe ich die Christo-Ausstellung im Gasometer in Oberhausen und die Willi Baumeister-Ausstellung in Stuttgart besucht, die Lichtobjekte von Hans Kotter gesehen und die Bilder des Farbenzauberers Hans Bicking in Albstadt erlebt. Wenn ich die Beiträge in meinem Blog durchschaue, wird mir erst richtig klar, wie erfüllt das Jahr war. Ich denke an die witzige Begegnung mit Max Kersting auf dem Bahnhof in Leipzig und das beeindruckende Gespräch mit dem Verleger und Autor Adam Jaromir auf der Buchmesse, das Abendessen mit Martin Walser und die Begegnung mit Buddy Elias, dem Cousin von Anne Frank. Schön waren auch die Lesung von Marlies Ferber und die Premiere von „Zeugin der Anklage“ im Theater an der Volme sowie die Generalprobe von „Gretchen 89ff“ und der „Froschkönig“ im Theater Hagen. Nicht zu vergessen, der virtuelle und persönliche Austausch mit Kolleginnen im Texttreff und mit den BusinessfrauEN und die vielen interessanten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Unglaublich, was ich in diesem Jahr erlebt habe. wenn nur ein Bruchteil davon 2014 auf mich wartete, wäre ich dankbar.

„Jetzt ist die Zeit, Wünsche wahr werden zu lassen, und Herzensprojekte“, versprach ein anderes Horoskop. Wie treffend. 2013 sind drei Bücher erschienen, die Herzensprojekte waren und sind und die jedes für sich eine besondere Verlagsgeschichte hat.

Im Frühjahr kam „Effektiver lernen für Dummies“ in den Buchhandel. Das Buch wollte ich schreiben. Die Idee hatte ich im Herbst 2011 bei einem Bummel in meiner Bochumer Lieblingsbuchhandlung. Nach meiner Rückkehr von diesem Bummel habe ich sofort bei Xing nachgeforscht, ob ich einen Kontakt zum Verlag hatte. Hatte ich. Eine Redakteurin, die ich von einem anderen Projekt kannte, hatte den Arbeitgeber gewechselt und arbeitete nun im Wiley-Verlag. Sie hat mich an die Für Dummies-Redaktion weitergereicht, mit der ich schnell einig wurde. 2012 habe ich das Buch geschrieben, 2013 wurde es veröffentlicht.

Am 10. Juli fand die Premiere meines Romans „Brandbücher“ statt, an dem ich viele Jahre immer wieder geschrieben habe. Mit dem Kernthema, der Bücherverbrennung 1933 habe ich mich schon seit Mitte der 90er Jahre beschäftigt. Aus der Idee für ein Sachbuch wurde schließlich eine Romanstory. Der Roman ist im Gmeiner Verlag erschienen, der Anfang November 2012 ein oder zwei Tage nach Eingang des Manuskripts entschied, es zu veröffentlichen. Ein Blog über die Bücherverbrennung hat die letzte Überarbeitung begleitet und mich 2013 viel Zeit gekostet, mir aber auch interessante neue Kontakte beschert.

Schließlich habe ich im ersten Quartal 2013 den TaschenGuide „Selbstmarketing“ geschrieben, der im Herbst 2013 bei HaufeLexware erschienen ist. Noch ein Projekt, das ich seit Jahren unbedingt realisieren wollte und für das ich 2012 bei Xing recherchiert habe, um einen Kontakt zu bekommen und fündig wurde. (Upps! Ich stelle gerade fest, dass das Buch es bis heute nicht in den Blog geschafft hat, weil das Jahr so voll war.)

Kein Wunder, dass ich ein Fan sozialer Netzwerke bin und 2013 im Zeichen des Internet stand. Nicht nur meine Internetseiten wurde komplett relauncht, auch der Blog hat ein neues Gesicht und eine neue Ausrichtung bekommen und dann war da der Krimi der Facebook-Gruppe „Du bist Hagener, wenn …“ Im März habe ich mich zu diesem Projekt verleiten lassen und ahnte nicht, dass dies dazu führen, dass ich im Sommer aus 60 Manuskriptseiten einen Krimi von 150 Seiten schrieb, der im November im Klartext-Verlag erschienen ist.

Daneben gab es Ratgeber und Lernhilfen, aber diese Herzensprojekte haben sicher dazu beigetragen, dass eine Horoskop-Prognose eingetreten ist: „Ganz neue Seiten: Die anderen werden sich wundern. Und Sie erst!“ Während ich den Ratgeber „Selbstmarketing“ schrieb, habe ich eine Bestandsaufnahme meiner Schwerpunkte und Wünsche gemacht und mich wirklich gewundert. Am Ende hat sich mein Schwerpunkt deutlich verändert, von der Pädagogik, die weiterhin ein wichtiger Baustein ist, zur erzählenden Literatur. Um das zu unterstreichen, habe ich  mir im März ein neues Logo spendiert mit dem Slogan „Geschichten mit dem Info-Tüpfelchen“. Auch ein halbes Jahr nach der Entscheidung bin ich noch glücklich über mein Buch-Icon, das sich als Favicon ebenso eignet wie als Zeichnung unter einer Widmung in einem meiner Bücher.

Wenn ich darüber nachdenke, dann habe ich 2013 viel gearbeitet, viel erlebt, viele neue Menschen kennengelernt, viel Neues über mich erfahren und viel Unterstützung bekommen. Vor allem aber bin ich meinem Kindheitstraum als Schriftstellerin näher gerückt. Die Formulierung aus einem Horoskop „Ihre Lebensqualität steigert sich um 100 Prozent!“ kann ich voll und ganz unterschreiben.

Natürlich und leider gab es auch Wermutstropfen und Anlässe zur Trauer im vergangenen Jahr. Die hatten die Horoskop-Autoren nicht auf dem Schirm. Woraus wir lernen, dass Horoskope motivieren, Mut machen und für einen Rückblick inspirieren können, aber kein Vorausbild des kommenden Jahres sind. © Birgit Ebbert