(22.05.2014) Nach einem Schreib-, Unterrichts- und Steuermarathon habe ich gestern entschieden, dass ich eine Auszeit brauche. Wo bekomme ich die am besten? Am oder auf dem Wasser. Da ich am Hengsteysee schon mehrmals vergeblich an einer Anlegestelle gewartet habe, bin ich nach Witten gefahren, um zwei Stunden auf der Ruhr zu schippern und mich zu entspannen. Allerdings wollte ich die Fahrt mit einer kleinen Recherche verbinden und die Zeche Nachtigall besuchen. In der Nähe sollte sich – laut Fahrplan der MS Schwalbe – eine Anlegestelle befinden. Sie befindet sich auch dort, das kann ich schon verraten und wie die Bilder zeigen, hatten wir eine entspannte Fahrt – zumindest bis sich zwei Herren an den Tisch setzten, die mir sagen wollten, was ich zu fotografieren hätte.

Und nebenbei noch Fotos für den neuen Krimi gemacht – hier gerät Karina nämlich in Gefahr.

Ihnen habe ich im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken zugedreht und mich über das Wasser, das Grün, die spannende Schleuse, das tosende Wehr und das Familientreffen der Schwäne gefreut. Als ich in Stuttgart lebte, hätte ich nie gedacht, dass es im Ruhrgebiet so grün sein könnte. Wer immer in die Nähe von Witten kommt, sollte sich die Fahrt gönnen.

Allerdings sollte er lieber am Freizeitbad Heveney einsteigen. Da gibt es Parkmöglichkeiten und – vor allem – hängt dort eine Information mit einem Fahrplan, wann das Schiff fährt. Denn an der Zeche Nachtigall hätte ich das Schiff fast verpasst. Auf dem Weg zur Zeche gab es zwar ein kleines Schild an der linken Straßenseite, das man unter all den anderen Schildern, die dort hingen leicht übersehen konnte.

Der Zugang zur Anlegestelle vom Weg zur Brücke aus.

Nachdem uns die freundliche Mitarbeiterin der Zeche Nachtigall den Weg erklärt hat, sind wir losgegangen. Bis zur Ruhrbrücke, von wo ein Weg zum Anleger abgehen sollte. Kein Schild, kein Fahrplan weit und breit. Nun gut, es gab nur einen Weg vor der Brücke, den sind wir hinuntergegangen bis zu einem Geländer, das zu einer Betonfläche stürzte. Wieder kein Schild weit und breit.

Die Zweifel wuchsen, ob das der richtige Platz war. Ein junges Pärchen, das in der Nähe in einem Boot saß, wusste auch nicht, ob es sich um die Anlegestelle handelte oder nicht. Wir also zurück zur Zeche Nachtigall. Kurz vor dem Parkplatz erklärten uns nette Mitarbeiter der Stadtwerke Witten, die an dem unten abgebildeten wunderschönen Stromhäuschen werkelten den Weg. Langer Wege kurzer Sinn: Die Betonfläche war die Anlegestelle!

Ich habe das allerdings erst geglaubt, als die MS Schwalbe hinter den Brückenpfeilern auftauchte und vor allem, als es vor meinen Füßen stoppte und uns einsammelte. Ab da war die Fahrt entspannend, sodass ich am Freitag entspannt nach Nürnberg fahren kann.

Unterwegs habe ich noch eine Anregung für die Stadtwerke Witten aufgetan, wie man kostengünstig ein Schild mit der Basis-Information anbringen kann. Nicht alle potenziellen Mitfahrer haben eine halbe Stunde Zeitpuffer für die Suche einer Anlegestelle und eine solche Ausdauer wie ich heute:

Und in Begleitung war ich natürlich auch.

Das Stromhäuschen, hübsch, oder?               und               Ein Blick auf die Zeche Nachtigall.

Ein wirklich toller Ausflug, den ich mit großer Freude auch schon bei Regen und Gewitter gemacht habe. Nordseefeeling auf der Ruhr quasi. Vormerken für den Urlaub zu Hause oder im Ruhrgebiet!

Fahrplan und weitere Informationen